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Best Practice: Wie das Florida Hospital in nur 4 Jahren mehr als 500 Innovationsprojekte umgesetzt hat

In Zeiten sich schnell wandelnder Geschäftsmodelle und neuer Technologien gerät die traditionelle Gesundheitsbranche immer mehr unter Druck. Innovative Ideen effektiv und nachhaltig zu generieren und zu managen, wird daher auch im medizinischen Umfeld immer wichtiger. Wie das Florida Hospital diese Herausforderung gemeistert hat, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

Was macht Florida Hospital Innovation Lab einzigartig?

Das Florida Hospital ist ein gemeinnütziger Krankenhausverbund mit 30 Standorten in ganz Florida. Um mit der Digitalisierung im medizinischen Umfeld Schritt zu halten, wurde im Jahr 2012 von Dr. Karen Tilstra das Florida Hospital Innovation Lab (FHIL) ins Leben gerufen. Die neu geschaffene Innovationsabteilung wurde direkt im Florida Hospital Orlando untergebracht.

Das Besondere: Das FHIL steht nicht nur einigen wenigen Mitarbeiter:innen zur Verfügung, sondern allen Gesundheitsfachkräften des Florida Hospital. Die Mitarbeiter:innen des Florida Hospital wurden von ihren Führungskräften eingeladen, mit ihren Problemen, Anliegen und Ideen ins FHIL zu kommen und dort gemeinsam mit dem professionell ausgebildeten FHIL-Team neue Lösungen zu entwickeln. Auch Teams externer HealthCare-Unternehmen nutzen inzwischen das FHIL, um innovative Produkte und Services zu entwickeln.

Design Thinking als bevorzugte Methode des FHIL

„We help people become awesome problem solvers“ – so lautet das Motto des FHIL. Als kostenlose Ressource für alle Mitarbeiter:innen des Florida Hospital passen FHIL-Moderator:innen jedes Projekt an die spezifischen Bedürfnisse des Teams an und führen durch den Innovationsprozess. Dabei kommt vor allem die Design Thinking Methode zum Einsatz, die sich sehr stark am Nutzer und Kund:innen orientiert. Sie eignet sich insbesondere für die Entwicklung von kreativen und innovativen Lösungen für komplexe Probleme, die technisch machbar und wirtschaftlich tragfähig sind.

 

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Die Methode kann auf jedes Projekt angewandt werden. Unternehmen, die Design Thinking einsetzen, berichten zudem von einem höheren Engagement der Mitarbeiter:innen, einer verbesserten Kommunikation zwischen Mitarbeiter:innen und Führungskräften sowie zufriedeneren Kund:innen.

Der FHIL-Design Thinking Prozess besteht aus fünf Phasen: 

  1. Empathie (Probleme der Patient:innen/Anwender:innen verstehen und erforschen)
  2. Reframing (Synthese der gewonnenen Informationen durch Interpretation, Analyse und Verdichtung, Überführung in Erkenntnisse)
  3. Brainstorming (Ideenfindung)
  4. Prototyping (Prototypen entwickeln)
  5. Testing (Testen und daraus lernen)

Design Thinking bedeutet also, dass man unter Einbeziehung von Kund:innen deren Probleme versteht, Prototypen erarbeitet, mit Enduser:innen testet und daraus lernt. Eine Idee wird in sich wiederholenden Schleifen solange verfeinert bis ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt wird (iterativer Prozess).

Mehr als 500 Projekte durch Etablierung des FHIL

Insgesamt 516 Projekt wurden seit Eröffnung des FHIL unter Beteiligung von mehr als 300 Ärzt:innen, 1.200 Pflegefachkräften und 400 Verwaltungsmitarbeiter:innen sowie 40 Partnerfirmen umgesetzt, 27 Projekte sind aktuell im Laufen und drei innovative Produkte wurden bereits erfolgreich auf dem Markt platziert.

Die Etablierung einer nachhaltigen Innovationskultur bewirkte zahlreiche Veränderungen, die sowohl die Behandlung der Patient:innen als auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter:innen verbesserte. Nachfolgend einige Beispiele:

  • IT-Verwaltungssystem: Das FHIL und das medizinische Team des Florida Hospital haben gemeinsam mit SAP Health eine Anwendung entwickelt, die die Zusammenarbeit zwischen Qualitätsverantwortlichen, Klinikärzt:innen und Patient:innen erleichtert.
  • Reduktion der Behandlungszeiten: Reduktion der „cycle time“ von 63 Tagen auf 41 Tage (Zeit zwischen Aufnahme und Entlassung des bzw. der Patient:in bzw. Beginn und Abschluss der Behandlung)
  • Erhöhung der Mitarbeiter:innenbindung: Erhöhung der „retention rate“ von 46 Prozent auf 75 Prozent.
  • Optimierung der Krankentransporte: 40 Personen aus allen Teilen des Landes erarbeiteten ein neues Transportsystem, das nun z. B. den Transport von 25 Prozent der Patienten ohne Versicherung erlaubt (zuvor: 10 Prozent)
  • Prozessänderung in der Kinderchirurgie: Sobald die Kinder aus dem OP kommen, werden sie von den Eltern begleitet.
  • Prozessverbesserung bei Schlaganfall: Patient:innen können nun 10 Minuten schneller behandelt werden, was den Erhalt von 20 Millionen grauen Zellen bedeutet. Die Lebensqualität der Patient:innen erhöht sich nach dem Schlaganfall dadurch deutlich.
  • Innovative Produktanwendungen: Das Team K-type entwickelte vier innovative medizinische Anwendungen von Kinesio Tapes (Physio Tapes).
  • Ausbildung: Mehr als 1.200 Medizinstudent:innen wurden in der Design Thinking Methode ausgebildet, um komplexe Probleme in ihrem Alltag lösen zu können.
  • Beschwerden: Reduktion der Beschwerderate von durchschnittlich 37 Beschwerden pro Monat auf null.

Fazit: Innovationspotenzial von Mitarbeiter:innen nutzen

Mitarbeiter:innen sind für die Ideengenerierung die wichtigste Ressource, um nachhaltige Innovationen zu schaffen. Das FHIL zeigt sehr eindrucksvoll das enorme Innovationspotenzial von Unternehmen, die Mitarbeiter:innen Zeit, Raum und Methoden ermöglichen, um aktiv am Innovationsprozess teilzunehmen. 

 

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Daniel Zapfl

Durch seine umfangreiche Erfahrung im ganzheitlichen Innovationsmanagement bringt Daniel wertvolle Einblicke und Best Practices aus verschiedenen Branchen in Ihr Innovationsvorhaben ein. Disruptiv und mutig fordert er bekannte Denkmuster heraus. Als TRIZ-zertifizierter Sparringspartner begleitet Daniel Sie verlässlich und strukturiert bei der kreativen Lösungsfindung. Kritischer als der kritischste Kunde, hat er stets das „Big Picture“ vor Augen.
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