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LEAD Innovation Blog

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Datum: 13-Sep-2018

Wie Blockchain Austria auch Ihnen die Tür zur Blockchain öffnen will

 

Am 28. Mai feierte die Blockchain Austria ihr Kickoff-Event. Diese Plattform will der heimischen Wirtschaft die neue Technologie schmackhaft machen. Lesen Sie in diesem Beitrag, was die Blockchain ist, warum auch Sie sich damit beschäftigen sollten und wer Ihnen beim Einstieg in die Blockchain helfen kann.

 

Blockchain ist eine von mehreren neuen digitalen Technologien, die über enormes, heute schwer einschätzbares Disruptionspotenzial verfügen. Warum das so ist, zeigt sich bereits schon an ihrem Funktionsprinzip: In einer Blockchain werden nicht mehr änderbare Datentransaktionen auf vielen Computern, und nicht wie bisher auf einem Server, verteilt gespeichert und über kryptographische Verfahren abgesichert. Damit ist es möglich, echte Peer-to-Peer-Transaktionen durchzuführen, denn eine zentrale Stelle oder ein Mittelsmann sind nicht mehr notwendig. Die Blockchain ist damit so etwas wie eine dezentral geführte Buchhaltung, über die unter allen Stakeholder Konsens herrscht und die niemand „frisieren“, also manipulieren kann.

 

Bitcoin und Co sind nur ein Use-Case für die Blockchain

In unserem Wirtschaftssystem spielen Mittelsmänner, die Transaktionen einfädeln, durchführen oder bestätigen, eine zentrale Rolle. Ohne Zentralbank beispielsweise gäbe es kein Geld. Mit der Blockchain-Technologie ist eine solche Institution allerdings nicht mehr notwendig. Einer der derzeit populärsten Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain sind deshalb auch die Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. Doch eigentlich gibt es in jeder Branche Use-Cases für die Blockchain. Das World Economic Forum prognostizierte erst kürzlich, dass im Jahr 2025 bereits ein Zehntel des weltweiten Bruttoinlandsproduktes mit Hilfe von Blockchain-Technologien abgewickelt werden.

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Österreichische Unternehmen ignorieren die Blockchain

Dieser Ausblick ist schwer zu glauben, wenn man sich die bisherige Intensität vor Augen führt, mit der die österreichische Wirtschaft diese Technologie nutzt. Von den insgesamt 330.000 heimischen Betrieben erscheinen gerade einmal 105 auf der Blockchain-Landkarte.

Dass Österreich, immerhin eines der reichsten und entwickeltsten Wirtschaftsräume auf diesem Erdball, nicht den Anschluss an diese Zukunftstechnologie verliert, will die neu gegründete Initiative Blockchain Austria verhindern. Dass das Interesse an der Blockchain auch in Österreich ein hohes ist, zeigen die etwa 300 Gäste, die am 28. Mai ins Wiener Startup-Zentrum WeXelerate gekommen sind, um beim Kick-Off-Event von Blockchain Austria mit dabei zu sein.

 

Kick-off-Event bot Fakten und Einstieg in die Blockchain

Die Veranstaltung bot eine gute Möglichkeit, mehr über den Stellenwert der neuen Technologie in der heimischen Wirtschaft zu erfahren und Zugang zur Blockchain für sich selbst zu finden:

