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LEAD Innovation Blog

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Datum: 10-Okt-2018

5 Fehler, die bei der Einführung von Scrum zu vermeiden sind

 

Scrum ist eine bewährte agile Methode zur Umsetzung komplexer Innovationsprojekte. Die Vorteile des agilen Innovationsmanagements mittels Scrum liegen vor allem in der iterativen, schrittweisen Vorgehensweise, die sich ideal für Projekte mit hohem Innovationsgrad, Unsicherheiten und Risiken eignet. Wir zeigen Ihnen fünf häufige Fehler, die bei der Einführung von Scrum zu vermeiden sind.

 

Falsche Erwartungshaltungen

Scrum als Methode für agiles Innovationsmangement ist leicht zu verstehen und zu erlernen. Das verleitet dazu, zu meinen, die Transformation zu Scrum und einer agilen Vorgangsweise wäre einfach. Ursache für diese Fehleinschätzung sind oftmals übertriebene Erwartungen, die sich von den eigentlichen agilen Werten und Prinzipien unterscheiden.

Ein wesentlicher Faktor für den erfolgreichen Scrum-Einsatz ist jedoch die Anwendung der agilen Prinzipien sowie der Scrum-Werte, die kombiniert mit der Bereitschaft sich ständig zu verändern und zu lernen das Fundament für einen erfolgreichen Einsatz von Scrum bilden. Den agilen Pfad zu beschreiten bedeutet, Wandel zu akzeptieren und vor allem Scrum in die bestehende Organisationsstruktur und -kultur einzubinden.

Unternehmen stehen also nicht nur vor der Herausforderung, Scrum richtig anzuwenden, sondern auch das Unternehmen entsprechend anzupassen – und das auf allen Ebenen, d.h. Scrum-Werte und agile Prinzipien müssen auch von der Managementebene gefördert werden. Die Einführung von Scrum durch einzelne Entwicklungsteams wird früher oder später scheitern, wenn das Management agile Prinzipien nicht lebt oder die Unterstützung des Managements nicht gegeben ist. Wenn das Management die Veränderung im Unternehmen nicht zulässt, wird Scrum schnell an die gläserne Decke der Organisation stoßen.

Bedienungsanleitung Scrum auf einen Blick

Mit einer Umstellung auf Scrum gehen strukturelle, personelle und organisatorische Herausforderungen einher, die Management und Teams einiges abverlangt, bis sie Agilität erreichen. Diese Entwicklung braucht seine Zeit – bei falschen Erwartungen und damit einhergehender Ignoranz gegenüber agilen Werten bzw. fehlender Unterstützung durch das Management wird Scrum enttäuschen.

 

Der Product Owner ist nicht verfügbar

Der Product Owner hat eine anspruchsvolle und zentrale Rolle im Scrum Rahmenwerk. Er kennt den Kunden und die Anforderungen an das Produkt sehr genau, verwaltet und priorisiert die Anforderungen im Product Backlog und steuert dadurch die Entwicklung. Der Product Owner sollte daher immer verfügbar sein und ausreichend Zeit für das Daily Scrum, die Vorbereitung der Sprint Meetings sowie die Beantwortung von Fragen finden. Er darf nicht durch andere Aufgaben überlastet werden und sollte zeitlich flexibel sein (Vollzeit).

Um die Fortführung des Projekts sicherzustellen, wenn der Product Owner durch Urlaub, Krankheit oder andere Gründe nicht greifbar ist, sollte der Product Owner darauf hinarbeiten, immer einige User-Stories im Product Backlog sprint-ready in petto zu haben. Bei einem Ausfall des Product Owners kann das Entwicklerteam dann mehrere Sprints mit den vorbereiteten User-Stories durchführen.

Zusätzlich sollte ein Vertreter bestimmt werden, der - wenn nötig - auch Items abnehmen und Entscheidungen treffen kann. Das könnte zum Beispiel ein Lead-Entwickler sein, der über die erforderlichen Kompetenzen verfügt und ein gutes Standing im Team hat. In größeren Unternehmen mit mehreren Product Ownern kann auch ein anderer Product Owner einspringen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass dieser nicht komplett ausgelastet ist und noch über zeitlichen Spielraum für ein anderes Projekt verfügt.

 

Scrum Master ist Projektmanager

Die Rolle des Scrum Masters hat großen Einfluss auf den Erfolg des Scrum Prozesses, was aber häufig unterschätzt wird. In vielen Fällen wird die Rolle mit ungeeigneten Personen besetzt oder es fehlen die erforderlichen Kompetenzen.

