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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 12-Okt-2018

Agiles Innovationsmanagement mittels Scrum

 

Viele kennen Scrum aus dem Rugby. Es ist das Gedränge, das für diesen englischen Sport so typisch ist. Aber was hat das mit Innovation zu tun?

Scrum ist ein agiles Vorgehens- und Projektmanagement-Modell, das seinen Ursprung in der Softwareentwicklung hat und seit Jahren Einzug in das Innovationsmanagement hält. Scrum steht wie auch im Rugby für kleine, selbstorganisierte und agile Einheiten. Innovationen haben immer mit Unsicherheiten und Ungewissheit zu tun, man kennt das Ziel und den Weg nur zum Teil und so erfordert es Agilität, Flexibilität und schnelle Ergebnisse. Und genau das bietet Scrum. Optimal eingesetzt, auch in Kombination mit dem Stage-Gate-Prozess, eignet sich Scrum bestens für Innovationsprozesse und Innovationsprojekte.

Funktionsprinzipien und Elemente von Scrum

Das Ziel von Scrum ist möglichst schnell und effizient hochwertige Innovationen zu entwickeln. Dabei werden in kurzer Zeit greifbare Zwischenprodukte in Form von Prototypen entwickelt, um Feedback von den Auftraggebern und den Kunden zu erhalten.

Es gibt keine Lasten- oder Pflichtenhefte. Bei Scrum steht ganz oben eine Vision, die definiert, was mit dem Innovationsprojekt erreicht werden soll, und die Orientierung gibt. Die Anforderungen werden aus Kunden- und Anwendersicht formuliert und im Product Backlog gesammelt.

Ein Scrum-Team besteht üblicherweise aus drei bis zehn Personen. Um die notwendige Performance zu gewähren, arbeiten alle Teammitglieder in einem Raum zusammen, wo auch die Anforderungen, die Pläne und der Projektstatus visualisiert werden.

Bedienungsanleitung Scrum auf einen Blick

 

Wichtig Rollen bei Scrum sind der Product Owner und der Scrum Master. Der Product Owner ist für die Inhalte in Form der Produktanforderungen und –eigenschaften (Product Backlog) und für den Erfolg verantwortlich. Die Rolle ist ähnlich einem Projektmanager, der die Interessen des Auftraggebers vertritt, für Qualität, Zeit und Kosten zuständig ist und mit den Stakeholdern interagiert.

Der Scrum Master gehört nicht zum Team, sondern trägt eine unterstützende Rolle. Er sorgt dafür, dass Scrum gelingt. Er ist eine Art Moderator und Coach und stellt sicher, dass das Projekt und das Team performen. Dazu zählt die Sicherstellung der Funktion der Scrum Regeln und Prinzipen, aber auch die Intervention bei Problemen.

Die Grundlage eines Scrum-Projektes ist der Releaseplan, der ein Grobplan für das Projekt ist und vom Product Owner erstellt wird. Auf Basis des Releaseplan und des Product Backlogs werden die Sprints geplant. Ein Sprint ist ein Arbeitsabschnitt und wird zyklisch, in Intervallen geplant. Zum Beispiel gibt es alle zwei Wochen einen Sprint, wo definiert wird, welche Anforderungen abgearbeitet werden und was am Ende des Sprints geliefert werden soll. Das sollte üblicherweise ein greifbares Teilprodukt (Product Increment) für den Kunden sein.

Die Steuerung und Dokumentation des Fortschritts erfolgt über das Sprint Backlog, was eine Liste der Anforderungen und deren Status, z.B. offen / in Bearbeitung / erledigt ist. Das Projektteam bespricht im Daily Scrum, einer kurzen Morgenbesprechung, den Projektstatus. Jeder berichtet über seinen Status, was seine nächste Aufgabe ist und ob es Probleme gibt.

Am Ende des Sprints findet der Sprint Review statt, wo das Ergebnis vorgestellt wird. Das Team analysiert und prüft gemeinsam mit den Kunden und Stakeholdern, ob die Ziele des Sprints und in Folge auch des Projektes erreicht wurden und sie definieren die Details für den folgenden Sprint. Während und nach einem Sprint wird auch ständig das Product Backlog aktualisiert und ergänzt.

In der Sprint Retrospektive werden ähnlich wie bei Lessons Learned die Arbeitsweisen und die Performance reflektiert. Das Team leitet Verbesserungen ab, um effizienter und effektiver zu werden.

