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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 11-Sep-2018

Wie viel Struktur braucht ein Innovationsprozess?

 

Es ist eine romantische Vorstellung, dass bahnbrechende Erfindungen auf Ideen genialer Menschen beruhen, die diese zufällig an den unmöglichsten Orten gehabt haben. Innovationen lassen sich vielmehr durch einen strukturierten Prozess herbeiführen. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, was ein Innovationsprozess im Unternehmen ist und was er leisten kann.

Innovationen zu entwickeln ist für kein Unternehmen Routine. Etwas Neues zu schaffen erfordert, sich mit dem bisher Unbekannten zu beschäftigen. Außerdem lässt sich Kreativität nicht erzwingen. Viele Betriebe haben deshalb Schwierigkeiten, ein Innovationsprojekt zu verfolgen, weil sie nicht wissen, wie sie beginnen sollen. Die gute Nachricht: Man muss das Rad nicht immer neu erfinden, um etwas Neues zu erfinden. Neues lässt sich viel besser und effizienter durch einen strukturierten Prozess entwickeln, als durch Zufall und glückliche Umstände. Ein Innovationsprozess ist, kurz gesagt, das Umsetzen von existierenden und auch neuen Erkenntnissen in neue und marktfähige Problemlösungen.

 

Stage-Gate-Innovationsprozess nach Cooper

Ein Patentrezept für das Generieren von Innovationen, das für alle Unternehmen passt, gibt es freilich nicht. Generische Grundgerüste, die alle Betriebe anwenden können, hingegen schon. Das wohl populärste unter ihnen ist der Stage-Gate-Innovationsprozess von Robert Cooper. Dieser teilt ein Innovationsvorhaben in 7 Abschnitte (Stages) ein:

  1. Innovationsstrategie
  2. Ideenfindung
  3. Ideenbewertung & Auswahl
  4. Konzeptentwicklung
  5. Lösungsentwicklung und Prototypentests
  6. Umsetzung in der Produktion
  7. Markteinführung

Zwischen jedem dieser Abschnitte gibt es Tore (Gates). Dort wird auf Basis vorher definierter Kriterien entschieden, ob der Prozess weitergeführt wird oder nicht.

Paper Innovationsprozess

 

Ein Innovationsprozess bringt 

Der Stage-Gate-Innovationsprozess gibt also den Mitarbeitern eines Unternehmens eine Struktur vor, anhand der sie sich, angefangen von der Formulierung der Innovationsstrategie bis hin zur Markteinführung, orientieren können. Das hat gewichtige Vorteile:

  • Die Rollen innerhalb eines Betriebs sind klar verteilt: Jeder im Unternehmen weiß, welche Schritte wann zu setzen sind und welche Ziele es zu erreichen gilt.
  • Das Risiko des Scheiterns wird reduziert. Go bzw. No-Go-Entscheidungen werden nicht am Schluss des Prozesses, sondern am Ende jeder der 7 Phasen getroffen. Wenig erfolgsversprechende Projekte können deshalb schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt gestoppt werden. Dies schützt vor überflüssigen Entwicklungskosten, die zu keinem Ergebnis geführt haben.
  • Die Entscheidungen, die an den Gates anstehen, sind einfach zu treffen. Denn sie basieren auf zuvor definierten Kriterien und Zielen, die es zu erreichen galt. Damit sind sie auch transparent und nachvollziehbar.

 

Coopers Modell wird den Anforderungen der Gegenwart nicht mehr gerecht

Robert Cooper ist es mit seinem in den 80er-Jahren geschaffenen Modell gelungen, ein äußerst komplexes Problem recht einfach zu lösen. Etwa drei Viertel der großen US-Konzerne und auch die Mehrheit der wichtigen Hersteller aus Europa nutzen das Modell bzw. eine Version davon.

Die Stärke des Stage-Gate-Innovationsprozesses von Cooper wird in einer Zeit, in der das Innovationstempo immer höher wird, aber immer mehr zu einer Schwäche. Denn der Prozess ist zu linear, zu wenig adaptiv, ermutigt kaum zu Experimenten und ist zu wenig kundenorientiert. Cooper selbst meint: "Die Welt hat sich seit der Einführung des ersten Stage-Gate-Systems stark verändert - sie ist jetzt schneller, wettbewerbsfähiger und globaler und weniger vorhersehbar." Inzwischen hat Cooper das "Next generation idea-to-launch framework" entwickelt. Dieses lässt sowohl mehr Agilität und Flexibilität zu und erhöht zudem die Geschwindigkeit des Entwicklungsprozesses.

