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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 13-Sep-2018

Wie Sie mit Technological Competence Leveraging neue Märkte erobern

 

Jene Technologien, über die Ihr Betrieb verfügt, könnten in völlig anderen Märkten von großem Nutzen sein. Technological Competence Leveraging ist ein strukturierter Prozess, um für vorhandene Lösungen neue Anwendungen zu suchen. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, für welche Branchen sich die Methode eignet und wie Sie damit neue Wachstumschancen wahrnehmen können.

Zum Unternehmertum gehört es dazu, für Probleme Lösungen zu suchen und umzusetzen. So stand stand etwa das österreichische Unternehmen GEA/Waldviertler vor dem Problem, keine wirklich passende Software für die eigenen Ansprüche zu finden. Der Hersteller und Händler von Schuhen, Möbeln, Naturmatratzen, Taschen und Accessoires suchte eine Anwendungen, die intuitiv bedienbar und über die Cloud verfügbar ist, aber die Daten des Users und des Kunden nicht ins Ausland transferiert. Der Anwender sollte aus genau jenen Modulen wählen können, die er braucht, und das zu günstigen und im Vornherein kalkulierbaren Kosten.

 

GEA: Neben Waldviertlern auch KMU-Software im Programm

Um dieses Problem zu lösen, betraute der Firmenchef Heini Staudinger, hierzulande wegen seiner Auseinandersetzung mit der Finanzmarktaufsicht (FMA) als Finanzrebell bekannt, einfach Mitarbeiter damit, ein Softwarepaket zu programmieren, das genau diesen Anforderungen und der neuen Registrierkassenpflicht entsprach. Daraus entstand ein neuer Geschäftszweig: Unter der Marke GEAsoft offeriert das Unternehmen mit Sitz in Schrems nun auch Software und EDV-Dienstleistungen , die die Ansprüche von Klein- und Mittelbetrieben erfüllen. Der umtriebige Geschäftsmann hat also nicht nur ein Problem gelöst, sondern gleich einen neuen Markt erschlossen.

Produktfolder LEAD Transfer

 

Amazon: Aus eigenem Problem wurde ein lukrativer Geschäftszweig

Ähnlich ist übrigens auch der Online-Händler Amazon vorgegangen. Der US-Konzern benötigte ein IT-System, das eine nahezu hundertprozentige Ausfallsicherheit bot. Denn auch wenn der eigene Onlineshop nur kurze Zeit nicht für die User erreichbar ist, kostet das viel Geld. Ein Problem übrigens, vor dem auch viele andere Unternehmen jeglicher Größe stehen: Je weiter die Digitalisierung fortschreitet, desto teurer wird es für Firmen, die Verbindung zur digitalen Welt auch nur für eine kurze Zeitspanne zu verlieren. Die Cloud-Lösung, die Amazon für das eigene Problem gefunden hat, bietet die Firma nun schon seit 2006 über das Tochterunternehmen Amazon Web Services (AWS) am Markt an. AWS ist übrigens weltweit Marktführer im Cloud-Geschäft und schreibt hohe Gewinne.

 

Gemeinsame Probleme zu lösen, kann sich auszahlen

GEA/Waldviertler und Amazon haben für eine selbst entwickelte Technologie, die ein internes Problem löst, gleich einen neuen Markt erschlossen. Dies gelang deshalb, weil eben viele Unternehmen auch in völlig anderen Branchen vor ähnlichen Herausforderungen stehen - oder gestanden sind. In beiden Fällen war das Finden einer Lösung für ein Problem nicht allzu schwer. Das ist nicht immer der Fall. Denn oft sind sich Unternehmen bei der Entwicklung einer neuen Technologie gar nicht bewusst, welchen Schatz sie da eigentlich gerade gehoben haben.

 

Silodenken verhindert oft neue Wachstumsmöglichkeiten

Der Grund für diese Blindheit gegenüber möglichen Erfolgspotenzialen liegt in der Fixiertheit auf die eigene Branche. Daneben erliegen Unternehmen oft einer funktionalen Fixiertheit: Man freut sich, endlich eine gute Lösung für ein dringliches Problem gefunden zu haben, und denkt gar nicht daran, dass sich völlig andere Branchen möglicherweise gerade die Zähne an haargenau demselben Problem ausbeißen.

