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Wie sich die Lead User:innen Methode weiterentwickelt hat

Viele werden sich fragen, warum wir uns, Lead Innovation, so stark auf die Lead User:innen Methode fokussiert haben. Als wir vor über 16 Jahren das erste Mal der Methode begegneten, waren wir sofort begeistert und überzeugt, dass man damit große Innovationen produzieren kann.

Im folgenden Artikel wollen wir einen Blick hinter die Kulissen werfen, wie wir die Lead User:innen Methode für uns entdeckt haben, was sie so besonders macht und wie wir sie ständig weiterentwickelt und somit innoviert haben. Und wir blicken zurück, welche Erfolge die Lead User:innen Methode verzeichnen konnte. 

Der Ursprung der Lead User:innen Methode

Der Begriff Lead User:in und die Lead User:innen Methode wurden 1986 von Eric von Hippel, Professor an der MIT Sloan School of Management, entwickelt. Im Gegensatz zu traditionellen Formen der Marktforschung zeichnet sich die Lead User:innen Methode im Kontext von Open Innovation durch viele Vorteile und höhere Potentiale aus:

  • Man bindet Lead User:innen ein, die trendführende und fortgeschrittene Kund:innen sind, deren Bedürfnisse den Anforderungen des Massenmarkts vorauseilen. Sie haben ein hohes Interesse an neuen Innovationen und damit eine hohe Bereitschaft mitzuwirken. Dazu bringen sie selbst eine hohe Lösungsfähigkeit mit.
  • Man arbeitet nicht nur mit Kund:innen aus dem Zielmarkt, sondern auch aus analogen Bereichen, die ähnliche Probleme, Geschäftsmodelle oder Technologien haben.
  • Es geht bei den Workshops mit den Lead User:innen nicht nur um die Erhebung der Bedürfnisse, sondern es werden auch gemeinsam Lösungen entwickelt.
  • Ziel sind vor allem radikale, bahnbrechende Innovationen.

Lead User Methode Download

Start der Lead User:innen Methode von Österreich aus

Ich habe die Lead User Methode während meiner Zeit als Studienassistent am Institut für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien entdeckt. Damals arbeitete ich an einem Projekt der OMV mit, wo mir das Potential der Methode sofort klar wurde. Auf der Universität liefen die Projekte sehr holprig ab. Darum habe ich gemeinsam mit zwei Kollegen beschlossen, die Lead User:innen Methode professionell für die Industrie anzubieten. Am 13. Dezember 2003 öffneten wir die Pforten des Unternehmens "Lead User Network", heute bekannt als Lead Innovation.

Wir haben die Methode weiterentwickelt und so ein praxistaugliches Konzept für die Abwicklung eines Lead User:innen Projektes geschaffen. Unsere Vision war, mit der Methode einen nachhaltigen Innovationserfolg sicherzustellen. Auf der Universität mussten wir leider die Erfahrung machen, dass die Student:innen das Projekt nur zugunsten einer positiven Note halbherzig abgewickelt haben. Man wollte dem zahlenden Kunden der Universität etwas liefern, aber man hatte leider nicht den Innovationserfolg im Blick.

Weiterentwicklung der Lead User:innen Methode durch Einbindung von Lead User:innen aus analogen Bereichen

Unsere ersten Erfahrungen haben sofort gezeigt, dass die gleichzeitige Einbindung von Lead User:innen aus dem Zielmarkt und Lead User:innen aus analogen Bereichen einen Mehrwert liefern. Das bedeutet, es werden fortschrittliche und innovative Anwender:innen aus Feldern eingebunden, die ähnliche Problemstellungen, Technologien, Märkte oder Geschäftsmodelle haben. Eine bekannte Erfindung, die aus der Analogie der Flugzeugindustrie stammt, ist das Antiblockiersystem – kurz ABS – genannt. Bevor es in einem Auto verbaut wurde, war es bereits einige Jahre früher schon in einem Flugzeug zu finden.

Im Laufe der Zeit haben wir ein umfangreiches Netzwerk und eine Datenbank mit möglichen Lead User:innen entwickelt, auf die wir bei den Projekten zugreifen können. So können wir ein sehr breites Spektrum von Innovations- und Lösungskompetenzen abdecken.

Die Einbindung von Lead User:innen aus analogen Bereichen hat einen hohen Mehrwert, weil dadurch der Lösungsraum erweitert wird und die Teilnehmer:innen ein hohes Lösungspotential mitbringen. Wichtig ist dabei, dass die Kombination aus Lead User:innen aus Zielmärkten und analogen Bereichen paritätisch ist, damit nicht eine Personengruppe zu dominant wird. Dadurch soll die Balance zwischen Fokus auf den Zielmarkt und Innovativität gehalten werden.

