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Erfolgreiche Innovationsprojekte, mit Methode zu mehr Innovationskraft

Das 3x3 der Innovationsmethoden: 3 Perspektiven, 3 Vorlagen und 3 Tipps

Die Wahl der richtigen Innovationsmethode ist keine banale Sache. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die gängigen Innovationsmethoden und liefert Tipps für mehr Erfolg im Innovationsprojekt.  

Inhaltsübersicht

Je nach Problemstellung kann eine andere Innovationsmethode zu einer guten Lösung führen. Vom Projektziel bis hin zur Unternehmenskultur, alle möglichen Faktoren haben Einfluss darauf, welches Vorgehen erfolgreich ist. In Innovationsprojekten ist deshalb die Wahl der richtigen Methode extrem wichtig. Dabei spielen der spezifische Kontext und Faktoren wie die Dynamik der Branche, Präferenzen des Marktes und verfügbare Ressourcen eine entscheidende Rolle. 

Definition: Innovationsmethode
Eine Methode ist ein systematisches Verfahren, das uns dabei unterstützt, Handlungsoptionen zu entwickeln, Entscheidungen zu treffen und komplexe Aufgaben zu bewältigen. Ohne eine klare Methodik sind Entscheidungen oft von Willkür und Zufall beeinflusst, was zu ineffektiven Ergebnissen führen kann. Wendet man zudem eine Methode falsch an, wird das Ergebnis ein unzureichendes Zufallsprodukt sein.

In Fachkreisen wird es immer gerne diskutiert: Wie wählt man die Methode, mit dem bestmöglichen Output? 
In diese Frage knüpfen wir hier an. Eingangs stelle ich drei Thesen vor, anschließend sehen wir uns drei Beispiele aus verschiedenen Branchen an und abschließend gibt es noch Tipps für Innovation Manager:innen.

Drei inspirierende Perspektiven auf Innovationsmethoden

Jemand der sich viel mit dem Thema Innovationsmethoden beschäftigt hat – speziell im Zusammenhang mit der VUCA-Welt – ist Kurt Gaubinger. In seinem Buch „Hybrides Innovationsmanagement für den Mittelstand in einer VUCA-Welt 
“ finden sich gute Gedanken dazu. Abgeleitet davon hier drei Thesen zum Umgang mit Innovationsmethoden:

  1. Ein Mangel an Methodenkompetenz hat Konsequenzen für die Innovationsleistung.
    Werden die falschen Innovationsmethoden angewendet, schwächt das den Outcome des Innovationsprozesses. Es kann beispielsweise die Time-to-Market verzögern, da Entscheidungen länger dauern oder Prozessschritte möglicherweise wiederholt werden müssen. Eine klare Methodik hilft bei der Identifizierung von Engpässen und ineffizienten Prozessen, was zu einer verbesserten Produktivität und Rentabilität führt.
  2. Innovationsmethoden sind eng verbunden mit der Innovationsstrategie.
    Methodenkompetenz ist auch entscheidend, um im strategischen Bereich effektiv zu sein. Eine klare Methodik hilft bei der Entwicklung von Strategien, die auf fundierten Analysen und Prognosen basieren. Ohne diese Kompetenz kann es schwierig sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen und das Unternehmen auf Kurs zu halten.
    Methodenkompetenz in Sachen Innovation ist somit auch ein Thema von Führungskräften. Fehlt diese Kompetenz, kommt es zu ineffektiven Entscheidungen und strategischer Unsicherheit.
  3. Intuition und systematisches Vorgehen, beide sind bei Innovation gefragt.
    Intuition (und damit einhergehend implizites Wissen) spielt bei Managemententscheidungen eine wichtige Rolle, doch gerade in einem so komplexen Umfeld wie dem der Innovation kann man nicht alles aus dem Bauch heraus entscheiden. Wer also etwas bewegen will, sollte sich im Innovationsmanagement ein Set an Innovationsmethoden aufbauen und sich nicht allein auf sein Bauchgefühl verlassen.

Drei Beispiele für die Wahl der passenden Methoden in Innovationsprojekten

Die Methodenwahl muss auf die spezifischen Anforderungen des Unternehmens abgestimmt sein. Drei Beispiele dafür, wie das in der Praxis aussehen kann:

Beispiel 1: Innovationsstrategie und Open Innovation im Energiesektor

In diesem fiktiven Beispiel im Bereich Energieversorger steht ein Unternehmen – nennen wir es "EcoPower Solutions" – vor der Herausforderung, sich in einem zunehmend wettbewerbsorientierten Marktumfeld zu behaupten und gleichzeitig den steigenden Umweltanforderungen gerecht zu werden. Um eine effektive Innovationsstrategie zu entwickeln und entsprechende Initiativen anzustoßen, könnten die Innovationsverantwortlichen in den verschiedenen Phasen folgende Methoden anwenden:

Open Innovation im Energiesektor. Die Wahl der passenden Innovationsmethode.

