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LEAD Innovation Blog

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Datum: 27-Mai-2019

3 Gründe, warum sich Unternehmen mit Geschäftsmodellinnovationen beschäftigen müssen

 

Geschäftsmodellinnovationen werden immer populärer und wichtiger. Eine Innovation rein auf Produkt- oder Prozessebene bringt lange nicht die Erfolgswirkung, wie eine Geschäftsmodellinnovation. Dahinter stecken viele Potentiale, um begeisternden Kundennutzen und effektive Alleinstellungsmerkmale zu erschaffen. Lesen Sie hier, warum sich Unternehmen mit Geschäftsmodellinnovationen beschäftigen müssen. 

 

Was ist ein Geschäftsmodell?

Ein Geschäftsmodell ist die Logik eines Unternehmens. Es beschreibt, wie ein Unternehmen funktioniert und worauf der Erfolg basiert. Im Grunde kann man es mit vier Elementen beschreiben:

  1. Wer sind die Zielkunden?

    Basis eines Geschäftsmodells ist die Kenntnis über die Bedürfnisse und Probleme der Kunden.

  2. Welchen Nutzen und Wert erbringt ein Unternehmen für seine Kunden?

    Konkret geht es darum, welche Probleme gelöst werden, welche Bedürfnisse befriedigt werden und welche Nutzen die Kunden am Ende haben. In diesem Kontext spricht man über den Wert, der von einem Unternehmen für Kunden generiert wird. 
  3. Wie wird der Wert für den Kunden erbracht?

    Bei diesem Element dreht sich alles um die Art der Wertschöpfung. Es geht um die Prozesse und Aktivitäten, aber auch verfügbare Ressourcen oder Partner und umfasst, wie der Wert für den Kunden erbracht wird.

  4. Wie verdient ein Unternehmen Geld?

    Hier geht es schließlich um das Kosten- und Ertragsmodell und wovon am Ende ein Unternehmen lebt.

Case Study Geschäftsmodellinnovation

 

Aus dem Geschäftsmodell ergeben sich schließlich auch die Erfolgsfaktoren und Alleinstellungsmerkmale, die einerseits das Produkt und dessen Nutzen betreffen können, aber andererseits auch auf der Art der Nutzenerbringung basieren können.

 

Was ist eine Geschäftsmodellinnovation?

Eine Geschäftsmodellinnovation ist demnach die positive Veränderung, Verbesserung oder Erneuerung des Geschäftsmodells.

Die Innovation betrifft immer mehrere Innovationsarten, z.B. Produktinnovation, Marketinginnovation und Prozessinnovation. Die Geschäftsmodellinnovation hat so eine breitere Wirkung auf das Unternehmen, da sie auf mehreren Dimensionen arbeitet. Beispielsweise hat man im Gegensatz dazu bei einer Produktinnovation üblicherweise „nur“ ein neues Produkt, das aber keine direkte und positive Veränderung auf die Art des Verkaufs oder die Ertragslogik hat.

Beispiele für Geschäftsmodellinnovationen sind:

  • Ikea verlängert die Werkbank zum Kunden. Der Kunde erhält nur mehr ein Paket aus Holzplatten, Schrauben und einer Bauanleitung, im Gegenzug zahlt er aber dafür weniger als bei anderen gängigen Möbelhändler oder Tischlereien.
  • Hilti hat das Flottenmanagement aus der Autoindustrie kopiert. Kunden kaufen nicht mehr einzelne Geräte, sondern erhalten fix eine Flotte, für die sie pauschal zahlen. Hilti sorgt dafür, dass immer funktionierende Produkte verfügbar sind. Ist beispielsweise eine Maschine defekt, wird sie einfach ausgetauscht.
  • Apple hat mit dem iPod den hundertsten mp3-Player auf den Markt gebracht. Aber der große Unterschied war, dass Apple dahinter ein Geschäftsmodell hatte, nämlich iTunes.
  • Ein Maschinenhersteller ändert sein Geschäftsmodell von Verkauf auf Miete, damit kann man einen breiteren Kundenkreis ansprechen, da seitens Kunden hohe Investitionen nicht mehr erforderlich sind.
  • Auch der Druckerhersteller verkauft nicht mehr seine Geräte, sondern der Kunde zahlt pro Kopie. Papier und Toner werden automatisch nachgeliefert.

Das sind viele Beispiele, die demonstrieren, dass der Kundennutzen nicht nur durch das Produkt selbst generiert wird, sondern zum Beispiel durch die Art der Leistungserbringung oder durch das Preismodell. Dadurch wird wieder zusätzlicher Kundenwert generiert und damit auch wichtige und wirksame Alleinstellungs- und Differenzierungsmerkmale geschaffen.

