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LEAD Innovation Blog

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Datum: 13-Sep-2018

Weshalb sich Corporate Venturing gleich fünffach lohnt

 

Wer selbst zu wenig gute Ideen hat, der kauft sich ein Unternehmen, das welche hat. Das ist die Grundidee von Corporate Venturing. Solche Eigenkapital-Investitionen in Startups können aber nicht nur Ihre Innovationstätigkeit befeuern. Lesen Sie in diesem Beitrag, welche Vorteile Ihnen Corporate Venturing noch bieten kann - sofern es funktioniert.

 

Corporate Venturing ist nicht neu: Bereits 1970 unterhielt ein Viertel der größten amerikanischen Unternehmen Corporate Venturing Units. Oft wurden diese aber nur als relativ günstige Spielwiese für neue Ideen gesehen. Ging es dem Unternehmen schlecht, so stellte das Management die Corporate Venturing Aktivitäten als Erstes ein. 55 Prozent der Fortune-500 Corporate Venturing-Units sind nicht älter als zehn Jahre.

Da es immer wichtiger wird Innovationen zu launchen, und dies auch möglichst schnell zu tun, ist Corporate Venturing für einige Branchen von einem Nice-to-have zu einem Must-have avanciert. Die aktivsten Corporate Venturing Fonds betreiben Technologie-Unternehmen aus den USA, wie etwa Intel, Google oder Qualcomm. Andere Branchen, wie etwa die Pharmaindustrie, entdecken Corporate Venturing aber auch immer stärker für sich. In Wien, und auch allen anderen Bundesländern, hinkt generell die Finanzierung von Startups international nach. Und Corporate Venturing steckt, von einigen bemerkenswerten Ausnahmen abgesehen, noch in den Kinderschuhen. Das ist schade, denn Corporate Venturing bietet viele Vorteile, auch für kleinere Unternehmen.

 

1) Frische Ideen von außen

Selbst wenn Ihre Mitarbeiter höchst kreativ sind und imstande sind, Ideen zu echten Inventionen reifen zu lassen, die dann auch noch am Markt reüssieren: Menschen außerhalb Ihres Unternehmens betrachten Sie selbst und den Markt, den Sie bearbeiten, aus einer völlig anderen Perspektive. Somit können Sie und Ihre Mitarbeiter gar nicht auf die Ideen kommen, die Firmenexterne haben. Es gibt viele Arten, wie Sie sich die Kreativität und den Erfindungsgeist von Menschen, die nicht für Sie arbeiten, zunutze machen können. Die LEAD User Methode wäre eine. Ein Investment in ein Startup, dessen Erfindung Ihnen strategisch gut ins Konzept passt, eine andere.

Handbuch LEAD User Methode

 

2) Günstiger Zugang zu neuer Technologie

Gründer von Startups sind oft Menschen, die mit etwas unzufrieden sind. Das kann die eigene Lebenssituation sein. So wie das bei Kiweno-Gründerin Bianca Gfrei der Fall war, die lange Jahre unter Lebensmittelunverträglichkeiten litt. Ihre Odyssee durch unser Gesundheitssystem war ihr irgendwann einmal zu dumm. Deshalb entwickelte sie gemeinsam mit Experten ein einfaches Testverfahren, mit dem der Kunde zuhause selbst die Unverträglichkeiten der gängigsten Nahrungsmittel abtesten kann. Solche für Betroffene angenehm und einfach durchzuführende Tests gab es zuvor noch nicht. Andere wiederum wollen die Welt verbessern. So wie das Team von Helioz, das ein Gerät zur einfachen Aufbereitung von Trinkwasser entwickelt hat. Ihre Erfindung hat mittlerweile sogar die Weltgesundheitsorganisation WHO anerkannt. Startups schaffen also neue Technologien. Oder aber sie nützen bestehende und setzen sie für völlig neue Zwecke ein. Wenn Sie nun mit einem Startup zusammenarbeiten, dann haben Sie auch Zugang zu dieser neuen Technologie, die Ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilung nicht erfinden muss.

