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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 12-Jun-2019
Autor: Elena KRAFFT

Schneller, besser, günstiger: Was Innovation können muss

 

In der Vergangenheit entstanden große Innovationen oft zufällig. Antibiotika, E-Mails oder die Kreditkarte – sie alle waren ungeplante Nebenprodukte der Forschung oder Entwicklung. Heute haben Unternehmen kaum noch Spielraum für zufällige Innovationen. Sie stehen wesentlich stärker unter Innovationsdruck. Wir zeigen Ihnen einige herausragende Best Practice Beispiele, die zeigen, was Innovation heute leisten muss, um schneller, besser und günstiger zu sein.

 

1. Schneller: Prozessinnovation zur Steigerung von Effizienz

Prozessinnovation im Sinne der Optimierung von Geschäfts-, Produktions- und Logistikprozessen dient dazu, die Produktivität zu erhöhen oder Kosten zu senken. Die Einführung des Fließbands in der Automobilindustrie durch Henry Ford Anfang des 20. Jahrhunderts ist das wohl bekannteste Beispiel einer Prozessinnovation. Den nächsten Produktivitätssprung in der Industrie wird laut der aktuellen Studie Advanced Robotics in the Factory of the Future der Boston Consulting Group die Robotik herbeiführen.

Exhibit 1

Quelle: Advanced Robotics in the Factory of the Future, Boston Consulting Group

 

Amazon ist mit seinen Lager-Robotern ein Vorreiter. Der global tätige Online-Händler investiert massiv in Logistik-Roboter und automatisiert sich zunehmend selbst. Die Roboter beschleunigen Prozesse und sorgen dafür, dass weniger Platz im Lager benötigt wird. 

„Wir sind in einem Stadium wie einst in der Massenproduktion, als das Fließband Einzug hielt“, so Roy Perticucci, Amazons Logistikchef für Europa.

Bereits im Jahr 2017 waren 80.000 Roboter in den Amazon-Hallen völlig autonom und mit einer Tragkraft von bis zu 300 Kilogramm unterwegs. Mit der Software Geoguidance fahren Logistikfahrzeuge wie Gabelstapler oder andere Fahrzeuge autonom. Dabei orientieren sie sich mit Hilfe von QR-Codes auf dem Boden. Im Boden verlegte Elektronik oder spezielle Fahrspuren sind daher nicht erforderlich. Die Software beauftragt die Fahrzeuge für Lieferungen und Abholungen, lässt sie mit Toren, Fließbändern und Produktionsmaschinen „kommunizieren“ und bietet die Möglichkeit, Informationen an Lagerverwaltungssysteme zu übermitteln. Lediglich sperrige Ware wird noch von den Mitarbeitern transportiert.

 

2. Besser: Innovation mit hohem Innovationsgrad

Viele Unternehmen neigen dazu, sich auf „schneller“ und „günstiger“ zu konzentrieren und dabei „besser“ aus den Augen zu verlieren. Oft werden lediglich kleine Veränderungen an bestehenden Produkten, Prozessen oder Geschäftsmodellen vorgenommen. Diese inkrementellen Innovationen weisen einen geringen Innovationsgrad auf und beinhalten weder neues Wissen noch eine neue Technologie. Radikale Innovationen hingegen stellen neue Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse mit innovativen Eigenschaften dar, die über einen hohen Innovationsgrad verfügen.

 

 

3D-Drucker für Serienproduktion

So sind beispielsweise jetzt schon 3D-Drucker weit verbreitet. Ihr Einsatz in der Industrie beschränkt sich aber meist auf die Fertigung von Prototypen und einfachen Modellen. Die Firma In-Vision Digital Imaging Optics aus Guntramsdorf in Niederösterreich hat nun ein innovatives 3D-Verfahren entwickelt, das in der Serienproduktion erfolgreich eingesetzt werden kann.

Die Light Engine ist eine optoelektronische Maschine, die mit bis zu acht Millionen einzeln ansteuerbaren Mikrospiegeln hochauflösende UV-Lichtsignale an exakt jene Stellen des zu bearbeitenden Kunststoffs schickt, wo dieser aushärten soll. Die 3D-gedruckten Produkte sind deutlich stabiler, da im Gegensatz zum Schicht-für-Schicht-Auftragen keine Sollbruchstellen entstehen. Die Light Engine wird zur seriellen Fertigung etwa von Autokomponenten, Zahnimplantaten oder Teilen für Küchenmaschinen verwendet.

