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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 13-Sep-2018

Das sind die größten Zeitfresser im Innovationsprozess

 

Innovationen brauchen Zeit - manchmal so viel, dass die Chance zur erfolgreichen Markteinführung eines Produkts vertan wird. Wo sich Zeitfresser im Innovationsprozess verbergen und wie Sie diese vermeiden und Innovationen beschleunigen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

#1 Unklare Ziele bei Projektbeginn

Die meiste Zeit wird vertan, weil unklare Ziele zu Projektbeginn oder ungelöste Zielkonflikte zwischen den jeweiligen Bereichen und Abteilungen zur Verlängerung der Produktentwicklungsdauer führen. Wenn kein gemeinsames Verständnis über das Innovationsvorhaben im Unternehmen vorhanden ist, führt dies unweigerlich zu Blockaden und Zeitverlust im Innovationsprozess.

Für jedes Innovationsprojekt sollten daher am Beginn des Projekts in einem strukturierten Prozess klare Ziele und Suchfelder definiert werden, also z.B. welche Zielgruppe möchten wir ansprechen oder welche Innovationsart wird angestrebt. Zur praktischen Umsetzung der Zieldefinition haben sich Methoden wie Innovationsstammbaum, Trenduniversum, Roadmap und die daraus abgeleiteten Suchfelder bewährt.

Paper Innovationsprozess

 

#2 Warten auf den fertigen Prototyp

Ein weiterer Zeitfresser im Innovationsprozess ist das späte Einholen von Kundenfeedback, weil man auf den fertigen Prototypen wartet. Wird ein Produkt oder eine Dienstleistung lediglich intern entwickelt und tritt das Unternehmen erst am Ende des Entwicklungsprozesses mit dem Kunden in Kontakt, kann es zu zeitintensiven Nacharbeiten aufgrund auftretender Probleme kommen.

Dieser Zeitverlust kann vermieden werden, wenn man schon frühzeitig mit dem Kunden in Kontakt tritt. Und zwar nicht nur in Form von losen Gesprächen, sondern indem man – sofern möglich – dem Kunden etwas zeigt, das Feedback erlaubt, ohne jedoch einen voll funktionsfähigen Prototyp zu präsentieren.

Eine konkrete Lösung bietet das Konzept des „Minimum Viable Products (MVP)“ in Verbindung mit agilem Innovationsmanagement. Der grundlegende Gedanke bei der Erstellung eines MVP ist es, ein Produkt möglichst schnell mit den nötigsten Features zu erstellen, umgehend zu veröffentlichen und von (potenziellen) Kunden Feedback einzuholen. Auf Basis dieses Feedbacks wird im Sinne von Build-Measure-Learn das MVP sukzessive erweitert und verbessert. Auf diese Weise kann eine Menge Zeit, Arbeit und Geld gespart werden.

 

#3 Starre Innovationsprozesse

Das sture, prozessuale Abarbeiten des festgelegten Innovationsprozesses ist ebenfalls als Zeitfresser im Innovationprozess zu nennen. Das eigentliche Ziel sollte ein Prozess sein, der zulässt, dass Phasen im Innovationsprozess abgebrochen und wiederholt werden können, um die Qualität des Outcomes zu erhöhen.

Es erfordert natürlich Mut, diese vermeintliche Zeitverzögerung in Kauf zu nehmen und ein gewisses Risiko einzugehen. Durch den Einbau agiler Loops wird der starre Innovationsprozess jedoch aufgelockert und führt letztlich zu einer Beschleunigung des Innovationsprozesses.  

Wie Sie agiles Innovationsmanagement konkret in Ihrem Unternehmen anwenden können, um Flexibilität und Schnelligkeit in Ihre Innovationsprojekte zu bringen, erfahren Sie in unserem Whitepaper Agiles Innovationsmanagement.

 

#4 Innovationshemmende Fehlerkultur

Hand in Hand mit einer restriktiven Fehlerkultur in Unternehmen geht die Risikoaversion in Hinblick auf agiles Innovationsmanagement. Beteiligte Mitarbeiter meinen, sie wüssten noch zu wenig und könnten daher das Risiko agiler Loops im Sinne von Build-Measure-Learn nicht eingehen. Genau dieses Risiko würde aber das entscheidende Learning bringen. Dazu ein sehr treffendes Zitat von Peter Ducker:

„Menschen, die kein Risiko eingehen, machen etwa zwei schwere Fehler pro Jahr. Menschen, die Risiken eingehen, machen etwa zwei schwere Fehler pro Jahr.“

Durch Fehler kann schneller und mehr gelernt werden als durch Recherche, weil die Wahrheiten eben nicht im Unternehmen liegen, sondern außerhalb beim Kunden. Wenn keine Fehler erlaubt sind, dann bremst sich das Unternehmen automatisch selbst aus. Denn will man immer alles richtigmachen, dann bedingt das einen Informationsstand von 90 Prozent. Die letzten 10 Prozent von 80 auf 90 Prozent benötigen jedoch so viel Zeit, dass man mit dem Zulassen von Fehlern viel schneller auf diesen Wissenstand kommen könnte oder ihn überhaupt erst dadurch erreicht.  

