<img height="1" width="1" style="display:none;" alt="" src="https://dc.ads.linkedin.com/collect/?pid=1007900&amp;fmt=gif">
de | en

LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 26-Apr-2018

Die 3 wichtigsten Erfolgsfaktoren bei Front-End Innovation

 

Ganze Bände und Tagungen widmen sich dem Front End, der frühen Phasen des Innovationsprozesses. Und das nicht unberechtigt, denn die Qualität des Front-Ends ist für den Innovationserfolg sehr entscheidend. Festlegungen in dieser frühen Phase haben einen erheblichen Einfluss auf das Endergebnis. Daher muss dem Front End ein besonderes Augenmerk geschenkt werden.

 

Definition Front End des Innovationsprozesses

Das Front End als die frühe Phase des Innovationsprozesses umfasst die

  • Entwicklung der Innovationsstrategie mit Zukunfts- und Trendmanagement,
  • Innovationsfindung mit Ideensammlung, Bewertung und Auswahl, und
  • Erarbeitung des Innovationskonzeptes.

Dabei geht es bei den ersten beiden genannten Punkten um die Identifikation von Innovationsthemen und -ideen, der dritte Punkt bezieht sich schon auf ein konkretes Innovationsprojekt. Der Output des Front Ends mündet in den Entwicklungsprozess und die Lösungsfindung.

Paper Innovationsprozess

 

Erfolgsfaktor 1: Keine Chancen versäumen

Ideen sind kein Produkt des Zufalls. Und Ideen lauern überall. Das Innovationsmanagement in der Ideenfindung muss daher sicherstellen,

  • dass dem Unternehmen keine bedeutenden Chancen entgehen,
  • dass die richtigen Ideenquellen genutzt und somit die besten Ideen gefunden werden, und
  • dass aus der Menge der Ideen auf die erfolgversprechendsten Ideen fokussiert wird.

Dazu trägt einerseits die Entwicklung der Innovationsstrategie auf Basis der Analyse der Zukunft, Trends, Technologien, Märkte, Chancen, Risiken und Umfeld zur Ableitung von Suchfeldern bei. Damit wird sichergestellt, dass die Aufmerksamkeit auf die wesentlichen Ideenquellen gelenkt wird und Chancen nicht übersehen werden können. Weiters zählt dazu die Auswahl der richtigen Methoden zur Ideenfindung.

Beispielsweise hat ein Hochtechnologie-Unternehmen hohes Potential durch neue Technologien und sollte auch dazu entsprechende Ideenquellen wie zum Beispiel Patent- oder Literaturanalysen nutzen. Ein Hersteller von Consumer Goods oder anwendungskomplexen Produkten muss sich stärker am Kunden orientieren und daher marktorientierte Methoden anwenden.

Die Herausforderung liegt nicht nur im Finden der Ideen sondern vor allem auch in der Auswahl der richtigen Ideen. Dazu erfordert es einen systematischen Ideenprozess, wo alle Ideen gesammelt, bewertet und priorisiert werden. Dabei spielen die Wahl der Bewertungskriterien und die Gestaltung des Bewertungsprozesses eine große Rolle. Wichtig sind beispielsweise die Verantwortlichkeiten, wer sind die Experten, die die fachliche Bewertung liefern und wer sind die Entscheider, die die finale Freigabe geben.

 

Erfolgsfaktor 2: Struktur statt Chaos

Man tendiert dazu, dass das Front-End unstrukturiert abläuft: hier eine Idee, dort eine Idee. Oder man lässt viel Bauchgefühl in Entscheidungen zu. Doch dieses Chaos sollte man tunlichst vermeiden, denn genau das führt dazu, dass die falschen Ideen gefunden oder selektiert werden.

Das Front End des Innovationsprozesses muss sehr strukturiert ablaufen, aber trotzdem die notwendigen Freiräume, Offenheit und Kreativität zulassen. Ein Strategieprozess stellt einen klaren Zielfokus fest und gewährt Orientierung durch den gesamten Prozess. Der Ideenprozess zur Bewertung und Auswahl der Ideen stellt Systematik sicher und vermeidet, dass die begrenzten Ressourcen auf die falschen Pferde gesetzt werden.

 

Erfolgsfaktor 3: Zuerst die Hausaufgaben

Die ersten beiden Erfolgsfaktoren befassen sich mit der Ideenfindung. Beim Dritten startet man schon mit der Bearbeitung einer konkreten Idee, in vielen Fällen wird schon ein Projekt gestartet. Der erste Schritt ist hier die Entwicklung eines Innovationskonzeptes. Zweck dieser Arbeit ist das Finden und Analysieren aller relevanten Informationen als Basis für die Festlegung der Annahmen und Ableitung der Strategie für die neue Innovation.

