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LEAD Innovation Blog

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Warum Verpackungen helfen, CO2-Ausstoß und Food Waste zu verringern

 

Verpackungen haben ein schlechtes Image. Besonders dann, wenn sie aus Kunststoff sind. Dabei können sie sogar entscheidend mithelfen, den Berg an weggeworfenen Lebensmitteln zu reduzieren. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, warum Food Waste den Klimawandel beschleunigt, und warum Verpackungen ein Teil der Lösung sein können.

Etwa ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel landet im Müll statt in unseren Mägen. Wie die Welternährungsorganisation FAO vorrechnet, sind das weltweit etwa 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr. Auch wir Österreicher sind beim Wegwerfen von Genießbarem recht fleißig: Pro Jahr befördern wir 157.000 Tonnen Essen in den Abfall. Die privaten Haushalte sind für 42 Prozent dieser Menge verantwortlich. 39 Prozent gehen beim Produzenten selbst verloren, die Gastronomie befördert 14 Prozent davon in den Abfall und fünf Prozent wirft der Einzelhandel weg.

 

Abfälle würden Ernährung der Zukunft sichern

Während sich viele von uns fragen, wie wir die knapp 10 Milliarden Menschen versorgen können, die die Erde im Jahr 2050 bevölkern werden, verrottet die Lösung auf den Müllhalden dieser Welt. Denn die über 2,5 Milliarden Menschen, die in 33 Jahren mehr auf dem Planeten leben, als dies heute der Fall ist, könnte man locker verpflegen, würde wir nicht so viel Essbares einfach wegwerfen. Interessantes Detail: Die von der FAO erhobenen Food-Waste-Zahlen können die Menge von ungenützten Lebensmitteln gar nicht komplett erfassen. So lässt es sich etwa schwer abschätzen, wenn ein Landwirt gar nicht aberntet, weil sich das ob des niedrigen Marktpreises für die   betreffende Feldfrucht gar nicht lohnen würde.

 

Weggeworfene Mahlzeiten belasten das Klima

Essen einfach wegzuwerfen ist nicht nur moralisch bedenklich. Es verursacht auch einen Teufelskreis, der den Klimawandel befeuert. Denn Nahrungsmittel herzustellen, verursacht CO2. Und das Verrotten ebenfalls. Wäre Food Waste ein Land, dann wäre es nach den USA und China der drittgrößte Klimasünder der Erde.

Trendsammlung Verpackung

 

Ökologischer Fußabdruck von Verpackungen ist vergleichsweise gering

Diese und viele weitere Fakten sprechen dafür, das Problem Food Waste endlich in den Griff zu bekommen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die richtige Verpackung. "Mit vermehrter und optimierter Verpackung ließe sich die Nahrungsmittelproduktion effizienter gestalten und der CO2-Ausstoß erheblich reduzieren“, meinte etwa Manfred Tacker, Studiengangsleiter Verpackungstechnologie, beim Österreichischer Verpackungstag 2016. Und Thomas Reiner vom Deutschen Verpackungsinstitut DVI pflichtet bei: „Die ökonomischen und ökologischen Kosten der Verpackung liegen deutlich unter den Kosten der verpackten Lebensmittel. So stammen etwa bei Lebensmitteln 90 Prozent der ökologischen Belastung vom Lebensmittel, und nur 10 Prozent von der Verpackung.“

 

Verpackungen bieten Lebensmittel vielfachen Nutzen

Auch wenn mehr Verpackungen zunächst den CO2-Ausstoß erhöhen, so ist unterm Strich der Nutzen durch Verringerung des Lebensmittelabfalls meist größer. Und Verpackungen reduzieren den Food Waste allemal. Denn Verpackungen:

  • verhindern Nahrungsmittelverderbnis
  • sorgen für Qualität und Sicherheit entlang der Versorgungskette und auch Zuhause
  • informieren Verbraucher über das Benutzen und Lagern des Lebensmittels
  • portionieren Lebensmittel in Größen, die den Lebenswelten der Verbraucher entsprechen
  • erleichtern dem Konsument den Verzehr von gekauftem Essen erheblich

 

Ein simples Beispiel zeigt recht gut, wo Verpackungen die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern und dabei unterm Strich die Abfallmenge senken: Wird Fleisch in eine Darefresh-Verpackung eingeschweißt, verlängert sich die Haltbarkeit von 6 auf 16 Tage, und die Abfallmenge sinkt um 16 Prozent.

 

Innovationen reduzieren Ressourceneinsatz

Innovationen sorgen zudem dafür, dass Verpackungen selbst immer weniger Ressourcen benötigen: Für die Herstellung von Behälterglas ist heute nur noch 40 Prozent der Energie notwendig, die man dafür in den 60er Jahren benötigte. Aus der gleichen Menge Holz produziert die Verpackungsindustrie heute bis zu 80 Prozent mehr Karton als noch vor 30 Jahren. Und das Gewicht einer PET-Flasche hat sich in den letzten Jahrzehnten um mehr als die Hälfte verringert.