Eine Unternehmenskultur, die keine Fehler zulässt, verhindert Innovation. Das Ausprobieren von Neuem sollte belohnt und nicht bestraft werden. Lesen Sie dazu ein Beispiel erfolgreicher Innovationskultur in unserem Blog Hervis zeigt, wie Innovation durch Fehler gelingen kann.

 

#5 Entscheidungen werden nicht getroffen

Im Innovationsprozess kommt das Innovationsteam an bestimmten Punkten zu entscheidungsrelevanten Themen, die das Team nicht mehr alleine entscheiden darf und an entscheidungsbefugte Gremien weitergeben muss. Sind die relevanten Gremien mit den falschen Personen besetzt, werden Entscheidungen nicht oder nur sehr schleppend getroffen.

Die Gründe hierfür können verschiedenster Natur sein – die Mitglieder der Gremien treffen einander nicht, sind zu beschäftigt oder haben nicht das Expertenwissen, um es entscheiden können. Somit verschleppt sich die Entscheidung und wird zum Zeitfresser im Innovationsprozess.

Ein möglicher Lösungsansatz für diese Problematik lässt sich von Start-ups ableiten. Jedes Unternehmen kann agile und selbstorganisierte Innovationsteams aufbauen, die genauso schnell entscheiden können wie Start-ups. Diese Innovationsteams erhalten einen klaren Auftrag sowie entsprechende Kompetenzen und Entscheidungsbefugnisse innerhalb des Innovationsprojektes. Sie müssen dann nicht mehr verschiedene Gremien abklappern und auf deren Entscheidungen warten.

Zudem wird die Entscheidung von jenen Personen getroffen, die auch über das notwendige fachliche Wissen verfügen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Agile Teams auf Basis von beispielsweise Scrum, machen Unternehmen nicht nur schneller und innovativer, sie tragen auch wesentlich zu einer positiven Innovationskultur mit motivierten und engagierten Mitarbeitern bei.

 

#6 Projektleitungsdefizite

Effiziente Innovationsteams sind interdisziplinär besetzt. Die einzelnen Mitarbeiter arbeiten daher in der Regel in unterschiedlichen Abteilungen. Somit muss ein kompetenter Projektmanager bestellt werden, der die Koordination des Projektes übernimmt und dafür sorgt, dass es am Laufen bleibt. Das Projektmanagement von Innovationsvorhaben nimmt aufgrund des Umfangs, der Interdisziplinarität und der Komplexität eine Schlüsselrolle ein. Fehlt die Koordination der Meetings, Aufgaben und Prozessschritte verzögert sich das Innovationsvorhaben unweigerlich oder kommt komplett zum Erliegen.

 

#7 Mangel an zeitlichen Ressourcen

Doch nicht nur eine unzulängliche Projektleitung wird zum Zeitfresser im Innovationsprozess. Auch das Thema Ressourcen sollte im Rahmen des Projektmanagements berücksichtigt werden. Mitarbeiter interdisziplinärer Innovationsteams sind meist im Tagesgeschäft intensiv eingespannt. Überträgt man ihnen zusätzliche Aufgaben, stoßen sie sehr schnell auf Kapazitätsengpässe.

Es ist daher für eine entsprechende Akzeptanz des Innovationsvorhabens im Unternehmen zu sorgen, die beteiligten Mitarbeitern Freiräume ermöglicht und die erforderlichen zeitlichen Ressourcen zur Verfügung stellt. Andernfalls wird es für Teammitglieder in der Linie schwierig – denn jede Terminverschiebung bedeutet ja nicht nur auf morgen, sondern aufgrund des vollen Terminkalenders gleich um mehrere Wochen.

 

Fazit: Zeitfresser im Innovationsprozess

Um Innovationen rasch voranzutreiben und die genannten Zeitfresser im Innovationsprozess auszuschalten, braucht es daher:

  1. Klare Ziele bereits bei Projektbeginn
  2. Frühzeitiges Einholen von Kundenfeedback (Minimum Viable Products)
  3. Flexible Strukturen durch agiles Innovationsmanagement (Build-Measure-Learn)
  4. Eine positive und offene Fehlerkultur
  5. Effiziente Entscheidungsstrukturen bzw. agile, selbstorganisierte Teams mit Entscheidungskompetenz
  6. Eine kompetente Projektleitung
  7. Zeitliche Ressourcen für die Mitglieder des Innovationsteams

„Erfolgreiche Innovation ist kein Zufall, sondern schweißtreibende Arbeit!“

Felix Gerg (deutscher IoT-Berater)

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Tanja ESCHBERGER

Born in Lower Austria. At LEAD Innovation she works as Head of Innovation and focuses on agile innovation management via SCRUM.

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