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10 Prinzipien, die Design Thinking erfolgreich machen

Design Thinking ist ein Problemlösungstool, das wir erfolgreich in Innovationsprozessen nutzen. Es ist eine sehr wirksame Methode, die man für digitale und physische Produkte, Services, Prozesse oder Geschäftsmodelle einsetzen kann. Wichtige Erfolgsfaktoren für Design Thinking Projekte stellen wir Ihnen in diesen Beitrag vor.

 

1. Erforschen Sie intensiv die Nutzer:innen und seine Bedürfnisse

Der erste Schritt im Design Thinking ist es, sich in die Nutzer:innen einzufühlen, um herauszufinden, was das eigentliche Problem ist und welche Bedürfnisse sie haben. In der Praxis wird dieser Phase meist zu wenig Aufmerksamkeit und Zeit geschenkt. Man gibt z.B. einige Interviews bei einem Marktforschungsinstitut in Auftrag und baut darauf den Design Thinking Prozess auf. Im Zuge des Projektes stellt sich dann heraus, dass die Probleme ganz woanders liegen.

 „Wenn ich eine Stunde Zeit hätte, um die Welt zu retten, würde ich 55 Minuten dafür verwenden, das Problem zu definieren und nur 5 Minuten darauf, das Problem zu lösen." (Albert Einstein)

Es ist daher sehr wichtig, den Problemen der Kund:innen wirklich auf den Grund zu gehen. Dazu ist eine ganzheitliche Betrachtung der Kund:innen mit ihren wirklichen Bedürfnissen, Emotionen und Befindlichkeiten erforderlich.

 

Lead Service Design Download

Neben Interviews eignen sich Methoden wie Beobachtungen, Shadowings, "Walk in the Customers Shoes" oder Tagebücher die von Konsument:innen im Auftrag des Unternehmens geführt werden. 

Grafik DT

Grafik: Im Design Thinking wird der wirtschaftliche, technologische und menschliche Aspekt vereint, um ein Problem der Kund:innen zu lösen.

 

2. Stellen Sie ein heterogenes Team zusammen

Stellen Sie ein interdisziplinäres Design Thinking Team aus fünf bis sechs Personen zusammen, um möglichst viele verschiedene Erfahrungsstände an einem Tisch zu bringen. Die Zusammenarbeit zwischen Personen aus verschiedenen Disziplinen ermöglicht, Probleme aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und völlig neue Ideen als Lösungen hervorzubringen. Achten Sie bei der Teamzusammenstellung auch darauf, dass ein gemeinsamer Fokus vorhanden ist und kein Konkurrenzdenken aufkommt.

3. Vermeiden Sie Outsourcing von Prozessphasen

Wenn Sie ein Design Thinking Projekt ernsthaft in einem Unternehmen umsetzen möchten, sollte das interdisziplinäre Team alle Phasen selbst durchführen und nicht einzelne Bereiche an externe Dienstleister auslagern. Bei Design Thinking geht es darum, ein Projekt gemeinsam abzuwickeln. Alle Teammitglieder sind in jeder Phase involviert und übernehmen eine Rolle.

Positionsansprüche im Sinne von „Ich bin Produktmanager, ich mache sicher keine Interviews!“ wären eine grundlegend falsche Herangehensweise. Jedes Teammitglied sollte ein tiefes Understanding der Probleme haben, da letztlich die darauf folgenden Phasen der Ideenfindung und Prototypenentwicklung darauf aufbauen. Dieses Verständnis zu erlangen, ist natürlich einfacher, wenn Teammitglieder alle Phasen selbst umsetzen sowie auch ungewohnte Aufgaben übernehmen, die nicht ihren herkömmlichen Funktionen im Unternehmen entsprechen.

4. Sorgen Sie für einen mobilen Arbeitsplatz und ausreichend Material

Ein kreativer Prozess braucht eine Umgebung, in der Ideen gedeihen und Prototypen entwickelt werden können. In Design Thinking Projekten geht man oft sehr spielerisch an das Thema heran. Es werden beispielsweise Situationen in Form von Storys oder Sketches nachgespielt, die bei Kund:innen bzw. Nutzer:innen gesehen wurden. Das Design Thinking Team benötigt daher einen möglichst flexiblen Arbeitsplatz, der einfach und schnell an die jeweiligen Bedürfnisse der Teammitglieder angepasst werden kann. Flipcharts, Whiteboards und Tische auf Rollen eignen sich am besten, um den Raum so umzugestalten, wie er gerade gebraucht wird. Zusätzlich sollte genug Material zur Verfügung stehen, um Ideen visuell darstellen zu können.

5. Haben Sie Mut zum Scheitern

Fail early and fail often! Design Thinking beruht auf einem iterativen Prozess. Wenn Sie nach dem Feedback ihrer Kund:innen auf Ihren Prototyp wieder von vorne beginnen, sind Sie auf dem richtigen Weg. Sie haben jede Menge Zeit und Geld gespart, weil Sie schon vor Umsetzung der Idee herausgefunden haben, dass sie auf dem Markt scheitern wird. Bei Design Thinking brauchen Sie den Mut, mehrere Schleifen zu durchlaufen. Innovation benötigt Scheitern. Sie lernen aus dem Feedback und verbessern durch Wiederholung. Natürlich kann diese Vorgangsweise in einer Welt, in der Scheitern verpönt ist, durchaus eine Herausforderung darstellen. Dann kommt es darauf an, ob man wirklich den Mut hat, zu scheitern.

