<img height="1" width="1" style="display:none;" alt="" src="https://dc.ads.linkedin.com/collect/?pid=1007900&amp;fmt=gif">
de | en

LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 13-Sep-2018

Industry meets Makers: Wie Tüftler das Innovationsmanagement beflügeln

 

Der kindliche Drang, immer etwas Neues zu probieren, wohnt ihn jeden von uns. Nur wenige geben ihm auch im Erwachsenenalter nach und tüfteln an ungelösten Problemen herum. Beim Wiener Projekt „Industry meets Makers“ zapften sieben Industriebetriebe die Kreativität dieser Bastler an. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, welche Erfindungen und Erkenntnisse bei diesem Open-Innovation-Experiment herausgekommen sind.

 

Ein Daniel Düsentrieb steckt in jeden von uns. Wir alle haben in unserem Kindesalter immer etwas Neues ausprobiert, sind oft gescheitert. Doch damit haben wir uns nicht zufrieden gegeben. Sondern wir haben es so lange versucht, bis wir erstens Erfolg und zweitens viel aus unseren Fehlern gelernt hatten. Diese Gier nach Neuem und dieses Ausprobieren gewöhnen wir uns aber mit zunehmenden Alter ab. Denn wir werden darauf trainiert, möglichst keine Fehler zu machen. Das Ziel: alles sollte beim ersten Mal funktionieren. Das ist nur möglich, wenn wir altbekannte Wege beschreiten, die diesen Erfolg mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch garantieren.

 

Tüftler wollen nur „spielen“

Ganz gelingt es uns freilich nicht, unserem Forscherdrang zu widerstehen. Manch einer tüftelt im stillen Kämmerlein. Andere wiederum gehen mit Gleichgesinnten ihrer Neigung nach. Sie treffen sich auf den „Spielplätzen für Erwachsene“, wie diese Treffpunkte ein wenig abwertend bezeichnet werden. Ja, um in diesen Werkstätten, Garagen oder Kellerabteilen gemeinsam zu „spielen“. Um eben nichts „Ernsthaftes“ zu machen. Um sich eben die Zeit zu vertreiben.

 

FabLabs: Treffpunkt der Makers

Diese Spielplätze haben seit einigen Jahren auch einen anderen Namen: FabLabs. Das sind offene Werkstätten, in denen Privatpersonen Zugang zu Produktionsmitteln und auch industriellen Produktionsverfahren für Einzelstücke haben. Typischerweise stehen hier 3D-Drucker, Laser-Cutter, CNC-Maschinen, Fräsen und andere Geräte herum, die sich eine Einzelperson nur schwer leisten kann oder auch will. Die Tüftler und Bastler, die diese FabLabs frequentieren, haben auch einen Namen: Die Makers. Auch in Österreich gibt es solche FabLabs - wie etwa das HappyLab.

Handbuch Kreativitätsmethoden

 

Bastler scheitern an Massenproduktion

In diesen Werkstätten entstehen Konzepte und Prototypen, von denen einige das Zeug zum erfolgreichen Massenprodukt der Zukunft zu haben. Theoretisch. Denn praktisch sehen sich die Makers einer fast unüberwindlichen Hürde gegenüber. Sie haben einfach nicht die Ressourcen, um ihre Einzelstücke industriell in Masse herzustellen. Das schaffen nur Unternehmen. Die wiederum unterliegen einem immer stärker werdenden Druck, Neues zu entwickeln und am Markt zu etablieren. Denn Stillstand bedeutet nicht mehr nur Rückschritt, sondern ein schnelles wirtschaftliches Aus.

 

Tüftler und Betriebe bilden Tugendkreis

Die Projektmanagerin Sandra Stromberger hatte die Idee, beide Teile miteinander zu vernetzen. Denn theoretisch könnten Industrie und die Makerszene einen Tugendkreis bilden, der Ideen hervorbringt und sie massentauglich macht. Für ihr Konzept fand sie in der Stadt Wien den richtigen Partner: „Industry meets Makers“ ist Teil des Programms der DigitalCity.Wien und Smart City Wien, wurde von der Wirtschaftsagentur Wien gefördert und von der Smart City Agentur TINA Vienna.

 

Sieben mutige Betriebe

Stromberger gelang es auch, sieben Betriebe davon zu überzeugen, der Makerszene spezielle Aufgaben zu stellen. Wien Energie wollte etwa ein Konzept für eine Solarstrominsel. T-Mobile suchte nach Anwendungen für seine eben erste entwickelte IoT-Starterbox. Selbige ist eine Art Legostein für das Internet der Dinge. Infineon Austria lud die Bastlerszene dazu ein, zivile Quadrocopter zu bauen und stellte dafür auch gleich ein Basismodell und Open-Source-Software zur Weiterentwicklung zur Verfügung. Die Greiner Group suchte einen Partner für ein für sie selbst völlig unbekanntes neues Geschäftsfeld: Der Aquaponic. Die genauen Briefings der sieben teilnehmenden Unternehmen finden Sie übrigens hier.

