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LEAD Innovation Blog

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Datum: 12-Sep-2018
Autor: Michael PUTZ

Trends richtig erkennen: Wie Sie Ihr Trenduniversum mit dem Zeitstrahl verbinden

 

Ihr individuelles Trenduniversum ist die Grundlage dafür, Ihr Geschäft mit Innovationen weiter zu entwickeln. Doch ein Trenduniversum allein ist für das aktive Managen von Trends für Ihr Business zu wenig. Dafür brauchen Sie den Faktor Zeit. Denn was nutzt es Ihnen, wenn Sie ein Produkt entwickeln, für das der Markt noch nicht reif ist? Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie ihr Individuelles Trenduniversum mit dem Zeitstrahl verknüpfen. Damit können Sie Trends richtig erkennen und machen so einen großen Schritt zu Ihrer Roadmap.

Setzen Sie alles auf viele Trend-Karten

Ihr individuelles Trenduniversum können Sie sich so wie einen Satz Spielkarten vorstellen. Auf der Vorderseite finden Sie ein Bild, die Bezeichnung, und allenfalls noch eine kurze Beschreibung eines einzelnen Trends. Auf der Rückseite stehen die Details. Mit dem Zeitstrahl kommt nun eine weitere Dimension hinzu. Diese bilden Sie ganz konkret auf einer Tafel ab. Doch bevor es soweit ist, bringen Sie zunächst Ordnung in Ihr Trenduniversum.

Paper Trenduniversum erstellen

 

Bilden Sie Kategorien

Jede einzelne Trendkarte ordnen Sie einer Kategorie zu. Diese Kategorien können Technologie- oder Markttrends sein. Regulatorische Entwicklungen, wie etwa die Abgasnorm Euro-6-Norm und deren zukünftige Versionen, sind ebenfalls eine wichtige Kategorie. Auch Kategorien, mit denen Ihr Unternehmen keine direkten Berührungspunkte hat, können wichtig sein. Ein Beispiel: Sie fertigen für einen Fahrzeughersteller Autotüren - sind also ein reines B2B-Unternehmen. Dennoch muss die Autotüre, die Sie an Ihre Kunden liefern, auch den Bedürfnissen des Endverbrauchers entsprechen. Denn schlussendlich ist der Konsument der Nutzer Ihres Produktes. Wenn also der Trend in Richtung aufgeräumtes Autodesign geht, gilt das auch für die Autotüre, die Sie herstellen. Für eine bessere Übersichtlichkeit ordnen Sie jeder Kategorie eine Farbe zu. Ein Kategorienschema kann typischerweise folgende Punkte enthalten:

  • Marktstruktur
  • Markttrends (Kundenbedürfnisse)
  • Politik, gesetzliche Trends und Normen
  • Gesellschaftstrends
  • Wirtschaftstrends
  • Umwelttrends
  • Lieferantentrends
  • Produkt-/Nutzungstrends
  • Wettbewerber
  • Branchentrends
  • Vergangenheit
  • Kunden
  • Technologien

 

Fertigen Sie einen leeren Zeitstrahl an

Ein Zeitstrahl umfasst in der Regel zehn Jahre. Muss er aber nicht. Denn für einige Branchen ist dieser Zeitraum schlichtweg zu lange. So weiß wohl niemand in der Softwarebranche, mit welcher Programmiersprache und auf welchen Geräten er im Jahr 2025 arbeiten wird. Für diese Branche, sind fünf Jahre schon lange genug vorausgedacht. Andere Bereiche, wie etwa Autohersteller oder auch die Energiewirtschaft, müssen hingegen langfristiger planen. Hier ist also ein entsprechend „längerer“ Zeitstrahl notwendig.

Wie lange Sie den Zeitraum für den Zeitstrahl auch bemessen; auf die Größe des bereits erwähnten Stücks Papier oder der Tafel hat es wenig Einfluss. Übersichtlich muss Ihr Zeitstrahl jedenfalls sein. Dafür haben sich die Maße von eineinhalb mal drei Meter in der Praxis bewährt. Schließlich arbeiten mehrere Personen gleichzeitig an diesem Dokument und sollen auch eine gute Übersicht darauf haben.

Den Faktor Zeit können Sie auf der Längsachse eintragen. Auf der Hochachse tragen Sie dann beispielsweise Ihre relevanten Märkte oder Ihre Geschäftsbereiche ein. Märkte können geographische Gebiete beschreiben. Aber nicht nur. Damit können auch Absatzmärkte gemeint sein. Ein Beispiel: Sie stellen Schutzschalter her, der ein Stromnetz vor Überspannung und damit Kabelbrand bewahrt. Diese Schalter kommt in Automobilen ebenso zum Einsatz wie in Flugzeugen oder in Photovoltaik-Anlagen. Jeder dieser Bereiche ist ein eigener Markt - mit seinen eigenen Regeln und Trends.

 

Befragen Sie Ihre eigenen Mitarbeiter

In einer ersten Runde lassen Sie Ihr strategisches Steuerungsteam die einzelnen Trendkarten in den Zeitstrahl eintragen. Dieses Team sollte aus langjährigen und erfahrenen Mitarbeitern bestehen.