 

Verpackungen interagieren mit Inhalt und Konsumenten

Verpackungen werden aber nicht nur immer leichter, sondern auch besser, ja bisweilen sogar intelligent. Diese treten dann in Interaktion mit dem verpackten Gut oder auch dem Konsumenten. Ein Beispiel dafür ist die so genannte Temperatursummen-Anzeige (TTI). Ein Farbwechsel am Etikett zeigt dem Konsumenten, ob er das Lebensmittel noch essen kann, oder nicht. Die Farbe verändert sich aufgrund biologischer, chemischer oder elektrochemischer Reaktionen. Bizerba Busch hat gemeinsam mit CIBA (jetzt BASF) eine solche Etikette entwickelt.

 

Haltbarkeitsdatum füllt Mülleimer 

Gerade die Information, ob ein Lebensmittel tatsächlich noch genießbar ist oder eben nicht, würde die Food Waste reduzieren. Denn das bei vielen Lebensmitteln verpflichtend anzugebende Mindesthaltbarkeitsdatum (MDH) ist für sehr viel Lebensmittelabfall verantwortlich. Viele Konsumenten werfen Lebensmittel weg, wenn dieses überschritten ist. Das MHD ist allerdings bloß die Garantie des Herstellers, dass bis zum angegebenen Zeitpunkt, in Verbindung mit der angegebenen Lagertemperatur, das Lebensmittel die vom Hersteller bestimmte Qualität und den mikrobiologischen Zustand behält. Genießbar wären viele Lebensmittel noch viel länger.

Dank innovativer Verpackung lässt sich selbst die Haltbarkeit einer Frucht verlängern, die die Natur selbst mit einer perfekten Verpackung ausgestattet hat: Die Banane. Folienverpackungen mit Ethylenabsorbern unterbinden aber das schnelle Reifen der Frucht und machen Bananen so länger haltbar.

 

Nicht überall ist Verpackung notwendig

Andererseits dient gerade beim Obst die Verpackung oft nur dazu, um das Produkt mit Informationen, wie etwa „Bio“ oder dem Markennamen zu versehen. Ein Handelsunternehmen hat nun eine Methode entwickelt, diese Informationen direkt auf die Früchte aufzubringen. Verpackung wird dadurch überflüssig. Und möglicherweise reduziert die Lösung auch Food Waste. Denn der Kunde kann das Obst pro Stück kaufen und die Menge perfekt an seine Bedürfnisse anpassen. Falsch dimensionierte Verpackungen führen ja bekanntlich auch zum Wegwerfen von Lebensmitteln. Einfach deshalb, weil der Konsument die gekaufte Menge gar nicht vertilgen kann.

 

Bedarf an Verpackungen wächst ungebrochen weiter 

Das Klima durch einen kompletten Verzicht auf Verpackung retten zu wollen, erscheint auf den ersten Blick als lobenswertes Ziel. Leider bewirkt es aber gerade bei Lebensmitteln bisweilen das Gegenteil. Verpackungen können dabei helfen, Food Waste einzudämmen und damit auch den CO2-Ausstoß insgesamt verringern. Doch bei aller Hebelwirkung muss auch ihre Produktion nachhaltiger werden. Denn verpackungsfreier Supermarkt hin oder her: die Menge an Verpackungen wird sicherlich nicht sinken. Im Gegenteil: Die Studie ‚The Future of Global Packaging to 2020‘ geht von einem durchschnittlichen Jahreswachstum in der weltweiten Verpackungsindustrie von 3,5 Prozent aus. Warum? Dafür gibt es viele Gründe. Einer davon ist sicherlich, dass wir alle miteinander immer weniger Zeit zum Essen haben und Convenience auch hierzulande ein ungebrochener Megatrend ist. Von einer Slow-Food-Bewegung, die möglichst alle Lebensmittel direkt von Erzeuger aus ihrem direkten Umfeld einkauft, sind wir meilenweit entfernt.

 

Fazit: Warum Verpackungen helfen, CO2-Ausstoß und Food Waste zu verringern

Es ist schon erstaunlich, welche Mengen wir selbst an Verpackungsmüll produzieren. Die Formel: weniger Verpackung entlastet die Umwelt - stimmt allerdings bestenfalls zum Teil. Gerade bei Lebensmitteln helfen nützliche und intelligente Verpackungslösungen, das Produkt selbst zu verbessern. Dies wiederum bewirkt, dass weniger Essbares auf dem Müll landet und die Umweltbelastung durch Food Waste insgesamt sinkt.

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Angela HENGSBERGER

Born and raised in Vienna. Since 2012 she has been in charge of Business Development at LEAD Innovation with the functions marketing, sales and communication.

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