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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 12-Sep-2018
Autor: Daniel ZAPFL

Trends - digitale Medizin: Ein Überblick

 

Zukunftsweisende Trends in der digitalen Medizin bringen neue Technologien, Geschäfts- und Versorgungsmodelle wie Mobile Health, 3D-Druck, Telemedizin oder 3D Bioprinting hervor. Welche Trends im Jahr 2016 eine Rolle spielen, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag. 

 

1) Virtual Reality 

Als die New York Times vergangenes Jahr 1.300.000 Google Cardboards an seine Kunden verschickte, war dies der Auftakt von Virtual Reality als Mainstream- Phänomen. Nachdem nun auch Facebook sein VR-Headset Oculus Rift auf den Markt gebracht hat, ist zu erwarten, dass sich Virtual Reality rasch zu einer boomenden Industrie entwickeln wird. Doch nicht nur die Unterhaltungsindustrie wird sich massiv verändern, auch die Medizin entdeckt immer mehr Nutzungsmöglichkeiten für sich. In einigen Jahren wird Virtual Reality vermutlich nicht mehr aus der digitalen Medizin wegzudenken sein.

Ärzte und Medizinstudenten werden an virtuellen Objekten unterrichtet und nehmen über VR-Headsets live an Operationen teil. Pflegepersonal lernt den Umgang mit Patienten in virtuellen Umgebungen kennen. Ein Zahnarzt kann an VR-Modellen seine Fertigkeiten trainieren. Auch virtuelle Therapien gegen Phobien und Paranoia sowie Rehabilitations-Anwendungen werden derzeit bereits getestet.

Trendsammlung Medizin

An einer äußerst zukunftsträchtigen Anwendung arbeitet Professor Nassir Navab vom Lehrstuhl für Informatikanwendungen in der Medizin & Augmented Reality. Gemeinsam mit mehreren Teams aus Informatikern und Ärzten entwickelt er Anlagen, mit denen ein Chirurg während der OP ins Innere des Patienten blicken kann. War bislang einem Chirurgen nur der Blick von außen auf seinen Patienten möglich, wenn er zum Schnitt ansetzt, um beispielsweise gesplitterte Knochen zusammenzufügen, so wird in Zukunft die genaue Lage der Knochenfragmente in eine Datenbrille eingeblendet.

Hier finden Sie weiterführende Informationen. 

 

2) Augmented Reality

Im Rahmen der Entwicklerkonferenz #Build2016 stellte Microsoft sein Augmented-Reality-Headset vor und demonstrierte auf eindrucksvolle Weise, wie die HoloLens für den Unterricht in der Medizin verwendet werden kann. In Zukunft werden Medizinstudenten nicht mehr dem Geruch von Formaldehyd ausgesetzt sein, sondern via Augmented Reality die Anatomie des Menschen studieren.

Hier finden Sie ein weiterführendes Video. 

 

3) Fibretronics

Fibretronics sind Kleiderstoffe mit implantierten Chips, die unter anderem auf die Körpertemperatur oder Stimmung des Trägers reagieren. Auf seiner Entwicklerkonferenz I/O hat Google nun eine Kooperation mit Levi‘s angekündigt, deren Ziel es ist, eine „connected smart jacket“ für Radfahrer zu kreieren. Es handelt sich dabei um eine mit dem Internet verbundene, intelligente Jacke, mit der man Musik abspielen, Anrufe beantworten und das Navi bedienen kann. Waschbar ist sie ebenfalls. Laut Google wird die API-Schnittstelle allen Entwicklern offen stehen, weitere Kleidungsanbieter sollen die smarten Sensoren ebenfalls bald im Angebot haben. Welche Möglichkeiten diese innovative Technologie in der Medizin, speziell im Operationssaal schaffen wird, ist leicht vorstellbar.

 

4) Food Scanner

Food Scanner wie Scio und Tellspec liefern erstaunliche Daten durch Scannen von Lebensmitteln und sogar fertig zubereiteten Speisen. Die gescannten Daten werden an einen Cloud-Server weitergeleitet und nach Analyse der Informationen an eine eigens entwickelte Smartphone-App gesendet. Vorteile bieten die Scanner nicht nur Personen, die abnehmen oder sich gesund ernähren möchten, insbesondere für Allergiker ist das Tool hervorragend geeignet.

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5) 3D Bioprinting 

Was sich für viele noch als Science Fiction anhört, wird gerade Realität. In den Niederlanden entsteht das erste gedruckte Haus, das sogenannte Canal House, und das Bremerhavener Unternehmen Biozoon experimentiert mit Nahrungsmitteln frisch aus dem 3D-Drucker. In der Medizin hat der 3D-Druck im Bereich der Prothesenanfertigung bereits Fuß gefasst. Hörhilfen werden bereits zu 90 Prozent maßgefertigt hergestellt, ebenso Prothesen für Augen und Gliedmaßen – und das zu einem wesentlich günstigeren Preis. Moderne Handprothesen belaufen sich auf etwa 4.000 bis 35.000 Euro, dasselbe Modell per Bioprinting hergestellt kostet etwa 800 Euro. Organova geht bereits den nächsten Schritt und arbeitet intensiv an einer transplantierbaren Leber. 2014 ist es dem Unternehmen bereits erfolgreich gelungen, Lebergewebe auszudrucken. Generell geht man in der Branche davon aus, dass in 10 bis 20 Jahren ganze Hautzellen und Organe mit Bioprinting hergestellt werden können. Auch Tierversuche können durch diese neue Technologie bald obsolet werden.

