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LEAD Innovation Blog

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Datum: 19-Sep-2019

5 Thesen über die Arbeit der Zukunft

Die Digitalisierung verändert unser Leben in nahezu allen Bereichen – so auch im beruflichen Umfeld. Neue Technologien und neue Konzepte zur Arbeitsweise spielen dabei eine wichtige Rolle. Lesen Sie in diesem Beitrag, welche Entwicklungen die Arbeitswelt in den kommenden zehn Jahren besonders prägen werden.

1. Zeitliche und räumliche Flexibilisierung wird zum Status quo

Bereits heute gestalten Unternehmen ihre Arbeitsstrukturen flexibler. Mittlerweile ist es weit verbreitet, dass Mitarbeiter zeitlich und räumlich flexibel arbeiten. In Zukunft werden Formen von New Work, wie Coworking-Spaces oder das Homeoffice, die Regel sein. Neue digitale Technologien verstärken diesen Trend.

So wird etwa Augmented Reality (AR) eine entscheidende Rolle spielen, um Projekte zu verbessern oder Echtzeit-Updates zu erhalten. Virtual Reality (VR) wiederum fördert die Zusammenarbeit im Team, da Mitarbeiter an virtuellen Meetings auf der ganzen Welt teilnehmen können. Wer beispielsweise nicht physisch im Collaboration-Hub anwesend ist, kann sich mittels AR- und VR-Equipment visuell und kognitiv jederzeit und von überall her dort einklinken. 3D- und 4D- Kommunikation wird damit Teil des Arbeitsalltags.

Der eigene Schreibtisch als Arbeitsort verliert an Bedeutung, während virtuelle Arbeitsplätze eine zunehmende Rolle spielen werden. Ob sich das relativ neue Konzept von „Workation“, die Kombination aus Arbeit („work“) und Urlaub („vacation“), allerdings langfristig durchsetzt, wird sich zeigen. Denn vor allem jüngere Arbeitnehmer der Generation Z lehnen eine zu starke Vermischung von  Arbeit und Freizeit ab. 

Dass mobiles Arbeiten bei Mitarbeitern grundsätzlich einen hohen Stellenwert hat, verdeutlicht eine aktuelle Studie der IMC FH Krems: Bereits 75 Prozent aller Jobsuchenden filtern Unternehmen nach flexiblen Arbeitsweisen und 72 Prozent der Beschäftigten würden eine Gehaltserhöhung gegen die Einführung mobiler Arbeitsweisen tauschen. Eine Herausforderung für Unternehmen wird allerdings sein, wie sie vor diesem Hintergrund ein unternehmensweites Gemeinschaftsgefühl und eine starke Unternehmenskultur entwickeln können.

2. Büroinfrastrukturen werden offener

Der Trend zu flexiblen Arbeitsweisen spiegelt sich auch in der Gestaltung von Büroräumlichkeiten. Die Funktion des Bürodesigns wird zukünftig vor allem darin bestehen, Kreativität und kollaborative Arbeitsbeziehungen zu fördern: Neben Großraumbüros und Coworking-Centers gehören dann flexible, multifunktionale Bereiche, Desk-Sharing, Freiflächen sowie Ruhe- und Kollaborationszonen branchenübergreifend zum Businessalltag. Microsoft Österreich hat seinen Standort in Wien beispielsweise bereits mit mehr als 60 Meetingräumen ausgestattet, die jeweils unterschiedliche Funktionen besitzen. Um das Arbeiten in offenen Teams zu begünstigen, haben Mitarbeiter auch keinen fixen Arbeitsplatz mehr. Je nach Projekt arbeiten sie flexibel dort, wo es sinnvoll ist.

3. Projektbasierte Arbeitsformen gewinnen an Bedeutung

Auch auf einer anderen Ebene wird es flexibler werden. Die digitale Transformation lässt traditionelle, lineare Wertschöpfungsketten immer mehr erodieren und verwandelt sie in komplexe Ökosysteme. Projekte werden daher zu Lasten der klassischen Linienorganisation zunehmend von interdisziplinären Teams abgewickelt. Zudem werden auch Arbeitsverhältnisse durch Freelancer, Internships und Job Hopping flexibler. Es wird sich daher zukünftig nicht nur das Wann und Wo der Arbeit verändern, sondern auch der Modus der Zusammenarbeit mit Kollegen sowie Kunden.