Wichtig ist dabei die Frage: Ab wann wird dieser oder jener Trend für das eigene Unternehmen relevant. Denn es kann durchaus sein, dass ein Trend schon eine bestimmte Zeit lang am Markt zu beobachten ist. Dass er aber erst eine bestimmte Stärke erreichen muss, damit er für Ihr Unternehmen relevant wird.

Ein Beispiel: Erst wenn zehn Prozent der verwendeten Fahrräder in einem bestimmten Gebiet ihre Nutzer mit einem Elektromotor unterstützen (E-Bikes), dann zahlt es sich für eine lokale Supermarktkette aus, ihre Filiale mit Stromtankstellen auszurüsten.

 

Externe Experten befragen

Um zu verhindern, im eigenen Saft zu schmoren, müssen Sie unbedingt die Trendkarten auch von einer externen Expertenrunde in den Zeitstrahl eintragen lassen. Achten Sie dabei auch auf die Auswahl der richtigen Experten. Wenn Sie etwa auf der Hochachse „China“ als Absatzmarkt eingetragen haben, weil Sie in Zukunft dorthin expandieren wollen oder auch schon länger tätig sind, dann holen Sie sich auch einen Experten aus diesem Wirtschaftsraum.

Denn Trends und Entwicklungen erscheinen aus einer Fernsicht oft völlig anders, als sie in der Realität sind. Vielleicht existieren Sie auch gar nicht. Darum ist die erste Frage an Experten immer: Ist dieser Trend überhaupt einer? Erst bei einem „Ja“ findet die Trendkarte Eingang in den Zeitstrahl.

Ein Beispiel: Sicherheit am Bau ist in Westeuropa ein wichtiges Thema. Produkte, die diese erhöhen, sind gefragt. Indischen Bauunternehmern ist dieses Thema - für uns Europäer unverständlich - (noch) weitgehend fremd. Sollten Sie also versuchen, mit Produkten in Indien zu reüssieren, die die Sicherheit am Bau erhöhen, dann werden Sie wahrscheinlich Schiffbruch erleiden.

 

Verschmelzen Sie Ihre Zeitstrahlen

Nach diesen beiden Runden werden Sie in den seltensten Fällen zwei völlig deckungsgleiche Ergebnisse erhalten. Diese gilt es nun zu einem Zeitstrahl zu verschmelzen. Die Differenzen auszudiskutieren ist aber keine Sache von externen Experten. Die endgültige Einordnung besorgt immer das Innovationsteam des Unternehmens. Dabei handelt es sich um strategische Entscheidungen, die auch interne Gründe haben können.

 

Halten Sie Ihren Zeitstrahl aktuell

Einen Zeitstrahl können Sie sich wie einen Wetterbericht vorstellen. Dessen Prognosen treffen in den ersten ein bis zwei Tagen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein. Das Wetter in zehn Tagen kann auch völlig anders als vorhergesagt ausfallen.

Ihr Zeitstrahl wird für die nächsten zwei bis drei Jahre ein sehr hohe Trefferquote aufweisen; danach aber immer ungenauer. Darum müssen Sie Ihren Zeitstrahl aktuell halten. Sie sollten ihn mindestens alle zwei Jahre neu diskutieren. Um die Trefferquote zu erhöhen, hilft auch eine Analyse, welche Prognosen nun eingetroffen sind, welche nicht, und welche Gründe dies haben könnte. Empfehlenswert ist es, diesen Prozess sogar jedes Jahr durchzuführen.

 

Fazit: Trends richtig erkennen

Wenn Sie Ihr individuelles Trenduniversum mit dem Zeitstrahl verknüpft haben, dann haben Sie ein Zukunftskonzept für Ihr Unternehmen abgebildet. Um Ihre Innovationen zu planen und zum richtigen Zeitpunkt am Markt zu platzieren, benötigen Sie Ihr mit dem Zeitstrahl verbundenes Trenduniversum. Lediglich in einem Fall können Sie ohne Zeitstrahl gleich zum Entwickeln eines Produktes übergehen. Dann nämlich, wenn für eine Ihrer Cash-Cows das Patent ausläuft. Denn dann haben Sie einen konkreten Zeitpunkt, ab wann eine Innovation spätestens Marktreife erlangt haben muss.

Sobald Sie aber abseits von Nachfolgeprodukten innovativ sein, neue Märkte erschließen oder überhaupt auf ein neues Geschäftsmodell setzen wollen, benötigen Sie ein mit dem Zeitstrahl verbundenes Trenduniversum. Um zu einer konkreten Roadmap zu gelangen, fehlen Ihnen allerdings noch ein paar Schritte. Darüber informieren wir Sie in den nächsten Blogartikeln.

In einem weiteren Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihr individuelles Trenduniversum erstellen.

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Michael PUTZ

Born in the Salzkammergut. After working for Shell and Porsche, he concentrated on innovation management as a study assistant at the Innovation Department of the Vienna University of Economics and Business Administration. In 2003 he founded LEAD Innovation and manages the company as Managing Partner. Lectures at MIT, in front of companies like Google or NASA.

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