Beispiel 2: Servicedesign und Medizintechnik

Angenommen, ein Unternehmen aus der Medizintechnik beabsichtigt, eine Serviceinnovation einzuführen, um das Erlebnis der Nutzer:innen zu verbessern. 
Nennen wir das Unternehmen "MediLife Solutions". Das Unternehmen steht vor der Herausforderung, eine Serviceinnovation zu entwickeln, die den Bedürfnissen von medizinischem Fachpersonal in Notfalleinsätzen gerecht wird. Um diese Aufgabe anzugehen, könnte MediLife Solutions aufbauend auf der Lead User:innen Methode folgendermaßen vorgehen.

Servicedesign und Medizintechnik: Die Wahl der richtigen Innovationsmethode.

Beispiel 3: New Business Development im Bankensektor

Ein fiktives Beispiel aus dem Banking-Bereich: Ein etabliertes Bankunternehmen will ein New Business Development-Projekt vorantreiben. Nennen wir das Innovationsprojekt "BankXperience". Die Herausforderung besteht darin, die Kernkompetenzen außerhalb des Bankings aufzubauen. 

New Business Development im Bankensektor: Die Wahl der richtigen Innovationsmethode.

Drei Tipps für mehr Umsetzungskraft durch Methodenkompetenz

Aus meiner persönlichen Erfahrung, hier noch drei Tipps im Zusammenhang mit Methodenkompetenz im Innovationsmanagement:

  1. Jedes Innovationsteam muss sich ein Methodenportfolio aufbauen.
    Innovationsteams müssen ein Methodenportfolio aufbauen. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Methoden und Werkzeugen, die bei unterschiedliche Anwendungsfällen bei der Zielerreichung helfen. Dazu gehören z.B. Ideenfindungstechniken, Marktforschungsmethoden oder Projektmanagement-Tools. Mit dem richtigen Mix aus Methoden können Innovationsteams die Projekterfolge steigern.
  2. Anreize setzen und alle involvieren. 
    Es ist wichtig, dass die Leistungsziele einer jeden Mitarbeiterin und eines jeden Mitarbeiters mit Innovationen verknüpft sind. Zudem sollte es jedem offenstehen an Ideenwettbewerben und Innovationsvorhaben teilzunehmen, so stärkt man die Innovationskultur und erhält ein breites Spektrum an Ideen.
  3. Methodenwahl kritisch hinterfragen. 
    Führungskräfte sollten in ihren Innovationsteams kritische Fragen hinsichtlich der geeigneten Innovationsmethoden stellen, um sicherzustellen, dass der gewählte Ansatz effektiv und zielführend ist. Eine der ersten Fragen vor der Methodenwahl, sollte sein: „Ist das Innovationsvorhaben technologie- oder marktgetrieben?“

Fazit

Mit dem Einsatz von Innovationsmethoden geht es im strategischen und operativen Innovationsmanagement ans Eingemachte. Damit Innovationsvorhaben erfolgreich sind, braucht es methodenzentriertes Vorgehen. Was nicht der Fall sein sollte, dass die Wahl der Methode von der Qualifikation des Projektteams abhängig ist oder davon, welche Methode gerade im Trend liegt.

Unterschiedliche Projekte, Branchen und Organisationskulturen erfordern unterschiedliche Ansätze. Die Wahl der richtigen Innovationsmethode hilft Innovationsteams und Führungskräften:

  1. die Abstimmung zu gewährleisten,
  2. die Effizienz zu maximieren,
  3. die Kreativität zu fördern,
  4. das Risiko zu beherrschen,
  5. und die kontinuierliche Verbesserung voranzutreiben.

Das richtige Vorgehen legt den Grundstein für erfolgreiche Innovationsprojekte und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die gewünschten Ergebnisse erzielt werden. Führungskräfte können verschiedene Maßnahmen (z. B. Schulungen) setzen, um sicherzustellen, dass Innovationsmethoden effektiv umgesetzt werden.

 

Quellen: 
Kurt Gaubinger (2021): Hybrides Innovationsmanagement für den Mittelstand in einer VUCA-Welt, Springer.

 



Tanja Eschberger-Friedl

Tanja begleitet Sie mit ihrer klaren und fokussierten Arbeitsweise im strategischen Innovationsmanagement und bei der erfolgreichen Entwicklung von Produkt-, Prozess- und Marktinnovationen. Tanja richtet den Blick stets auf das Wesentliche. Ihr Anspruch: ganzheitliche Lösungen. Dabei bringt sie ihr Fachwissen als Scrum Master und Agile Coach ein.

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