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6) Medizinroboter

Das Robotiksystem „Da Vinci“ der Firma Intuitive Surgical ist derzeit das einzige mit breiter internationaler Zulassung. In den USA werden bereits über 80 Prozent aller Prostata-Operationen mit Da-Vinci-Systemen durchgeführt. Noch präziser und mit neuen Innovationen soll das Konkurrenzmodell „Miro“ werden, an dem derzeit das Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) arbeitet. Miro macht beispielsweise Bewegungen des Arztes nicht mit, wenn dieser am Controller ausrutscht. Auch lassen sich die Instrumente im Körperinneren des Patienten abwinkeln. Zudem wurde eine „Fühlkomponente“ eingebaut, da es vielen Ärzten wichtig ist, den Patienten nicht nur zu sehen, sondern auch abzutasten. 

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7) Künstliche Intelligenz in der Radiologie 

IBM’s Supercomputer Watson soll in Zukunft Radiologen über ein intelligentes Bilderkennungssystem bei ihrer Arbeit unterstützen. Watson findet am Bild Unregelmäßigkeiten, übersetzt diese dann automatisch in die Sprache der Radiologen und gibt eine Empfehlung ab. Ein absolut zukunftsfähiges System in der Medizin-IT, bedenkt man, dass sich Radiologen im Schnitt rund 200 Aufnahmen pro Tag ansehen müssen und die Konzentration zwangsläufig im Laufe des Tages sinkt. Ziel dieser Innovation ist es laut IBM, Radiologen einen intelligenten Assistenten zur Seite zu stellen, damit diese sich mit wirklich wichtigen Fällen beschäftigen können, anstatt täglich hunderte Bilder zu checken.

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8) Mikrolernen in der Medizin

Das von der österreichischen Startup-Company KnowledgeFox entwickelte digitale Lernen mit multimedialen Wissensfragen in kleinen Schritten - "MikroLernen" - ist derzeit auf dem Weg, die medizinische Weiterbildung zu revolutionieren. Immer mehr Ärzte aus der ganzen Welt springen auf diesen Trend in der Medizin-IT auf und testen das neue System via App oder im Web. KnowledgeFox eignet sich insbesondere dann, wenn neues Wissen schnell erlernt werden muss, wie etwa bei Produktinnovationen, neuen Medikamentenklassen oder neuen Therapieformen. Webseiten zur Therapie verschiedener Krankheiten mit KnowledgeFox-Onlinekursen und mit Apps sind 2016 in Planung.

 

9) Digitalisierung des Gesundheitswesens

Standortübergreifende Versorgung von Patienten und mobile Anwendungen (Telemedizin und Telemonitoring) werden das Gesundheitswesen in den kommenden Jahren stark beeinflussen. 

In Österreich startet bereits Ende 2016 das erste großangelegte Pilotprojekt zur telemedizinischen Versorgung in Österreich. Das unabhängige telemedizinische Beratungsservice soll Bürgern rund um die Uhr bei Gesundheitsfragen zur Verfügung stehen. Die Anrufe werden von einem medizinischen Fachpersonal entgegengenommen, welches mithilfe eines protokollgestützten medizinisch-wissenschaftlichen Expertensystems entsprechende Auskünfte erteilt. Patienten sparen sich so unnötige Wege und Wartezeiten, womit gleichzeitig auch das Gesundheitssystem entlastet wird. Wie auch die PwC Gesundheitsstudie zeigt, wünschen sich viele Patienten vermehrt digitale Kontaktmöglichkeiten mit ihrem Arzt. Online-Sprechstunden per Videokonferenz, digitales Rezept oder die ausschließliche Online-Behandlung kleiner Beschwerden stehen ganz oben auf der Wunschliste.

Ein Trendsetter in Sachen personalisierter Medizin bzw. Telemonitoring ist das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien, das bereits seit einigen Jahren eine Krankenhaus APP im Einsatz hat, die sowohl die Behandlung der Patienten effizienter macht als auch die Administration wesentlich erleichtert. Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die Zukunftsstudie „Gesundheit im Jahr 2040“ sowie die Trendstudie: Personalisierte Medizin der Zukunft.

  

10) Patient Empowerment

Auf Patientenseite finden Gesundheits-Apps, Fitness-Tools und Wearables wie Armbänder großen Zuspruch. Immer mehr Patienten informieren sich aktiv im Internet über ihre Gesundheit, Krankheitsbilder, Therapiemethoden, schreiben Patienten-Blogs, kommentieren in Gesundheits-Foren oder nutzen sogenannte Health Apps zum Self-Tracking bzw. Quantified Self. Laut Deloitte Studie „Health Care And Life Sciences 2020 – Taxing Times Ahead“ wird der Markt für Health Apps, Wearables und Fitness-Tracker weiterhin rapide wachsen, bis 2017 sei mit einem Umsatz von voraussichtlich 26 Milliarden US-Dollar zu rechnen.

 

Fazit: Die Zukunft der Medizin ist digital

Enorme technologische Veränderungen werden die Medizin in den kommenden Jahren bestimmen. Wenn wir nicht rechtzeitig darauf achten, könnte eine zunehmende Digitalisierung jedoch die menschliche Komponente aus dem Gesundheitssystem immer mehr verdrängen und eine rein technisch-basierte Versorgung kreieren. Es wird in Zukunft daher wichtig sein, neben technologischen Innovationen den persönlichen Kontakt zwischen Arzt und Patienten nicht aus den Augen zu verlieren.

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Daniel ZAPFL

Born in Graz, Austria. After positions as project manager & head of innovation of the project management at LEAD Innovation, Daniel Zapfl has been responsible for the success of the innovation projects of our innovation partners since January 2018.

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