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LEAD Innovation Blog

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Datum: 13-Sep-2018

Ventures: Wie Unternehmen den Fuzzy Front-End mit Ideen befüllen

 

Immer mehr Unternehmen gründen Ventures, um ihr Fuzzy Front-End mit innovativen Ideen zu befüllen. Ziel ist es, mit eigenen Innovationseinheiten am „Puls der Zeit“ zu sein, neue Geschäftsfelder zu erschließen und schnell auf disruptive Innovationen zu reagieren. Die einzelnen Betreiligungsprogramme unterscheiden sich allerdings zunehmend in Art und Ausgestaltung. Inkubatoren und Acceleratoren stellen einen neueren Investorentyp dar, der den Venture-Capital-Markt aktuell sehr stark prägt.

 

Accelaratoren, Inkubatoren und Corporate Venturing

Insbesondere große Unternehmen oder Konzerne unterstützten Startups in ihrer Frühphase, um die eigene Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Derzeit lassen sich vor allem drei Strömungen im B2B-Venture Capital Markt erkennen:

  • Acceleratoren sind „Startup-Beschleuniger“, die jungen Unternehmen durch gezielte Förderung in kurzer Zeit zu einer schnelleren Entwicklung verhelfen. Vor allem für Startups, deren Geschäftsidee schon einigermaßen erkennbare Formen angenommen hat, ist diese Finanzierungsform interessant. Ein Accelerator bietet neben einer Anschubfinanzierung, gezieltes Coaching, Infrastruktur, temporäre Arbeitsplätze sowie PR- und Marketing-Unterstützung. Im Gegenzug erhalten Accelaratoren meist Unternehmensanteile.
  • Inkubatoren unterstützen Startups dabei, neue Ideen zu schaffen und das Geschäftsmodell auszugestalten Dabei bieten sie neben wirtschaftlichem und technologischem Knowhow zusätzlich Büroräume und technische Infrastrukturen. Oft stellen sie auch Gründerteams zusammen und übernehmen die strategische Ausrichtung der Start-ups mit entsprechendem Marketing. In der Regel ist die Beziehung zwischen Gründer und Inkubator jedoch deutlich enger als bei einem Accelerator: Die Aufnahme in das Programm ist an strengere Kriterien geknüpft und die Gründer erhalten höhere Finanzierungen. Dafür müssen sie aber oftmals auch höhere Anteile und gewisse Einflussmöglichkeiten an die Inkubatoren abgeben.
  • Corporate Venturing ist die klassische Beteiligungsfinanzierung, bei der Unternehmen Risikokapital für Startups zur Verfügung stellen und im Gegenzug eine Beteiligung erhalten. Der Venture Capital Investor geht hier ein hohes Risiko ein und erwartet daher schnelles Wachstum und eine entsprechende Wertsteigerung des Startups.

 

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige interessante Ventures vor, die sich am dynamischen Wachstum vielversprechender Startups beteiligen und auf diese Weise erfolgreiche Front-End Innovationen entwickeln.

Vorlage Business Model Canvas

 

Doka Ventures

Doka Ventures ist der Innovation Hug der in Amstetten beheimateten Umdasch Group AG. Die 2016 gegründete 100-Prozent-Tochter beschäftigt sich mit potenziell disruptiven Technologien und Geschäftsmodellen entlang von Bauprozessen. Ziel des Ventures ist es, zukunftsträchtige Innovationen am Bau aufzuspüren, auf ihr Potential hin zu prüfen und sich gegebenenfalls daran zu beteiligen – zum einen mittels Teilnahme oder Initiierung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten, anhand der Unterstützung von Technologie-Start-ups, zum anderen durch Akquisition von Unternehmen, die sich mit zukunftsweisenden Methoden befassen.

Die erste strategische Beteiligung gelang Doka Ventures vor kurzem mit der amerikanischen Contour Crafting Corporation. Doka Ventures steigt beim Erfinder des mobilen 3D-Baudrucks, Behrokh Khoshnevis, mit einer 30-Prozent Beteiligung ein und bringt sich zusätzlich mit den Positionen des CFO und des Aufsichtsratsvorsitzenden personell ein.

Contour Crafting befasst sich mit der serienmäßigen Produktion von 3D-Robotern für den Druck von Gebäuden. Der 3D-Druck schafft in wenigen Tagen, wozu herkömmliche Bauprozesse Monate und Jahre benötigen. Die Bauzeit von Gebäuden lässt sich auf wenige Tage oder sogar Stunden reduzieren. Bereits für 2018 ist die Serienfertigung und Auslieferung der mobilen 3D-Baudrucker geplant. Die Einsatzbereiche sollen überall dort sein, wo schneller und kostengünstiger Wohnraum und Infrastruktur gebraucht werden, also beispielsweise in Regionen mit raschem Bevölkerungswachstum oder in Katastrophengebieten. Dem steigenden globalen Bedarf an sozialem Wohnraum und Infrastruktur könnte mit dieser innovativen Technologie wirkungsvoll begegnet werden. Nachfolgend eine kurze Einführung in die Contour Crafting Technologie: 

 

 

Fluxunit – OSRAM Ventures

Fluxunit ist die Venture Capital Einheit von OSRAM mit Sitz in München. Der unternehmenseigene Accelerator wurde 2016 gegründet, um innovative Geschäftsmodelle für OSRAM zu entwickeln. Fluxunit arbeitet fachlich eng mit der Innovations- und Strategieabteilung von OSRAM zusammen. Dabei liegt der Fokus auf Minderheitenbeteiligungen an innovativen Early-Stage Startups, aber auch innovative Teams innerhalb von OSRAM sollen aktiviert werden.