 

3 Gründe, die für Geschäftsmodellinnovationen sprechen

Es gibt viele überzeugende Gründe, sich mit dem eigenen Geschäftsmodell und in Folge mit Geschäftsmodellinnovationen auseinanderzusetzen. In vielen Unternehmen fehlt aber oft noch der Mut, weil diese Art der Innovation eine sehr breite und tiefe Wirkung im Unternehmen hat. Die Methodik zur Findung und Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen ist nicht die Herausforderung. Aber eine Geschäftsmodellinnovation erfordert meistens eine grundlegende Änderung der DNA, der Funktions- und Denkweise einer Organisation. Dieser Transformationsprozess ist für viele eine große Herausforderung oder gar ein Hindernis. Doch über dieses Hindernis müssen Unternehmen springen, denn die Geschäftsmodellinnovation hat außergewöhnlich hohe Potentiale, um die Wettbewerbsfähigkeit und den Erfolg nachhaltig auszubauen.

 

1. Neue Technologien und Produkte erfordern neue Geschäftsmodelle bzw. haben das Potential dazu

Oft ist der Auslöser für ein neues Geschäftsmodell ein neues Produkt oder eine neue Technologie. Vor allem die Digitalisierung bringt viele Potentiale für Geschäftsmodellinnovationen. Durch die Digitalisierung entstehen neue Produkte, neue Kundennutzen oder neue Daten als Basis für neue Geschäftsmodelle.

Zum Beispiel erhält ein Autohersteller über seine Fahrzeuge, konkret über den standardmäßigen Temperaturmesser, die Regensensoren auf der Windschutzscheibe und das Navigationssystem ganz genaue Wetterdaten. Daten sind Macht und mit diesen Daten kann der Autohersteller ein total neues Geschäftsmodell entwickeln.

Aus diesem Grund sollte jedes Unternehmen bei der Entwicklung von neuen Produkten oder Prozessen parallel einen kreativen Prozess starten, ob sich damit nicht auch eine Geschäftsmodellinnovation entwickeln lassen kann. So kann ein Unternehmen viel weitreichender und radikalere Innovationen auf den Markt bringen.

 

2. Potential für radikale und disruptive Innovationen durch neue Geschäftsmodelle

Geschäftsmodellinnovationen haben das Potential für radikale, ganz neue und auch disruptive Innovationen. Uber und Airbnb haben es bewiesen und mit ihren neuen Geschäftsmodellen ganze Branchen auf den Kopf gestellt. So sind sie innerhalb von wenigen Jahren zu milliardenschweren Unternehmen geworden. Geschäftsmodellinnovationen haben eine sehr hohe Innovationskraft und bieten viele Möglichkeiten für einzigartige Differenzierungs- und Alleinstellungsmerkmale.

In vielen Branchen sind die Produkte schon sehr ausgereizt und es existiert geringes Innovationspotential. Durch veränderte und neue Geschäftsmodell kann man sich aber noch weit nach oben strecken und hat viele Hebel zur Innovation in der Hand, zum Beispiel alternative Vertriebsmöglichkeiten, neue Wertschöpfungsketten, etc.

 

3. Differenzierung zur Konkurrenz

Betrachtet man manche Märkte, haben alle Player dasselbe oder ein sehr ähnliches Geschäftsmodell, der Unterschied liegt lediglich in den Produkten, Services und der Positionierung. Aber im Prinzip ticken sie alle gleich. Durch Geschäftsmodellinnovationen aber kann ein wahrer Unterschied und Wettbewerbsvorteil generiert werden. Dadurch kann es auch möglich werden, ganz neue Märkte zu schaffen. Ryanair, Apple, Nespresso und Cirque du Soleil haben dies erfolgreich bewiesen. Neue Geschäftsmodelle haben das Zeug, bestehende Branchen gänzlich zu revolutionieren oder komplett neue Märkte entstehen zu lassen.

 

Fazit – Neue Geschäftsmodelle sind die Zukunft der Innovation

In Zukunft wird es nicht mehr ausreichen, sich nur mit neuen Produkten oder neuen Prozessen isoliert zu beschäftigen. Es erfordert, sich auch immer mit der Neuerung des Geschäftsmodells auseinanderzusetzen. Jede Veränderung und Neuerung im Unternehmen hat das Potential für eine Geschäftsmodellinnovation. Denn nur durch die Veränderung des Geschäftsmodells kann eine wahre Differenzierung zur Masse und ein Wettbewerbsvorteil und Vorsprung generiert werden. Geschäftsmodellinnovation muss auf der Tagesordnung der Innovatoren ganz oben stehen. 

Webinar Geschäftsmodellinnovation

Franz Emprechtinger

Born in Ried im Innkreis. As former Head of Innovation, he was responsible for the entire project management and specializes in the areas of fuzzy front end and business model innovation.

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