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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 13-Sep-2018
Autor: Daniel ZAPFL

Wie Sie mit Patent Mining mehr Patentanmeldungen generieren

 

Sowohl der Aktienkurs von großen börsennotierten Konzernen als auch der Wert eines kleinen Unternehmens hängt sehr stark von der Anzahl der Patentanmeldungen ab. Denn wer viel Neues erfindet, gilt als fit für die Zukunft. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag über ein neues Projektformat namens Patent Mining, mit der Sie ohne viel Aufwand mehr Patentanmeldungen generieren und dabei noch die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter steigern.

Streitigkeiten um Patente sind gerade unter den Leitwölfen der Weltwirtschaft, wie Apple, Google, Amazon und Co., nichts Ungewöhnliches. Diese auszufechten oder auch beizulegen ist den Konzernen Milliarden an Dollar wert. Die hohen Einsätze, mit denen Unternehmen um Erfindungen streiten, sind verständlich. Denn der Wert eines Betriebs hängt heute zu einem überwiegenden Teil von immateriellen Vermögenswerten (Intellectual Property) ab. Patente sind ein wichtiger Teil davon. Die Anzahl der angemeldeten Patente ist aber nicht nur ein Indikator für die Kraft eines einzelnen Betriebs. Die Größe zeigt auch das Potenzial eines Wirtschaftsstandorts: So präsentierten Regierung und Patentamt nicht ohne Stolz am 26. April 2018, dem Welttag des geistigen Eigentums 2018 (World IP Day), ihre Bilanz 2017. Die Publikation berichtet von etwa 12.000 neu angemeldeten Patenten. Damit erreicht Österreich in der EU Platz 6 und Platz 11 weltweit.

 

Erfindungen gehen in der Bilanz verloren

Obwohl das Bewusstsein über die Bedeutung von immateriellen Vermögenswerten wie Patente allgemein schon ausgeprägt ist, werden diese in den Unternehmensbilanzen nur sehr rudimentär abgebildet. Nach wie vor gibt es weder national noch international einen Modus Operandi, wie Patente und andere schwer fassbare Werte bilanziert werden sollen. So dürfen Betriebe ob des Vorsichtsgebotes und des Gläubigerschutzes selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens nicht aktivieren. Buchhalterisch bleibt der Erfindungsgeist eines Betriebs also völlig unbelohnt. Zum Glück wird für die Bewertung von Unternehmen nicht ausschließlich dessen Bilanz herangezogen. Auch Innovationskennzahlen, die Erfindungsgeist und Patentanmeldungen berücksichtigen, spielen dabei eine wichtige Rolle.

Sammlung Innovations- Kennzahlen

 

Betriebe können Schatz nicht heben

Möglicherweise sind diese bilanzrechtlichen Bestimmungen verantwortlich dafür, dass sich viele Betriebe zu wenig um das Management ihrer Patente kümmern. Denn im Zweifelsfall zählen eben harte Zahlen mehr als schwer bewertbares Know-how. Viele Firmen leiden bildhaft ausgedrückt deshalb unter folgendem Problem: Das Management steht vor einer Grube von im Betrieb vorhandenem Wissen über neue Technologien. Werden diese Ressource und diese Technologien nicht geschützt, ist die Gefahr groß, dass andere Unternehmen diese nützen. Bereits ein einziger Mitarbeiter, der das Unternehmen verlässt und um den Wert einer spezifischen Technologie weiß, kann diesen ungewollten Know-how-Transfer zur Konkurrenz vollziehen.

 

Neues Projektformat „Patent Mining“ hat sich bewährt

Unternehmen sind also gut beraten, sich mit dem Patent Mining auseinanderzusetzen. Genau dieser Begriff passt sehr gut auf ein Projektformat, das LEAD Innovation gemeinsam mit einem Kunden, einem weltweit agierenden Konzern, entwickelt und in der Praxis getestet hat. Die Vorgabe dabei: Eine der zahlreichen Divisionen des Konzerns sollte innerhalb von wenigen Tagen fünf Erfindungsmeldungen generieren. Zum Hintergrund: Solche Erfindungsmeldungen sind der erste Schritt zum Patent. Am Ende des Projektes konnte LEAD Innovation gemeinsam mit dem Kunden folgende Bilanz ziehen:

  • Statt der fünf als Ziel fixierten Erfindungsmeldungen formulierten die Teilnehmer 28. Dies stellt eine in der Branche unübliche und ergebnisrelevante Größe dar. Dabei bezog sich das Projekt bloß auf eine von vielen Divisionen des Konzerns.
  • Das Projektformat stellte sicher, dass das Wissen über das eigene Patentportfolio in Echtzeit abrufbar war. Damit wurde verhindert, dass die Teilnehmer sich mit Erfindungsmeldungen beschäftigten, für die der Betrieb bereits die Patentrechte innehat.
  • Durch den Austausch der Teilnehmer untereinander sowie verschiedener Kreativitätstechniken und der Moderation von LEAD Innovation als externer Dienstleister, entdeckte die Gruppe zahlreiche vielversprechende Technologien, die theoretisch funktionieren und sich in Zukunft als wertvoll erweisen könnten. Solche Technologien hätte eine Einzelperson nicht als patentwürdig eingestuft. Die Chance, mit ihnen Umsätze zu generieren, wäre also verloren gewesen.
  • Für jede einzelne der 28 Erfindungsmeldungen wurden Haupterfinder und Nebenerfinder exakt definiert. Es ist üblich, Erfinder am wirtschaftlichen Erfolg ihrer Invention zu beteiligen - auch wenn sie beim Unternehmen fix angestellt sind. Diese Zuordnung sorgte für einen Motivationsschub bei den Teilnehmern. Denn je öfter der eigene Name auf den Erfindungsmeldungen auftaucht, desto höher stehen die Chancen, in Zukunft mehr zu verdienen.
  • Für den Einzelnen ist das Verfassen von Erfindungsmeldungen zeitaufwändig. Denn diese Unterlage muss auch eine technische Dokumentation umfassen, für die ganz bestimmte Formalismen gelten. In der Projektgruppe gestaltete sich das Ausfüllen viel einfacher, weil man auf die verschiedenen Fähigkeiten der Teilnehmer zurückgreifen konnte.
  • Alle Teilnehmer konnten sich nicht erinnern, jemals auf eine effizientere und auch angenehmere Art und Weise Erfindungsmeldungen generiert zu haben.
  • Das Projekt förderte den innerbetrieblichen Austausch von Wissen und auch das Betriebsklima. Denn sowohl die Zusammensetzung des Projektteams als auch die Form der Kooperation entriss alle Teilnehmer aus ihrem Arbeitsalltag.

Erfindungsmeldungen stellen zwar nur den ersten Schritt zum erteilten Patent dar. Ihre Bedeutung ist dennoch hoch: Ab dem Datum der Einreichung dieser Erfindungsmeldung ist eine Invention zu einem bestimmten Grad geschützt. Etwa vor später sehr ähnlichen Einreichungen von Mitbewerbern. Mit solchen Erfindungsmeldungen können Unternehmen strategisch ihre eigenen Claims abstecken: So wie einst Goldgräber bestimmte Gebiete markiert haben, ohne dabei sicher sein zu können, dort auf das wertvolle Metall zu stoßen.

 

Fazit: Wie Sie mit Patent Mining mehr Patentanmeldungen generieren

Wissen über Technologien ist wertvoll. Auch dann, wenn es sich dabei um Technologien handelt, die sich noch nicht in der Praxis bewährt haben, sondern bloß in der Theorie funktionieren. Diese nicht zu schützen kann Ihrem Unternehmen sehr teuer kommen. Nämlich dann, wenn ein Konkurrent Ihr Know-how nutzt, um gutes Geld zu verdienen. Das Projektformat „Patent Mining“ kann Ihre Firma vor dieser Gefahr schützen. Außerdem generieren Sie mit dieser Methode auf eine einfache Art und Weise viel mehr Erfindungsmeldungen, als dies Ihre Mitarbeiter bisher geschafft haben.

Innovationsentwicklung

Daniel ZAPFL

Born in Graz, Austria. After positions as project manager & head of innovation of the project management at LEAD Innovation, Daniel Zapfl has been responsible for the success of the innovation projects of our innovation partners since January 2018.

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