 

KI-System mit besserer Diagnose als TOP-Ärzte

Einen hohen Innovationsgrad weist auch das KI-System BioMind auf, welches vom Artificial Intelligence Research Centre for Neurological Disorders am Pekinger Tiantan-Krankenhaus entwickelt wurde. Das auf künstlicher Intelligenz basierende System besiegte ein Team der 15 besten Ärzte Chinas bei der Diagnose von Hirntumoren und der Vorhersage der Hämatomausdehnung.

Bei der Diagnose von Hirntumoren hatte BioMind eine Trefferquote von 87 Prozent, währen nur 66 Prozent der Mediziner mit ihrer Diagnose richtig lagen. Außerdem benötigte BioMind nur 15 Minuten, um 225 Fälle zu diagnostizieren, während die Ärzte 30 Minuten brauchten.

KI-System BioMind

KI-System BioMind - besser als die besten Ärzte (Quelle: medium.com)

 

3. Günstiger: Niedrigere Kosten durch technologische Innovation

In der BNY Mellon-Studie „Future 24: 2021 – Faster, smaller, cheaper“ ist die Mehrheit der befragten Finanzanalysten der Meinung, dass die Formel „mehr technologische Innovationen = höhere Effizienz“ ein Sinken der Produkt- und Betriebskosten zur Folge haben wird. Es wird erwartet, dass die Produktivität in den nächsten zwei Jahren durch gesteigerte Innovation und Technologie schneller wird. Die Themen künstliche Intelligenz (KI), Big Data, 5G und Automatisierung werden ihrer Einschätzung nach dominierend sein.

 

Günstige Roboterprogrammierung mit ArtiMinds

Ein Beispiel für eine Technologie, die das Einsatzgebiet von Roboterarmen nachhaltig erweitern wird, ist die Software von ArtiMinds. Das mit zahlreichen Innovationspreisen ausgezeichnete Unternehmen entwickelte eine spezielle Software, mit der sich Industrieroboter vereinfacht und kostensparend programmieren lassen: Menschliche Bewegungen werden elektronisch erfasst und direkt auf die Roboterarme übertragen. Auf diese Weise lernen die Maschinen Bewegungsabläufe ohne aufwendige Programmierung und lassen sich mit intuitiver Bedienung flexibler einsetzen.

 

Zentrifuge aus Papier und Faden

Kostengünstige Produktion muss aber nicht immer mit hochkomplexen Technologien einhergehen. Manu Prakash, Assistenz-Professor an der Universität Stanford, entwickelte aus einfachsten Mitteln eine Zentrifuge, die mit 125.000 Umdrehungen pro Minute bessere Ergebnisse erzielt als teure Profi-Geräte. Die 20-Cent-Zentrifuge erzeugt Beschleunigungswerte von 30.000 g (also dem 30.000-fachen der Erdanziehungskraft), benötigt keinen Strom und kann daher auch gut in armen und abgelegenen Gegenden der Erde eingesetzt werden.

Manu Prakash

Manu Prakash ließ sich von einem Kinderspielzeug, das im deutschen Sprachraum als Knopf-Jo-Jo bekannt ist, inspirieren. (Foto Manu Prakash/Stanford)

 

Mit der Papier-Zentrifuge können Blutproben bearbeitet und in weniger als 2 Minuten Blutplasma von den festen Bestandteilen getrennt werden. Ebenso können Krankheitserreger wie Malaria, Afrikanische Schlafkrankheit, HIV und Tuberkulose separiert werden, um weitere Untersuchungen durchführen zu können.

Schon vor einigen Jahren hatte Prakash übrigens ein Mikroskop aus Papier entwickelt, welches weniger als 5 Dollar kostet und durch seine einfachen Aufbau ebenfalls in Entwicklungsländern gut eingesetzt werden kann.

 

Fazit: Schneller, besser, günstiger: Was Innovation können muss

Schneller, besser, günstiger: Der Druck, Innovationen auf den Markt zu bringen, stellt viele Unternehmen vor Probleme. Studien zeigen, dass insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen kein systematisches Innovationsmanagement in ihrem Unternehmen installiert haben. In Anbetracht der rasanten technologischen Entwicklung ist jedoch die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Innovation für jedes Unternehmen von hoher Relevanz, um langfristig auf dem Markt zu bestehen.

Was ist der Innovationsgrad

Elena KRAFFT

Born in Essen, Germany and raised in Münster, Germany. At LEAD Innovation she works as an Innovation Manager and is therefore responsible for the successful handling of projects.

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