Einer der häufigsten Fehler ist es, einen Team- oder Projektleiter als Scrum Master zu wählen. Denn ein Scrum Master sollte keine eigenen strategischen Interessen verfolgen, sondern sich ausschließlich für die Weiterentwicklung des Teams einsetzen. Er muss neutral und vertraulich sein. Ein Scrum Master ist in erster Linie ein Unterstützer für das Team. Er sorgt für die Durchführung und beseitigt Hindernisse, ist aber nicht für Inhalte verantwortlich. Während sich der Product Owner darum kümmert, was umgesetzt wird, geht es bei der Rolle des Scrum Masters darum, wie etwas umgesetzt wird. 

Zum anderen wird das Team in ihm weiterhin den Chef sehen und aus dem gewohnten Verhalten heraus sämtliche Verantwortung auf den Scrum Master abwälzen. Hinzu kommt, dass oftmals Ängste oder Schwachstellen nicht angesprochen werden, weil dies in die Mitarbeiterbewertung einfließen könnte. Damit ist die Kommunikation und Möglichkeit zur Verbesserung blockiert. Bei der Besetzung der Rolle des Scrum Masters ist daher unbedingt darauf Bedacht zu nehmen, dass es zu keinen Interferenzen aufgrund hierarchischer Strukturen kommt.

 

Langwierige Daily Scrum Meetings

Das Daily Scrum Meeting dient dem Team dazu, sich abzustimmen und Informationen auszutauschen. Es findet jeden Arbeitstag statt und sollte nicht länger als 15 Minuten dauern. Während dieser kurzen Zeit werden Fragen beantwortet und Probleme genannt.

Um diese Time Box einzuhalten, ist eine präzise Moderation erforderlich. Das bedeutet, der Analyse und Begründung von Problemen sollte im Daily Scrum kein Raum gegeben werden. Es ist zwar Aufgabe der Moderation, die angesprochenen Probleme in irgendeiner Form festzuhalten (Liste, Taskboard, Kärtchen, etc.), Lösungen sollten aber in gesonderten Meetings besprochen werden.

So könnten etwa jene, die zur Problemlösung gebraucht werden, im Anschluss an das Daily Scrum noch bleiben und sich darum kümmern. In manchen Fällen ist auch die Bildung von kleinen Gruppen sinnvoll, wenn es mehrere Themen gibt, die behandelt werden sollten.

 

Fehlende Retrospektive

Retrospektiven sind Teamtreffen, bei denen es darum geht, in regelmäßigen Abständen kritisch auf das Ergebnis zu schauen und aus der Vergangenheit zu lernen. Es wird analysiert, warum Dinge gut oder schlecht gelaufen sind, um so gemeinsame Maßnahmen zur Verbesserung zu entwickeln. Die regelmäßige Durchführung von Retrospektiven ist daher einer der wichtigsten Bestandteile agilen Vorgehens.

Erst durch die Retrospektive hat das Team die Chance, an seinem eigenen Vorgehen und seinen Prozessen kontinuierlich etwas zu verbessern. Ein Team, das Retrospektiven nur sehr unregelmäßig durchführt oder schlecht moderiert, wird von den positiven Effekten von Scrum wenig profitieren, da es nicht in der Lage ist, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und entsprechend anzupassen.

 

Fazit: 5 Fehler, die bei der Einführung von Scrum zu vermeiden sind

Es bestehen zahlreiche Missverständnisse und Annahmen im Hinblick auf die Verwendung von Scrum. Zwar umfasst die Beschreibung der Regeln, Werte, Rollen, Events und Artefakte im Scrum-Guide lediglich 13 Seiten, doch nicht umsonst meinen Ken Schwaber und Jeff Sutherland in ihrer Definition von Scrum, dass es leichtgewichtig, einfach zu verstehen und schwierig zu meistern ist.

Um die Vorteile von Agilität und Scrum wirklich nutzen zu können und Fehler zu vermeiden, müssen die Grundregeln agilen Managements sowie die agilen Prinzipien und Werte Scrums gelebt und angewendet werden. Scrum ist daher nicht als ein Projektmanagement-Tool zu verstehen, sondern als agile Methode, deren Anwendung eine umfassende Anpassung der Unternehmenskultur und -organisation erforderlich macht.

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Tanja ESCHBERGER

Born in Lower Austria. At LEAD Innovation she works as Head of Innovation and focuses on agile innovation management via SCRUM.

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