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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 10-Okt-2018
Autor: Daniel ZAPFL

So beeinflusst die Digitalisierung Möbel und Technologie

 

Dass die Möbelproduktion und auch der -handel durch die Digitalisierung gerade einen tiefgreifenden Wandel erlebt, ist klar. Weniger offensichtlich ist hingegen, dass durch die Digitalisierung einerseits in die Möbel selbst immer mehr Technologie gepackt wird. Und dass andererseits völlig neue Möbelstücke entstehen, die es in dieser Form und mit diesen Funktionen zuvor nicht gab. In diesem Blogbeitrag stellen wir Ihnen einige interessante Ansätze vor, die zeigen, wie der digitalen Wandel die Welt der Möbel bereichert.

Mit dem Einzug von elektrischen und vor allem elektronischen Geräten hielt etwas in die Haushalte und Büros Einzug, dass jeden von uns nervt: Kabel. Die unpassende Länge selbiger und ganz besonders der Salat daraus bringt jeden von uns zur Weißglut. Putzkräfte, die durch ein allzu energisches Säubern des Kabelbereichs die Server von Unternehmen lahmlegten, weil sie unabsichtlich den Stromstecker gezogen haben, sind Legende.

 

Schon Nikolas Tesla liebte es „wireless“

Unter dem Motto „kill the power cable“ bemühen sich Gott sei Dank schon sehr viele Hersteller von elektrischen und elektronischen Geräten, die Nabelschnur zur Stromquelle überflüssig zu machen. Nikolas Tesla hat da schon vor 120 Jahren den Anfang gemacht. Mittlerweile ist dieser Trend auch bei den Möbeln angekommen. Einige Stücke sind imstande, Energie drahtlos zu übertragen und so einer Seuche der Gegenwart zu lindern - nämlich die latent leeren Akkus der Smartphones, Tablets und Konsorten.

Paper Trenduniversum erstellen

 

Nachtkästchen oder Küchenplatte als Ladestation

Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter sucht beispielsweise gerade ein intelligentes Nachtkasterl nach Financiers. Das Unterfangen scheint zwar aussichtslos, denn vier Tage vor Finanzierungsschluss konnte das Entwicklerteam „Surface Charge“ erst 5 Prozent der für die Produktion notwendigen Geldmittel einsammeln. Das ist schade, denn das handgefertigte Möbelstück füllt die Stromspeicher Smartphones, Smartwatches, Tablet und andere Geräte auf, sobald diese daraufgelegt werden. Vielleicht ist der Misserfolg auf die Tatsache zurückzuführen, dass es Möbel mit vergleichbaren Fähigkeiten schon auf dem Markt gibt. So hat das Startup Urbaneer aus Michigan auf der CES 2018 eine „wireless kitchen“ vorgestellt. Einer smarten Arbeitsfläche bietet eine kabellose Lademöglichkeit für digitale Geräte. Doch nicht nur das: Sie verwandelt sich bei Bedarf auch in ein Kochfeld.

 

Jede Oberfläche wird zum Touchscreen

Um die Vorzüge einer smarten Küche zu genießen, müssen Sie aber nicht Ihren gesamten Altmöbelbestand durch neue Geräte ersetzen. Sony hat bereits seit einiger Zeit ein Gerät auf den Markt, das so ziemlich jede Oberfläche in eine kluge Oberfläche verwandelt. Mit Sony Xperia Projektor können Sie auf ein und derselben Arbeitsplatte im Web surfen und gleichzeitig den Teig für Ihre selbstgemachte Pizza kneten. Doch, doch, das macht Sinn - denn damit können Sie beispielsweise ganz neue Rezepte aus dem WWW ausprobieren und müssen Ihr Tablet oder Smartphone nicht mit teigigen Mehlfingern bedienen. Das ist nur einer der Use-Cases, denn der Sony Xperia Projektor ist vielseitig. Er verfügt nämlich über eine interaktive Projektionstechnik, die digitale Inhalte auf jede erdenkliche Oberfläche wirft und durch die der User durch Gesten navigieren kann. Eine rasend interessante neue Technologie hat das Gerät jetzt nicht an Board. Vielmehr ist diese Mischung aus Tablet und Beamer ein weiterer Beweis dafür, dass durch das bloße Verbinden bereits erprobter Technik etwas völlig neues entstehen kann.