 

Branchen mit hoher F&E-Aktivität stoßen oft auf mehrfach Verwertbares

Auf solche mehrfach nutzbaren Lösungen stoßen Unternehmen aus Branchen, in denen Forschung- und Entwicklung eine große Rolle spielt, relativ oft. Innovationen in der Chemischen Industrie etwa setzen meist Grundlagenforschung voraus. Bei der Erfindungen von neuen Stoffen ist dem Unternehmen oft gar nicht bewusst, wie vielfältig die neuen Einsatzmöglichkeiten tatsächlich sind. Innovationen aus dem Bereich der Fast-Moving-Consumer-Goods (FMCG) hingegen sind oft auf sehr spezifische Anforderungen ausgerichtet. Und die neuen Lösungen passen dann wirklich nur auf die eine, zuvor formulierte Aufgabenstellung. Aber: Mehrfach verwertbare Innovationen lassen sich in jeder Branche finden. Gerade in Zeiten in denen Nachhaltigkeit immer wichtiger wird. Denn dieser Trend lässt Betriebe fast aller Wirtschaftsbereiche darüber nachdenken, wie sie Produkt-Lebenszyklen, die heute noch fast alle einen Anfang und ein Ende haben, in einen Kreislauf umwandeln können.

 

Recyclingfähige Unterwäsche eröffnet viele Anwendungsfelder

Ein Projekt, das beim Gelingen sicherlich äußerst vielfältige Anwendungsmöglichkeiten verspricht, ist der recycle- bzw. kompostierbare BH. Der Vorarlberger Strumpfhersteller Wolford verfolgt dieses Projekt gemeinsam mit 12 anderen Unternehmen der Region. Ziel dabei ist es, Wäsche herzustellen, die am Ende des Lebenszyklus' in den natürlichen Kreislauf (Kompost) rückführbar ist. Oder sich als Rohstoff für neue Produkte verwenden lässt, ohne, dass dabei Altstoffe zurückbleiben. Bei diesem Kreislauf werden Polymere der aufgetragenen Wäschestücke in Monomere zerlegt. Die werden dann wieder in Polymere zusammengesetzt, die den Rohstoff für neue Textilien bilden. Eine solche, potenziell unendliche, Zirkulation von Materialen und Nährstoffen in Kreisläufen wird auch als Cradle-to-Cradle-Konzept bezeichnet. Die Technologie, die beim recycle- und kompostierbaren BH eingesetzt wird, lässt sich dann in vielen andere Branchen auch einsetzen. Denn sie ermöglicht, vereinfacht gesagt, Plastik unendlich oft zu recyceln. Da beim recycle- und kompostierbaren BH gleich 12 Unternehmen mitarbeiten, wird die neue Technologie wohl auch recht bald in anderen Branchen Verwendung finden.

 

Strukturiert neue Anwendungen für bestehende Technologie finden

Mit Technological Competence Leveraging ist es in einem strukturierten Prozess möglich, das Blickfeld zu erweitern und Probleme zu entdecken, die zur eigenen Lösung passen. Damit können Sie also neue Märkte erschließen, ohne etwas Neues entwickeln zu müssen. Sie arbeiten dabei mit umgekehrten Analogien. Zur Erläuterung: Bei der LEAD User Methode nutzen Sie das Know-how von Experten aus (analogen) Branchen, in denen bereits Lösungen für Ihr Problem existieren. Beim Technological Competence Leveraging drehen Sie den Spieß um. Hier suchen Sie strukturiert nach Branchen, die von Ihren Lösungen profitieren könnten. Die Herausforderung dabei: Die Akteure dieser Branchen wissen leider nichts davon, und können deshalb ihr Interesse an Ihrer Technologie gar nicht artikulieren. Dieses Dilemma lässt sich mit LEAD Transfer lösen. Dabei handelt es sich um einen mehrstufigen strukturierten Prozess, bei dem LEAD Innovation Ihr Unternehmen begleitet. Diese Methode stellt sicher, dass Ihrem Unternehmen eine Marktinnovation gelingt.

 

Fazit: Wie Sie mit Technological Competence Leveraging neue Märkte erobern

In der Regel erkennen Sie bei einer selbst entwickelten Technologie nur jenes Potenzial, das Ihr Betrieb oder Ihre Branche nutzen kann. Es ist unheimlich schwer, eigene Innovationen auf ihre Grundfunktionen und den daraus resultierenden Nutzen herunter zu brechen. Technological Competence Leveraging ist eine strukturierte Methode, mit der Sie prüfen können, ob es noch weitere lukrative Anwendungsmöglichkeiten für Ihre Erfindung gibt. Wenn das der Fall ist, dann steht einer erfolgreichen Marktinnovation nichts mehr im Wege.

Case Study Strategisches Innovationsmanagement

Franz Emprechtinger

Born in Ried im Innkreis. As former Head of Innovation, he was responsible for the entire project management and specializes in the areas of fuzzy front end and business model innovation.

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