 

Verbinden Sie Struktur mit Agilität, Flexibilität und Kundenorientierung

Agile Modelle wie etwa Scrum, Design Thinking und Lean-Startup gewinnen sowohl als Projektmanagement-Methoden als auch als Werkzeuge bei der Entwicklung von Innovationen immer mehr an Bedeutung. Der Erfinder des Stage-Gate-Innovationsprozesses will sein Lebenswerk freilich nicht in Rente schicken. Das wäre auch übertrieben. Denn ein gewisses Maß an Struktur dient auch in schnelllebigen Zeiten wie diesen als wertvoller Orientierungspunkt. Flexibler wird der Stage-Gate Innovationsprozess etwa dann, wenn Sie in jeder einzelnen Phase drei Standardschritte einbauen:

  • Entwerfen: Erstellen Sie in jeder Phase etwas Anschauliches oder Angreifbares. Das kann ein Grobkonzept sein, ein Arbeitsmodell, eine Betaversion oder ein Prototyp.
  • Testen: Hinterfragen Sie diese Konzepte, Modelle und Prototypen. Diese Tests ist in jeder der 7 Phasen möglich. Suchfelder, Roadmaps oder Kundenbedürfnisse lassen sich ebenso auf einen Prüfstand stellen, wie Prototypen oder Betaversionen. Für diese Tests ist das Feedback von externen Experten, LEAD Usern und Kunden besonders wertvoll.
  • Lernen: Lassen Sie die Ergebnisse der Tests in die überarbeiteten Versionen Ihrer Konzepte, Prototypen oder Betaversionen einfließen. Ein negativ verlaufener Test führt dabei nicht notwendigerweise zu einer No-Go-Entscheidung am nächsten Gate. Solche Fehler sollten Sie vielmehr als Möglichkeit begreifen, etwas dazuzulernen.

Diese drei Schritte arbeiten Sie also nicht nacheinander ab, um dann am nächsten Gate eine Entscheidung zu treffen. Verstehen Sie diese drei Punkte innerhalb jeder einzelnen Phase als Kreislauf, in dem Sie das bisher Entworfene verbessern können. Sie dürfen sich dabei freilich nicht in einer Endlosschleife verlieren. Ein Ausstieg aus dem Projekt muss dann möglich sein, wenn Sie sich in eine Sackgasse manövriert haben.

 

Jeder Innovationsprozess braucht ein passendes Umfeld

Damit ein Innovationsprozess auch funktioniert, müssen Sie ein passendes Umfeld schaffen. Dieses ist im Wesentlich durch drei Aspekte gekennzeichnet:

  • Struktur: Sie müssen genau festlegen, wer in welche Innovationsprojekte eingebunden ist, wer an welchen Meetings teilnimmt und wer schlussendlich entscheidet.
  • Methoden: Jeder Innovationsprozess muss immer mit den geeigneten Methoden hinterlegt sein. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter in Tools zur Ideenfindung, Ideenbewertung und Ideenrealisierung.
  • Freiraum: Sie müssen Ihren Mitarbeitern auch die Möglichkeit geben, kreativ zu sein, Ideen zu formulieren und diese zu bewerten und zu präsentieren. Das bedeutet, dass die Normalarbeitszeit Ihrer Belegschaft nicht komplett mit der Erledigung des Alltagsgeschäfts ausgefüllt ist, sondern auch zeitliche Ressourcen für Innovationen zur Verfügung stehen.

 

Fazit: Wie viel Struktur braucht ein Innovationsprozess?

Innovationen zu entwickeln bedeutet per Definition, sich mit etwas Neuem zu beschäftigen und damit einen Wandel einzuleiten. Beides stellt jedes Management vor große Herausforderungen. Der Weg zu jeder Novität, die am Markt dann auch Erfolg hat, ist freilich einzigartig. Orientierung bietet dabei ein Innovationsprozess. Dieser sollte ein gewisses Maß an Struktur aufweisen, gleichzeitig aber so flexibel sein, dass Sie auf Unvorhergesehenes und Überraschendes reagieren können.

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Franz Emprechtinger

Born in Ried im Innkreis. As former Head of Innovation, he was responsible for the entire project management and specializes in the areas of fuzzy front end and business model innovation.

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