 

3) Neue Geschäftsfelder schnell erschließen

Mit der Beteiligung an Startups können Sie neue Geschäftsfelder erschließen, die Sie selbst nicht bearbeiten können. Oder Bereiche, die sogar Ihr Kerngeschäft bedrohen. Dies hat die Österreichische Post AG mit ihrem Einstieg bei der Grazer Neugründung Sendhybrid gemacht. Die Firma beschäftigt sich mit dem sicheren, elektronischen Dokumentenversand. Sie bietet eine Lösung an, mit der der Nutzer orts- und zeitunabhängig auf das digitale Postfach über Smartphone, Tablet oder den PC zugreifen kann. Eine Anwendung also, die das Briefgeschäft der Post AG direkt „bedroht“.

 

4) Impulse für die Innovationskultur

Die Basis jedes Unternehmens ist der Prozess. Je größer ein Unternehmen, desto mehr Prozesse gibt es. Solange sie auch funktionieren, werden Sie sie auch nicht hinterfragen oder gar antasten. Denn dann laufen Sie Gefahr, einen Fehler zu machen. Und genau das will jeder - egal ob CEO, Portier oder auch Innovationsmanager - vermeiden. Startups sind wahre Spezialisten im Fehler machen und Meister im Hinterfragen von Prozessen. Denn beides befähigt sie erst, etwas Neues entwickeln können. Diese Fähigkeit können Sie und Ihr Innovationsmanagement von einem Startup lernen. Das kann auch TELE Haase-„Regisseur“ Markus Stelzmann (TELE Haase wird von seinen Mitarbeitern selbst geführt) bestätigen: Er meinte zur Zusammenarbeit mit dem Wiener Startup Twingz einmal: „Wir haben von unseren Startups Flexibilität gelernt. Flexibilität, die wir in einer agiler werdenden Welt brauchen. Mittlerweile probieren wir auch einfach Dinge aus, und lernen so jeden Tag etwas Neues.“

 

5) Lukrative Beteiligung

Denn etwa 80 Prozent aller Startups scheitern nach drei Jahren. Ob sich Ihr Corporate Venturing tatsächlich finanziell rechnet, ist also alles andere als sicher. Manch einer hat das richtige Gespür, so wie etwa Hansi Hansmann. Er zählt mit knapp 30 Beteiligungen an unterschiedlichsten Startups zu den aktivsten und erfolgreichsten Business Angels in Europa. Andererseits kann ein finanzieller Bauchfleck eines Startups auch ein Gewinn für Sie selbst sein. So investierte etwa der US-Computerchiphersteller Analog in den 80er Jahren in zahlreiche Unternehmen, die sich mit Alternativen zur dominanten Silicium-Technologie beschäftigten. Dieses Investment ging kräftig in die Hose, denn keine der Optionen setzte sich durch. Entweder waren sie zu komplex oder zu teuer oder beides. Analog hatte durch das Scheitern aber die Gewissheit, dass Silicium alternativlos ist, konnte den strategischen Wissensvorsprung nutzen und den eigenen Output erheblich steigern.


Fazit: Weshalb sich Corporate Venturing gleich fünffach lohnt

Immer schneller immer Neues zu bieten ist eine immer wichtiger werdende Kernkompetenz eines jeden Unternehmens. Geschäftsleute wie Konsumenten wollen in einem immer schnelleren Takt überrascht werden. Auf sich alleine gestellt ist das für viele Betriebe nicht mehr machbar. Doch das ist auch nicht notwendig. Denn kreative Erfindungsgeister gibt es genug. Eine Möglichkeit, ihrer Leidenschaft zu frönen, ist die Gründung eines Startups. Ein paar davon versuchen sich auch sicherlich schon in Ihrer Branche. Wagen Sie den Schritt zu einer Kooperation oder gar einer finanziellen Beteiligung. Denn beide Teile brauchen einander. Selten sind Startups alleine im Stande, von der chaotisch kreativen Schaffensperiode in einen geordneten Zustand der Serien- oder gar Massenproduktion zu gelangen, in dem auch Vertrieb und Marketing professionell abgedeckt werden. All das beherrschen die etablierten Betriebe, so wie etwa der Ihre, perfekt.

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Franz Emprechtinger

Born in Ried im Innkreis. As former Head of Innovation, he was responsible for the entire project management and specializes in the areas of fuzzy front end and business model innovation.

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