 

Startschuss erfolge bei Barcamp

Anfang April 2016 stellten Vertreter der Betriebe ihre Briefings im Rahmen eines Barcamps vor. Zur Erläuterung: Ein Barcamp ist ein Event, dessen Agenda und Ablauf erst vor Ort live erstellt wird. Aus den 80 Teilnehmern, die zu dieser Veranstaltung gekommen waren, bildeten sich Teams, die sich eines Briefings annahmen. Bis in den Oktober trafen sich dann die Makers mit Vertretern der teilnehmenden Firmen in Kleingruppen. Daneben fanden so genannte Experten-Talks statt, bei denen Showcases aus der Makerszene präsentiert wurden, und alle Teilnehmer ihre Erfahrungen austauschen konnte. Ein solcher Event fand etwa im Sommer bei TELEHaase in Wien statt.

 

Erfindungen und Vertrauen

Am 19. Oktober zogen dann sowohl Industriebetriebe als auch Makers im Rahmen der diesjährigen Digital Days Bilanz über das Erreichte. Es war erstaunlich, wie schnell und weit einige Lösungen für die gestellten Aufgaben bereits gediehen waren. Die Erfindungen an sich waren allerdings nicht das wichtigste Ergebnis, das „Industry meets Makers“ vorzuweisen hatte.

 

Es war eine Atmosphäre des Vertrauens, die dieses Projekt zwischen Firmen und Tüftlern geschaffen hatte. Im Rahmen von „Industry meets Makers“ trafen sich Menschen, die sich unter „normalen“ Umständen nie getroffen hätten. Da bastelte etwa ein pensionierter Schlosser bei einem Team mit, das einen Flugsimulator für Drohnen geschaffen hatte. Da gründeten Mitglieder des Vereins für Aquaponic ein Startup, um gemeinsam mit der Greiner Group ein Anlage zu realisieren, die mitten in Wien 25 Tonnen Fischfilets und 50 Tonnen Gemüse im Jahr produziert. Die Anlage wird Teil des „Grünen Marktes“ sein, der bereits im Jahr 2018 fertig gebaut sein soll. Da formierten sich 10 Maker-Teams, die eigentlich einen Wettbewerb unter sich austragen sollten, zu einer neuen Community, die die Weiterentwicklung von Drohnen vorantreiben will. Entwicklungen wie diese konnte und wollte Initiatorin Sandra Stromberger gar nicht voraussehen. Sie resümierte am Abschlussevent zufrieden: „Das war ein Beginn, ein Experiment. Wir machen auf jeden Fall weiter - wie genau, wissen wir noch nicht.“

  

Fazit: Industry meets Makers: Wie Tüftler das Innovationsmanagement beflügeln

Unternehmen müssen Ziele vorgeben und für die Zukunft planen. Dabei Fehler zu machen, kann das wirtschaftliche Aus bedeuten. Das Projekt Industry meets Makers repräsentiert von Anfang bis Ende das Gegenteil von Planung. Dieses Experiment begann mit einem Barcamp und endete am Anfang eines Weges mit unbekanntem Ziel. Industry meets Makers mag deshalb in völligem Widerspruch dazu stehen, wie Unternehmen arbeiten. Allerdings nur auf den ersten Blick. Denn durch das Projekt haben alle Beteiligten gelernt, durch die Brille des jeweils anderen zu blicken. Die Zukunft aus einer völlig anderen Perspektive zu betrachten. Genau das beflügelt das eigene Innovationsmanagement, weil es ähnlich der LEAD User Methode auch das Know-how von firmenexternen Experten anzapft. Es erhöht aber auch die Planungssicherheit. Denn die Zukunft aus vielen Perspektiven zu betrachten, verringert die Gefahr, etwas zu übersehen .

Diese Gefahr ist für Firmen, die das Kommende nur aus ihrem eigenen Blickwinkel abschätzen wollen, ungleich größer.

Warum Innovationsmanagement?

Angela HENGSBERGER

Born and raised in Vienna. Since 2012 she has been in charge of Business Development at LEAD Innovation with the functions marketing, sales and communication.

Sie möchten mit uns arbeiten?

Gerne beraten wir Sie über eine mögliche Zusammenarbeit, um auch Ihr Innovationsmanagement zukunftssicher zu gestalten.

jetzt kontaktieren