  • Das Verständnis und das Wissen über die Blockchain ist in der heimischen Wirtschaft, ja selbst bei den sehr technologieaffinen Startups, sehr gering ausgeprägt. Blockchain Austria will deshalb auch als eine Art Think-Tank agieren, der jedem beim Einstieg in die Blockchain-Thematik helfen will. Gleichzeitig soll die Initiative als Plattform dienen, auf der sich nationale und internationale Player vernetzen können, über die ein Know-how-Transfer stattfindet und die auch Pilotprojekte durchführt und sogenannte Sandboxes zur Verfügung stellt. Zur Erläuterung: Eine Sandbox erlaubt es, dass Pilotprojekte innerhalb eines geschützten Regulierungsrahmens durchgeführt werden. Eine Sandbox ist sozusagen eine Sandkiste für Erwachsene.
  • Die österreichischen Blockchain-Forscher bündeln ihre Kräfte bereits im ABC Austrian Blockchain Centers. Den Lead dieser Initiative hat das erst Anfang 2018 gegründete Forschungsinstitut für Kryptoökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien übernommen. Die Wissenschafter beschäftigen sich dort mit hochrelevanten Fragen, wie man etwa Steuern in einer Blockchain-Wirtschaft einheben könnte.
  • Als eines der wenigen österreichischen Unternehmen beschäftigt sich die Österreichische Post AG schon länger mit der Blockchain-Technologie. Mit der Kryptobörse Bitpanda arbeitet das Unternehmen schon mehr als ein Jahr zusammen und bietet Kryptowährungen zum Kauf Wie Daniel Döller von der der Österreichischen Post AG beim Blockchain Austria Kick-off-Event betonte, beschäftigt man sich aber intensiv mit weiteren Anwendungsmöglichkeiten. So wären etwa mithilfe von Crypto-Tags individuelle Pakettarife mit buchbaren Zusatzservices, wie eine Versicherung, denkbar.
  • Im Bundesrechenzentrum (BRZ) beschäftigt man sich intensiv damit, was die Blockchain für den Öffentlichen Sektor bedeutet. Dabei geht es beispielsweise um den Aspekt der Fälschungssicherheit, wie Matthias Lichtenthaler Head of Digital Transformation des BRZ erläuterte. So würde bei einem schwedischen Pilotprojekt etwa die juristische Dokumentation in der Blockchain gesichert werden. Dadurch wäre die Anzahl der Einsprüche in Gerichtsprozessen zurückgegangen. Denn als letzte Option wenden Anwälte oft ein, dass gefälschte Dokumente eingebracht wurden, und verzögern somit den Prozess. Die vom BRZ eingerichtete, virtuelle Gemeinde Kettenbruck, soll als Testgelände für Blockchain-Anwendungen im Öffentlichen Bereich dienen. Dort können sich auch real existierende Gemeinden Inspirationen für ihre eigenen Blockchain-Aktivitäten holen.
  • Wie man durch die Blockchain Mittelsmänner in der Praxis tatsächlich ausschaltet, schilderte Paul Polterer von Herosphere. Auf dieser Online-Plattform können die User auf E-Sport-Spiele gegeneinander Wetten. Durch die Blockchain ist kein Buchmacher notwendig. „Wir fanden es unfair, dass ich beim Wetten als Privater gegen professionelle Buchmacher antreten muss“, fasste Polterer den Gründungsgedanken zusammen. Deshalb realisierte man mithilfe der Blockchain ein System, auf dem Freunde gegen Freunde wetten können. Herosphere hat übrigens das ersten Initial Coin Offering (ICO) nach österreichischem Recht durchgeführt. Diese neue Form der Unternehmensfinanzierung ist vereinfacht gesagt ein IPO mithilfe der Blockchain.
  • Trotz der Gründung der Initiative Blockchain Austria ist Österreich in Sachen Blockchain nicht der Nabel der Welt. Die Zentren liegen ganz woanders, wie der Blockchain Influencer Robert Schwertner alias „Cryptorobby“ in seinem Vortrag bei der Blockchain-Austria-Einstandsparty betonte. In Hong Kong, Singapur, Estland, Malta, Gibraltar, der Schweiz und interessanterweise in der letzten Diktatur Europas, Weißrussland, wäre man wesentlich weiter. Dubai würde sich überhaupt als „Capital of Blockchain-Technology“ Ein Blick über die nationalen Grenzen ist also überaus lohnenswert, denn, so Schwertner: „im internationalen Vergleich ist Österreich bestenfalls Mittelmaß“.
  • Einen Eindruck, wie vielfältig sich die Blockchain in der Wirtschaft und Gesellschaft einsetzen lässt, zeigt diese Aufstellung der Blockchain Austria. Sie enthält Use-Cases angefangen von dezentralen Cloudspeichern bis hin zu Carsharing- und Versicherungslösungen.

 

Fazit: Wie Blockchain Austria auch Ihnen die Tür zur Blockchain offnen will

Blockchain ist eine Technologie, die dem Einzelnen mehr Macht gibt und letztendlich auch zu einer gerechteren Welt führen kann. Auf Basis der Blockchain lassen sich völlig neue Organisationsformen in unserem Wirtschaftssystem realisieren: Dezentrale Autonome Organisationen kommen ohne Manager aus, die Entscheidungen treffen alle Teilhaber basisdemokratisch. Bis dahin ist es freilich noch ein weiter Weg, und ob diese Organisationsform jemals wirklich in der Wirtschaft Fuß fassen wird, steht freilich in den Sternen. Fix ist hingegen, dass von der Blockchain ein enormer Veränderungsdruck in allen Branchen ausgeht. Es ist also Zeit, sich selbst mit dem Einstieg in die Blockchain zu beschäftigen. Denn viele andere tun es bereits.

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Angela HENGSBERGER

Born and raised in Vienna. Since 2012 she has been in charge of Business Development at LEAD Innovation with the functions marketing, sales and communication.

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