Investiert wird in skalierbare Geschäftsmodelle in den Bereichen Smart City, Smart Building und Industrial Applications (z.B. Horticulture, Sensing/Analytics). Die Modelle werden bis zur Marktreife entwickelt und entweder durch OSRAM oder Fluxunit selbst umgesetzt. Voraussetzung für ein Investment ist, dass die Startups zumindest einen mittelbaren Link zu OSRAM haben und dass die Fluxunit neben finanziellen Mitteln auch Know-how (IP-Know-how, Entwicklungskompetenz) einbringen kann, welches einen Mehrwert für die Startups schafft.

Neben den Startups consiergO (Smart Security System), agrilution (Smart Garden plantCube) und beaconsmind (Digitalisierung von Geschäftsmodellen), wurde kürzlich auch das Münchner Startup Blickfeld in das Portfolio aufgenommen. Das 2016 gegründete Unternehmen entwickelt laserbasierte 3D-Sensoren, sogenannte LiDAR (Light Detection And Ranging), die ein wichtiger Enabler sein können, um LiDAR im Auto massenmarkttauglich zu machen. 

agrilution plantCube.jpg© agrilution plantCube

 

Vito Ventures

Vito Ventures, der Venture-Capital Fonds des hessischen Heizungsbauers Viessmann, investiert in frühphasige B2B-Startups, deren Technologien und Geschäftsmodelle die digitale Transformation von Unternehmen oder Infrastruktur ermöglichen. Fokusfelder sind hierbei die Bereiche Internet of Things, Enterprise-SaaS, Marktplätze und Energy-Tech.

Portfolio-Unternehmen profitieren von der engen Verzahnung mit dem Konzern und dessen industriellem Netzwerk. Neben Kapital wird auch ein direkter Zugang zum deutschen Mittelstand geboten – sei es zum Beispiel für potenzielle Piloten, Sales-Partnerschaften oder technische Kooperationen.

In erster Linie werden Startups gesucht, die mit Hilfe von echter Deep-Tech ganze Industrien verändern können und dies auch anhand erster Traktion beweisen können. Dabei wird auch außerhalb des Viessmann-Kerngeschäfts investiert. Beispielsweise befinden sich die jungen Unternehmen Service Partner One (Office Service Plattform) und Crate.io (Datenbank-Startup) im Portfolio.

„Wir haben uns entschieden, über Einheiten, die völlig neue Fähigkeiten besitzen, neue Geschäftsfelder auszumachen und zu lernen. Der gemeinsame inhaltliche Fokus liegt im „Deep Tech“ Bereich. Auf der einen Seite entwickelt WATTx als Company-Builder Ideen, von denen die mit dem größten Potenzial als eigenständige Start-ups aufgebaut werden. Auf der anderen Seite existiert mit Vito Ventures ein Frühphaseninvestor, der industrieagnostisch in Start-ups investiert, die keine Korrelation mit den Dynamiken des Kerngeschäfts haben“, so Max Viessmann, Digitalchef des Familienunternehmens.

Im Mai dieses Jahres startete Viessmann einen weiteren Venture-Arm: Vito One investiert in der Pre-Seed- und Seed-Phase zwischen 50.000 und 300.000 Euro, Vito Ventures hingegen steigt mit bis zu drei Millionen bei jungen Unternehmen ein. Vito One ist somit nah an Vito Ventures, aber etwas anders aufgestellt. Im Portfolio von Vito One befinden sich u.a. die Bürovermietungs-Plattform Optionspace, das cloudbasierte CAE System Simscale und das Energie-Startup gridX, dessen Hard- und Software es ermöglicht, verschiedene Batteriespeicher wie die Tesla-Powerwall miteinander zu vernetzen und ein dezentrales, virtuelles Kraftwerk zu bilden.

Wer mehr über die Digitalisierungs- und Investitionsstrategie von Viessmann erfahren möchte, findet dazu ein ausführliches Interview mit Max Viessmann bei digitalkompakt.

Simscale – cloud-basiertes CAE System.jpg © Simscale – cloud-basiertes CAE System

 

Fazit: Corporate Ventures sind auf dem Vormarsch

Vor allem die Digitalisierung ist ein Treiber, der die Gründung von Corporate Ventures in den vergangenen Jahren deutlich erhöht hat. Große Unternehmen suchen Kontakt zu jungen Firmen, um ihr Front End aufzufüllen und gleichzeitig mit dem Innovationstempo der Startups mitzuhalten. Betrachtet man einige der B2B-Geschäftsmodelle, in die bereits Venture Capital geflossen ist, so finden sich darunter durchaus veritable Geschäftsmodelle. Es bleibt also abzuwarten, wie sich der VC-Markt im B2B weiterentwickelt und ob sich die Ziele und Erwartungen der Ventures erfüllen. 

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Franz Emprechtinger

Born in Ried im Innkreis. As former Head of Innovation, he was responsible for the entire project management and specializes in the areas of fuzzy front end and business model innovation.

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