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LEAD Innovation Blog

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Datum: 11-Sep-2018

Innovationstransfer: Was die Haustür von der Autotür für die Zukunft lernen kann

 

Nachhausekommen empfinden wir als kinderleicht. Dabei ist es verwunderlich, dass niemandem der Unterschied zwischen Autotür und Wohnungstür auffällt. Auch wer zum Beispiel gerade einem Fahrzeug entstiegen ist, das die Fahrertür selbsttätig ins Schloss gezogen hat, kramt daheim geduldig ein kleines Stück Metall aus der Tasche. Bückt sich dann ein wenig, um das winzige Schlüsselloch zu erspähen. Freut sich, wenn nach einigen stochernden Versuchen das Schlüsselchen schlussendlich dort hinein gefunden hat. Das Gefälle an Bequemlichkeit zwischen Auto- und Haustür könnte größer nicht sein. Die historischen Roadmap der Autotür zeigt viele mögliche Wege zu den Haustüren der Zukunft.

Wie war das beim alten Käfer?

Wie gestaltete sich die Zugangskontrolle zu einem VW Käfer im Jahre 1972? Drei Schlüssel musste der Fahrer mit sich führen, für Türen, Kofferraum und Zündschloss. Möglichst klein wollte man diese drei Schlüssel gestalten. Schließlich sollten sie ja beim ständigen Mitsichführen keine große Belastung sein.

Entsprechend klein waren auch die Schlitze im Schloss. Menschen, die einen über den Durst getrunken hatten, konnte man oft minutenlang in tief gebückter Haltung neben ihren Käfern stehen sehen. Das hatte immerhin den Vorteil, dass manche von ihnen aufgaben, unter Alkoholeinfluss chauffieren zu wollen. Man kann diese Öffnungsprobleme auch als frühe Form von automatischer Zugangskontrolle verstehen.

Case Study LEAD Transfer Methode

 

Innovationsschritte der Zugangskontrolle

1. Einer für alle: Zentralverriegelung

Der erste Beitrag der Autoelektrik zu mehr Bequemlichkeit bei der Zugangskontrolle war die Zentralverriegelung. Ein entweder schlauer oder rückenleidender Mensch hatte bemerkt, welch akrobatischer Verrenkung es bedurfte, vom Fahrersitz aus einem Beifahrer die Tür zu öffnen. Und dass solche sportliche Übungen nicht sein müssen in einer Maschine, die ohnehin schon mit Batterie, Kabeln und Elektromotoren ausgestattet ist.

Der teure Luxus von damals ist heute eine Selbstverständlichkeit. Nun brauchte man keine drei Schlüssel mehr, der eine durfte länger und dicker werden, so dass man auch im angeheiterten Zustand leichter in den Wagen kam.

 

2. Lernen vom Fernsehen: Fernbedienung 

Einen weiteren Fortschritt in diese Richtung brachte die Fernbedienung. Ihre Entwicklung war vom häuslichen Fernsehabend inspiriert. Als es bloß zwei Programme gab, war es noch nicht so schlimm gewesen, sich von der Couch hochzuwuchten und zum TV-Gerät zu hechten, um den Sender zu wechseln.

Doch als Mitte der 1980er Jahre immer mehr Sender kamen und das Zappen losging, wurde aus dem Ruhesofa ein Sportgerät. Rasch setzte sich die Fernbedienung durch. Eine Bequemlichkeit, die man auch im Auto ab den 1990er Jahren nicht mehr missen wollte.

 

3. Als mein Auto das Grüßen lernte: Blinkreaktion

Das Medienzeitalter war angebrochen und inspirierte die Autofernbedienung dazu, sich zu einem interaktiven Tele-Medium weiter zu entwickeln, das zwischen dem Auto und seinem Besitzer einen kommunikativen Erstkontakt ermöglichte. Drückte der Besitzer auf seinen (mittlerweile ziemlich dick gewordenen) Schlüssel, begann sein Auto ihm freundlich zuzublinken. Davon profitierten alle Vergesslichen, die auf der Suche nach ihrem Gefährt durchs Viertel spazierten.

 

4. Mein Auto erkennt mich persönlich: Keyless Entry

Heute sind Keyless Entry, Keyless Go und Handy-Apps die jüngsten Nachfahren der Funkschließsysteme. Das Fahrzeug erkennt an einem Chip, den der Fahrer in der Tasche trägt, von selbst dessen Annäherung und versetzt sich in Bereitschaft. Durch Ziehen am Türgriff lässt es sich öffnen, schließlich hat es schon erkannt, dass es der rechtmäßige Besitzer ist, der einsteigen will. Beim neuen Tesla zieht sich sogar der Griff ins Auto zurück, wenn er gerade nicht gebraucht wird.

 

Fazit: Die Umkehr des Innovationstransfers

Die Autotüren der Vergangenheit waren aus der Übertragung der von Haustüren bekannten Technik auf den motorisierten Zweitwohnsitz entstanden. Blechtür, Schloss, Schlüssel. Als die Elektronik ins Fahrzeug einzog, emanzipierte sich die Schließtechnik des Automobils vom Vorbild Immobilie. Seither hat sich die Autotechnik immer weiter von der Türtechnik entfernt. So weit, dass uns die beiden instinktiv als unvergleichbar erscheinen.

Doch heute ist es Zeit auch für die gute alte Eingangstüre, sich in Bewegung zu setzen und mit der Aufholjagd zu beginnen. Wohin die Türe mit ihrer Entwicklung in die Zukunft unterwegs ist, zeigt sich auf jener Roadmap, auf der das Auto fünfzig Jahre vorausgefahren ist. Die Richtung der Übertragung von Technologien wird sich nun umkehren. Die Autotür wird nicht mehr Nachbild, sondern Vorbild sein.

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Angela HENGSBERGER

Born and raised in Vienna. Since 2012 she has been in charge of Business Development at LEAD Innovation with the functions marketing, sales and communication.

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