 

Robotermöbel machen Kleinstwohnungen zu Großapartments

Völlig Neues lässt auch diese smarte Möbelgruppe aus den USA entstehen - und zwar auf Wunsch sogar auf Zuruf. Das Bostoner Startup Ori, das vom MIT Media Lab gegründet wurde, zaubert mit seiner Lösung aus einer Kleinwohnung ein riesiges Apartment, das über nahezu beliebig viele Räume verfügt. Dabei nimmt Ori nicht die Abkürzung über Virtual Reality, sondern es handelt sich um echte Küchen, Schlafzimmer, Wohnzimmer oder Kellerräume. Die Entwickler des Unternehmens haben Roboter-Möbel entwickelt, die einen Zimmer genau in jene Räume verwandeln, die gerade gewünscht werden. Selbst Sonderwünsche wie etwa getrennte Schlafzimmer, wenn zwischen den Bewohnern dicke Luft herrscht, erfüllt die Lösung sofort. Sie können die Robotereinrichtung entweder über die integrierte Tastatur, eine App oder via Amazon Echo über die Sprache steuern. Die Lösung, die teuren Wohnraum bestmöglich nutzt, gibts übrigens schon in zwei verschiedenen Ausführungen.

 

Ein Polstermöbel als Familientherapeut

Freilich beeinflussen Möbel immer auch die Qualität des Zusammenlebens ihrer Nutzer - zumindest ein bisschen. Das Sofa, das der große kanadische Möbelhändler Leon’s im Rahmen eines Experiments entwickelt hat, beeinflusst indes den Alltag seiner Besitzer stärker, als man es von einem Polstermöbel vermuten würde. Das gute Stück misst nämlich die Zeit, die die Bewohner - etwa eine Familie inklusive Haustiere - miteinander verbringen. Konkret: Das System erhebt die wertvolle „family time“ und wertet diese aus. In das Sofa integrierte Hotspots verbinden sich mit den Arm- oder Halsbändern, die jedes Familienmitglied permanent trägt. Damit weiß das Sofa ganz genau, wer wann mit welchem Familienmitglied Zeit gemeinsam - also wertvolle „Family Time“ verbracht hat. Eine App liefert dann jedem einzelnen Familienmitglied detaillierte Ergebnisse (siehe Reiter „the results“ ganz rechts) wie etwa welche Personen die meiste Zeit miteinander verbracht haben, an welchem Tag die Familie am wenigsten zusammen war und welche Person oder welches Haustier die meiste Zeit mit zumindest einem anderen Familienmitglied verbracht hat. Eines ist bei diesem Projekt gewiss: Die Erkenntnisse werden jeden von uns ins Grübeln bringen, der ein solches Experiment wagt. Oder ist es für Sie selbstverständlich, viermal so viel Zeit mit dem Familienhund zu verbringen, als mit Ihrem ältesten Sohn?

 

Fazit: Wie die Digitalisierung Möbel und Technologie zusammenwachsen lässt

Die Digitalisierung führt nicht nur dazu, aus Maschinen oder bloßen Dingen, smarte Maschinen und intelligente Dinge zu machen. Sie sorgt auch dafür, dass die Schnittstellen und folglich auch die Kommunikation zwischen Mensch und Apparat immer natürlicher und selbstverständlicher wird. So reicht es beispielsweise, ein leeres Smartphone auf den Tisch zu legen, damit es wieder aufgeladen wird. Es genügt, einen Projektor einzuschalten, um aus jeder Oberfläche einen Touchscreen zu zaubern, der einem das gesamte WWW zu Füßen oder wohin auch immer legt. Mit einem bloßen Sprachbefehl können Sie schon heute Ihre Wohnung in genau jene Räume verwandeln, die Sie gerade benutzen wollen. Und letztendlich ist dank Digitalisierung ein Polstermöbel dazu imstande, sich als Familientherapeut zu betätigen - oder zumindest einem menschlichen Kollegen aufschlussreiche Daten über seine Patienten zu liefern. Das ist faszinierend und beängstigend zugleich.

Innovationen der Möbelindustrie

Daniel ZAPFL

Born in Graz, Austria. After positions as project manager & head of innovation of the project management at LEAD Innovation, Daniel Zapfl has been responsible for the success of the innovation projects of our innovation partners since January 2018.

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