So wird das Innovationsprojekt schrittweise bzw. Sprint für Sprint abgearbeitet, bis das Endergebnis verfügbar ist.

 

Praxisbeispiel – Innovationsprojekte mit Scrum bei Getzner Textil

Der Vorarlberger Textilhersteller Getzner hat in seiner Innovationsabteilung Scrum mit Erfolg umgesetzt. Sie haben die Methode und ihre Prinzipien für sich und ihre Bedürfnisse optimal adaptiert und eingeführt. In der Scrum-Fachsprache nennt sich das Scrumbut „We use Scrum, but …“.

Dabei hat das vierköpfige Innovationsteam unter Annabell Pehlivan ein Scrum-Board, wo alle Projekte abgebildet sind. Die Basis jedes Projektes sind die Release Pläne als Grobpläne.

In vierwöchigen Sprints werden die Aufgaben auf Arbeitspakete heruntergebrochen, wobei ein Arbeitspaket nicht länger als acht Stunden dauern darf. Die Arbeitspakete werden auf Post-Its am Board festgehalten, wo auch deren Status verfolgt wird. Die Farbe des Post-Its sagt aus, wer für die Aufgabe verantwortlich ist.

Hinter jedem Innovationsprojekt steht eine User Story. Potentielle Kunden werden von Beginn an in die Projekte eingebunden und bekommen am Ende eines Sprints das Ergebnis präsentiert. Das Feedback läuft wiederum in die Projekte ein. Dabei spielen vor allem LEAD User eine wichtige Rolle. So wird die Kundenorientierung im gesamten Projektverlauf sichergestellt.

In 15 minütigen Daily Standups wird der Status der Arbeitspakete besprochen. Dabei unterstützt ein professionell ausgebildeter Srcum Master. Jede Woche gibt es ein Sprint-Meeting und alle zwei Wochen gibt es einen Zwischensprint, wo die Ergebnisse präsentiert und analysiert werden.

Getzner Textil hat so ganz pragmatisch die effektive Projektmethode Scrum für sich angepasst und organisiert damit mit Erfolg das gesamte Innovationsprojektportfolio.

 

Vorteile von Scrum im Innovationsprozess

Viele Praxisbeispiele haben schon demonstriert, dass man mit Scrum Innovationsprojekte perfekt organisieren kann. Die Agilität, Flexibilität, Transparenz und enge Zusammenarbeit bringen viele Vorteile, die einen hohen Beitrag zum Innovationserfolg leisten.

Der Projekterfolg basiert vor allem auf folgenden Vorteilen:

  • Transparenz durch die Visualisierung des Projektes und durch die regelmäßigen Abstimmungen.
  • Enge Zusammenarbeit und Informationsaustausch.
  • Durch den engen Austausch kann jeder Aufgaben anderer übernehmen.
  • Fokus auf die Arbeitsweisen und deren ständige Verbesserung.
  • Enge Kundenorientierung und Einbindung der Kunden in die Projekte.
  • Hohe Mitarbeiterzufriedenheit durch die Art der Zusammenarbeit, Gleichwertigkeit (keine Hierarchien), etc.

Diese Arbeitsweisen tragen dazu bei, dass Ergebnisse schnell geliefert werden, dadurch Kosten reduziert werden und die Qualität gesteigert wird. Außerdem tauchen Probleme schnell auf der Oberfläche auf und können so rasch gelöst werden.

 

 

Fazit - agiles Innovationsmanagement mittels Scrum

Scrum ist eine großartige Methode, die die Innovationswelt für sich entdeckt hat, weil sie genau den Problemen und Herausforderungen in Innovationsprojekten wie zum Beispiel die hohen Unsicherheiten und eingeschränkte Planbarkeit entgegen wirkt.

Wichtig dabei ist das Scrumbut, sowie dass jedes Unternehmen die Methode für sich entsprechend der individuellen Anforderungen adaptiert. Denn es gibt kein allgemeingültiges Rezept, vor allem auch, weil Softwareprodukte unterschiedliche Rahmenbedingungen haben, als Hardwareprodukte. Beispielsweise kann man bei Softwareprodukten im Vergleich zu Produktentwicklungen relativ schnell Prototypen liefern. Daher muss man Scrum für sich so anpassen und mit dem Innovationsprozess kombinieren, damit es einen höchsten Nutzen bringt. Und dazu bietet Scrum viele Potentiale. 

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Angela HENGSBERGER

Born and raised in Vienna. Since 2012 she has been in charge of Business Development at LEAD Innovation with the functions marketing, sales and communication.

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