HPI School of Design

Quelle: HPI School of Design Thinking

6. Lassen Sie auch verrückte Ideen zu

In den letzten zwei Schritten eines Design Thinking Prozesses geht es darum, Ideen zu generieren und aus diesen Prototypen zu entwickeln, die dann bei Kund:innen getestet werden. In Hinblick auf die Ideengewinnung gilt immer: „The more ideas the better“. Seien Sie experimentell, denken Sie über den Tellerrand hinaus und lassen Sie auch verrückte Ideen zu - alles ist möglich! Lösen Sie sich von herkömmlichen Vorstellungen und sammeln Sie so viele Ideen wie möglich. Darüber hinaus ist es wichtig, zu lernen, wie man eine Idee zugunsten einer besseren Lösung wegwirft – selbst wenn es die eigene Idee ist, die man wegwerfen muss.

7. Beginnen Sie rasch mit der Prototypentwicklung

Design Thinking bedeutet nicht, den ganzen Tag in einem Raum zu sitzen und über bunte Post-its zu diskutieren. Vielmehr geht es um „Denken mit den Händen“ und die möglichst rasche Entwicklung von Prototypen. In der Praxis erleben wir in Unternehmen häufig, dass es in dieser Phase Unterstützung durch eine:n Moderator:in oder Facilitator braucht. Viele Menschen sind es nach vielen Jahren am Schreibtisch einfach nicht mehr gewohnt, etwas mit ihren Händen zu gestalten. Anfänglich muss diese Hemmschwelle oft erst überwunden werden, damit die Teammitglieder ins Tun kommen.

8. Verlieben Sie sich nicht in Ihren ersten Prototyp

Menschen verlieben sich sehr gerne in ihren ersten Prototyp – vor allem dann, wenn sie schon lange nichts mehr mit ihren Händen geschaffen haben. Der erste Prototyp ist aber in der Regel nicht die beste Lösung. Daher auch die bekannte Aussage „Burn your prototype – the first is never the best!“. Um schnell voranzukommen und sich Schritt für Schritt an die beste Lösung anzunähern, ist es zudem wichtig, den Mut zu haben, sich von lieb gewonnenen Prototypen zu verabschieden („Kill your darlings“).

9. Stellen Sie die Funktion des Prototyps in den Vordergrund, nicht das Design

Wenn man einen Prototyp testen lässt, der schön anzusehen ist, besteht die Gefahr, dass der Test-User das Design bewertet und nicht die Funktionalität. In Design Thinking Projekten geht es bei Prototypen daher zunächst darum, die wichtigsten Funktionen zu bauen – ohne auf das Design zu achten. Das kann z.B. eine einfache visuelle Hilfe sein, die das Produkt so verkörpert, wie Endanwender:innen es erleben werden.

10. Agieren Sie ergebnisoffen

Ergebnisoffenheit für die beste Lösung ist ein wichtiges Prinzip im Design Thinking. Damit ist gemeint, dass das Ergebnis vielleicht nicht den vorhandenen Vorstellungen entspricht. Ein Unternehmen möchte beispielsweise ein digitales Produkt entwickeln, weil die Marktforschung sagt, dass Kund:innen digitale Produkte bevorzugen. Findet man im Prozess dann aber heraus, dass sich das Problem der Kund:innen viel besser auf nicht-digitalem Wege lösen lässt, dann ist das eine wichtige Erkenntnis, die Geld und Frustration spart.

Fazit: Design Thinking stellt die Kund:innenbedürfnisse in den Mittelpunkt

Viele Innovationen scheitern am Markt, weil sie den Kund:innen keinen Mehrwert bringen. Um das zu vermeiden, verlagert Design Thinking den Fokus von einer rein technischen Lösung auf eine menschliche Lösung: Design Thinking ist ein Innovationsansatz, der die Kund:innenbedürfnisse in den Mittelpunkt stellt und sich über iterative Feedbackschleifen schrittweise an die beste Lösung annähert. Damit lassen sich sowohl Nutzer:innenbedürfnisse ermitteln, innovative Ideen beurteilen oder Lösungsansätze für komplexe interdisziplinäre Probleme finden. 

 „Design Thinking ist eine Methode, um die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen auf technologisch machbare und strategisch sinnvolle Weise zu erfüllen.“ 

Tim Brown

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Tanja Eschberger-Friedl

Tanja begleitet Sie mit ihrer klaren und fokussierten Arbeitsweise im strategischen Innovationsmanagement und bei der erfolgreichen Entwicklung von Produkt-, Prozess- und Marktinnovationen. Tanja richtet den Blick stets auf das Wesentliche. Ihr Anspruch: ganzheitliche Lösungen. Dabei bringt sie ihr Fachwissen als Scrum Master und Agile Coach ein.
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