Viele Unternehmen forcieren derzeit agile Arbeitsweisen, um im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung schnell und innovativ auf Veränderungen reagieren zu können. Agilität ist in diesem Zusammenhang als Fähigkeit von Teams und Organisationen zu verstehen, in einem unsicheren, sich verändernden und dynamischen Umfeld flexibel, anpassungsfähig und schnell zu agieren. Verschiedene Methoden wie SCRUM und Design Thinking unterstützen das Arbeiten nach agilen Prinzipien.

Mit agilen Projektteams und agilen Innovationsmethoden können Unternehmen Risiken minimieren und Innovationen schneller auf den Markt bringen. Beides sind entscheidende Vorteile, um sich in der sogenannten neuen VUCA-Welt einen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Agiles Arbeiten will allerdings gelernt sein und erfordert eine entsprechende Anpassung der Unternehmenskultur. Auch ist nicht jeder Mitarbeiter dafür geeignet, in agilen Teams zu arbeiten. Agile Mitarbeiter brauchen eine stabile Persönlichkeit, um sich an ständig verändernde Rahmenbedingungen und neue Teams anpassen zu können. Ebenso eignen sich nicht alle Projekte für agile Methoden.

 

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4. Führungsstil wird flexibler

Mit der steigenden Komplexität der vernetzten Arbeitswelt wächst die Autonomie am Arbeitsplatz und klassische Hierarchien lösen sich durch ständig wechselnde Projektteams zunehmend auf. Als Konsequenz verändern sich auch die Anforderungen an Führungskräfte und -systeme – weg von Hierarchien hin zu einem coachenden, lateralen und unterstützenden Führungsverständnis.

Diesen Trend bestätigt auch eine Befragung von 164 Personalverantwortlichen aus dem XING-Netzwerk. 64 Prozent der Personaler gehen davon aus, dass die klassische Top-down-Unternehmensführung in 15 Jahren durch einen agileren Führungsstil abgelöst sein wird. Jedes siebte Unternehmen glaubt sogar, dass es bei ihm in 15 Jahren keine Hierarchien und Vorgesetzte mehr geben wird.

In Zukunft werde ein transparentes Regelwerk die Verantwortung auf einzelne Funktionen aufteilen, davon sind die befragten Personaler überzeugt. Die Mitarbeiter werden hierbei selbst bestimmen, welche Rollen innerhalb der einzelnen Arbeitskreise zu besetzen sind. Dadurch wird die Entscheidungsfreiheit für jeden steigen.

5. Unternehmenskulturen wandeln sich

Unternehmen ist es oft nicht bewusst, dass neue Arbeitswelten wie etwa mobiles Arbeiten oder agile Projektteams einen Wandel der Unternehmenskultur erfordern. Hinzu kommt, dass je älter und größer das Unternehmen ist, desto schwieriger auch Veränderungen durchführbar sind.  

Führungskräfte sind durch neue Arbeitsformen oft am meisten gefordert, weil sie eine Änderung im Führungsstil bewirken. Umgekehrt bedeutet das natürlich auch, dass Führungskräfte, die diese Veränderungen nicht wirklich wollen, ein echtes Hindernis auf diesem Weg sein können. Die Einführung neuer Arbeitswelten und Agilität im Unternehmen wird daher nur dann funktionieren, wenn Führungskräfte zum Umdenken bereit sind.

Ein wichtiger Faktor im Veränderungsprozess ist auch die aktive Einbeziehung der Mitarbeiter, beispielsweise bei der Gestaltung eines neuen Büros. Mitarbeiter müssen zudem bei der Aneignung der erforderlichen Kompetenzen unterstützt werden. Schließlich ist auch die Entwicklung einer Fehlerkultur und die Festlegung klarer Spielregeln (für z.B. mobiles Arbeiten) essentiell.

Fazit: Kultureller Wandel durch neue Arbeitswelten

Die zunehmende Digitalisierung wird mit einer deutlichen Umgestaltung der Arbeitswelt einhergehen. Neue Beschäftigungsformen und neue Organisationsformen müssen jedoch von Change-Management Prozessen begleitet werden, um erfolgreich zu sein. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Anpassung der Unternehmens- bzw. Innovationskultur und die Weiterbildung der Mitarbeiter in Hinblick auf die erforderlichen neuen Kompetenzen. Lediglich neue Büroräume zu bauen ist zu kurz gegriffen und wird nicht zum gewünschten Erfolg führen.

 

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Gerhard BERTHOLD

Born in Vienna. At LEAD Innovation he works as Innovation Manager.

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