Oft wird einfach mit der Entwicklung losgestartet. Wesentliche Informationen werden nicht gesammelt oder analysiert. So werden wichtige Details übersehen oder falsch eingeschätzt, zum Beispiel ein Konkurrenzprodukt oder ein bestehendes Schutzrecht eines Marktteilnehmers. In der frühen Phase scheinen diese Faktoren Hürden oder Einschränkungen zu sein, doch später kann man den Kurs nur mehr geringfügig korrigieren. Oder es kann sogar dazu kommen, dass das gesamte Innovationsprojekt zu einem späten Zeitpunkt gestoppt wird. Somit war dann jede Zeit- und Geldinvestition eine Verschwendung. Exakt das soll mit einer sorgfältigen Bearbeitung im Front End vermieden werden.

Zum Beispiel wird ein relevantes Kundenbedürfnis als zu niedrig in der Wichtigkeit eingeschätzt und so auch in der Produktentwicklung berücksichtigt. Die Bedeutung dieses Bedarfs entdeckt man erst später im Prozess, wo schon viele Rahmenbedingungen definiert sind und man nicht mehr zurückrudern kann.

 

Daher lautet der Appell: „Machen Sie zuerst die Hausaufgaben.“

Die Informationssammlung und die Analysen am Beginn sind erfolgsentscheidend. Sie sind die Grundlage für die Entscheidungen und das Innovationskonzept. Allerdings dürfen sie nicht in Stein gemeißelt sein. Im Laufe eines Innovationsprojektes kommen immer wieder neue Erkenntnisse und Details hinzu und diese sollen unbedingt in die Adaptierung des bestehenden Innovationskonzepts einfließen.

Zur Analyse und Bewertung aller relevanten Punkte sind Canvas oder Checklisten sehr nützlich. Die wichtigsten Themen sind:

  • Strategie-Konformität
  • Zielgruppe und Kundenbedürfnisse
  • Marktattraktivität (z.B. Marktgröße, Markteintrittsbarrieren, Marktwachstum, Wettbewerbsintensität)
  • Differenzierungspotential und Positionierung zur Konkurrenz
  • Wechselwirkung zum bestehenden Portfolio (z.B. Kannibalisierung von Produkten, Synergien mit anderen Produkten)
  • Technische Machbarkeit und Produktionskonzept (z.B. Entwicklung, Verfügbarkeit von Technologien, Produktion, Sourcing)
  • Relevante Gesetze, Normen, Schutzrechte, etc.
  • SWOT, Chancen und Risiken (z.B. interne Barrieren, technische Risiken, Marktrisiken, …)
  • uvm.

Die Inhalte der Analysen und Definitionen im Konzept muss jedes Unternehmen für sich selbst festlegen, da die Schwerpunkte beispielsweise aufgrund Geschäftsmodell oder Markt unterschiedlich sind.

All diese Punkte liefern Erkenntnisse, die in das Innovationskonzept einfließen. Damit wird auch die Produktstrategie definiert, an der sich die gesamte Entwicklung, spätere Markteinführung und auch der Produktlebenszyklus orientiert. Die Festlegungen umfassen die

  • Ziele im Innovationsprojekt (Projektziele, Marktziele z.B. Umsatzziele)
  • Zielgruppe
  • Features (zum Beispiel in Form eines Lasten- und Pflichtenheft)
  • Marketingstrategie (mit Positionierung, Pricing, Werbung etc.)
  • Sourcing- und Logistikstrategie
  • uvm.

Hat das Innovationsteam und das Management all diese relevanten Informationen und darauf basierend die ersten Festlegungen und Strategie definiert, ist im Laufe des Innovationsprozesses vieles einfacher. Alle Beteiligten haben eine klare Orientierung, woran sie ihre Tätigkeiten und Entscheidungen ausrichten. Dabei haben sie immer die Ziele und den Erfolg im Visier und alle Kräfte im Unternehmen fokussieren sich darauf.

 

Fazit - Die 3 wichtigsten Erfolgsfaktoren bei Front-End Innovation

Betrachtet man die drei Erfolgsfaktoren, wird klar, welchen mächtigen und wirksamen Hebel ein strukturiertes FronEnd im Innovationsprozess hat. Die Ideen mit dem höchsten Potential werden identifiziert. Wichtige Chancen können nicht übersehen werden, zumindest wird das Risiko signifikant geschmälert, ganz ausschließen wird man es nie können. Durch ein strukturiertes Vorgehen wird Chaos und damit Ressourcenverschwendung stark reduziert.

Durch umfangreiche Analysen vor dem Start eines Innovationsprojektes entsteht ein Innovationskonzept. Damit wird einerseits sichergestellt, dass Wesentliches nicht übersehen wird, das später zur unausweichlichen Hürde werden kann. Andererseits schafft das Konzept Orientierung für alle Innovationsbeteiligten, wodurch alle Kräfte auf das Erfolgsziel fokussiert werden können.

New Call-to-action

Franz Emprechtinger

Born in Ried im Innkreis. As former Head of Innovation, he was responsible for the entire project management and specializes in the areas of fuzzy front end and business model innovation.

Sie möchten mit uns arbeiten?

Gerne beraten wir Sie über eine mögliche Zusammenarbeit, um auch Ihr Innovationsmanagement zukunftssicher zu gestalten.

jetzt kontaktieren