Erweiterung der Lead User:innen Methode um strategische Elemente

Das vorgeschaltete Projektformat der Roadmap war ein wichtiger Fortschritt für die Lead User:innen Methode. Im ersten Schritt erfolgt eine Trendanalyse, welche hilft, die richtigen Suchfelder zu identifizieren und zu priorisieren. Die intensive Auseinandersetzung und Verknüpfung mit der strategischen Planung am Projektstart und das Ableiten von Suchfeldern aus dem Zeitstrahl steigert die Projektqualität signifikant durch eine klare Orientierung und Ausrichtung. Zusätzlich werden dabei schon erste große, zukunftsträchtige Potentiale aufgedeckt, die vielleicht sonst nicht erkannt worden wären.

Steigerung der Qualität der Lead User:innen Methode durch konsequente Einengung des Suchfelds

Unsere Erfahrung aus knapp 250 Projekten hat uns gezeigt, dass die konsequente Einengung des Suchfelds im Verlauf des Projektes wesentlich für den Projekterfolg ist. Das ist der gewachsenen Mentalität im quantitativen Innovationsmanagement völlig entgegengesetzt, wo man den Trichter kontinuierlich füllen möchte und so offen für möglichst viele Ideen ist.

Doch das widerspricht der strategischen Herangehensweise, die sich auf die wichtigen Ziele fokussiert und somit den Ideenraum einschränkt. Das heißt aber nicht, dass man nicht links und rechts sieht, um neue Chancen außerhalb des Zielbereichs entdecken zu können. Doch im Innovationsprojekt beschäftigen wir uns intensiv mit der Eingrenzung der Herausforderung bzw. des Problems.

Sommer 2016

Beim Besuch am Innovation Lab des MITs im Sommer 2016 hatten wir die Gelegenheit, uns mit Innovationsmanager:innen der NASA auszutauschen. Sie widmen 90 % der Zeit im Innovationsmanagement der Problemeingrenzung und sichert damit den strategischen Fokus, um die möglichst größten Hebel zu identifizieren. Das hat uns ebenfalls darin bestätigt, dass die Eingrenzung und exakte Definition der Suchfelder die Erfolgsquote steigert. Statt „so viel wie möglich“ setzen wir auf „so gut wie möglich“.

Langfristige Innovationspartnerschaft

Eric von Hippel beobachtete, dass viele Unternehmen die Lead User:innen Methode als einmaliges Projekt durchführen. Das war auch unsere Erfahrung bei Projekten auf der Universität mit Student:innen. Denn die Wissenschaft hat kein Interesse an einem wiederholtem Einsatz und einer Institutionalisierung der Lead User:innen Methode als Standardwerkzeug. Das finden wir sehr schade.

Doch bei uns zählt die langfristige, treue und exklusive Innovationspartnerschaft mit den Lead User:innen und vor allem mit den Unternehmen, und das mit einem gemeinsamen Ziel: Innovation.

Erfolge durch die Lead User:innen Methode

In den letzten 15 Jahren haben wir knapp 250 Projekte in 13 Ländern durchgeführt. Unsere Erfahrungen und Lerneffekte, die in die konsequente Weiterentwicklung der Lead User:innen Methode eingeflossen sind, hat auch die Erfolgsrate im Vergleich zu den frühen Tagen stark verbessert. Bei 15 Projekten können wir mittlerweile 14 Patente verzeichnen. Das demonstriert uns auch den hohen Innovationsgrad der Lead User:innen Methode. Man entwickelt damit neue Produkte,

  • die sich durch eine hohe Kund:innenorientierung auszeichnen,
  • die zukünftige Trends und Bedürfnisse ansprechen und
  • die auch technologisch eine Neuheit sind.

Fazit – wie sich die Lead User:innen Methode weiterentwickelt hat

Auch wenn ein Lead User:innen Projekt einen höheren Aufwand bedeutet, hat uns die Praxis gezeigt, dass sich die Investition auf jeden Fall lohnt. Wir leben das Credo der Innovation auch bei der Lead User:innen Methode. Auf Basis unserer langjährigen Erfahrung haben wir sie ständig weiterentwickelt und an die Anforderungen der Anwender:innen angepasst. Und so trauen wir uns zu sagen, dass durch die konsequente Vorgehensweise, die strategische Ausrichtung und die intensive Einbindung von Lead User:innen der Innovationserfolg garantiert ist.

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Michael Putz

Geboren im Salzkammergut. Nach Tätigkeiten bei Shell und Porsche konzentrierte er sich als Studienassistent am Department für Innovation an der Wirtschaftsuniversität Wien auf Innovationsmanagement. Im Jahr 2003 gründete er Lead Innovation und leitet das Unternehmen als Managing Partner. Vorträge am MIT, vor Unternehmen wie Google oder der NASA.
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