<img height="1" width="1" style="display:none;" alt="" src="https://dc.ads.linkedin.com/collect/?pid=1007900&amp;fmt=gif">
de | en
Search:

LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 18-Sep-2018

Wie Sie Suchfelder priorisieren

Suchfelder sind das Ergebnis strategischer Überlegungen und geben die Richtung vor, in der nach erfolgsversprechenden Ideen für Innovationen gesucht wird. Der Priorisierung möglicher Suchfelder kommt dabei eine wesentliche Bedeutung zu, um die relevantesten Optionen wahrzunehmen und langfristig erfolgreich zu agieren.

 

Priorisierung im Rahmen der Suchfeldanalyse

Suchfelder sollten grundsätzlich so präzise definiert sein, dass sie eine konkrete Ausrichtung der Ideenfindung ermöglichen, andererseits aber auch breit genug sein, um zur Suche nach neuartigen, kreativen Lösungsansätzen anzuregen. Die Ableitung und Auswahl relevanter Suchfelder im Innovationsmanagement erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Suchfelder ableiten aus der Innovationsstrategie, der Vergangenheit (Innovationsstammbaum und Flopstammbaum) sowie der Zukunft (Trend-Zeitstrahl).
  2. Themen clustern
  3. Suchfeldtitel formulieren
  4. Suchfelder priorisieren
  5. Suchfelder auswählen

Für die letztendlich ausgewählten Innovationssuchfelder sind dann jeweils gesonderte Innovationsworkshops oder Projekte zur konkreten Ideenfindung durchzuführen.

Produktfolder LEAD Roadmap

 

Suchfelder priorisieren mit der Projektportfolio-Matrix

Die Basis für die Priorisierung von Suchfeldern bildet die Projektportfolio-Matrix. Hier kann eine erste Priorisierung in Hinblick auf Erfolgswahrscheinlichkeit, im Sinne von Machbarkeit, sowie Ertragspotential erfolgen:

  • Probability of Success (Machbarkeit): Wie hoch ist der Ressourceneinsatz, um dieses Suchfeld zu erschließen bzw. wie schwierig ist dieses Suchfeld zu lösen. Sind die erforderlichen Kompetenzen im Unternehmen vorhanden, muss man Kompetenzen eventuell zukaufen oder braucht man vielleicht sogar einen Partner?
  • Net Present Value given Success (Ertragspotential): Welcher Ertrag ist zu erwarten, wenn das Suchfeld erfolgreich erschlossen wurde?

Die Positionierung der Suchfelder innerhalb der vier Quadranten des Portfolios ergibt sich aus der Bewertung verschiedener Faktoren, z.B.:

  • Nutzbares Know-how-Potential
  • Management-Kompetenz für das neue Geschäftsfeld
  • Möglichkeiten zum Erwerb von fehlendem Know-how
  • Wachstumspotential
  • Positive und negative Effekte auf das bestehende Geschäft
  • Kosten des Markteintritts
  • Wettbewerbssituation und erwartete Reaktionen der Konkurrenz

Quadranten matrix

Quelle: D. Matheson, H.E. Matheson, 1998

 

  • Pearl (Marktpotential – hoch, Machbarkeit – hoch): Die „Perlen der Matrix“ lassen hohe Gewinne erwarten und sind mit den vorhandenen Kompetenzen leicht umsetzbar.
  • Oyster (Marktpotential – hoch, Machbarkeit – gering): Um das hohe Marktpotential von Projekten in diesem Bereich auszuschöpfen, muss das Unternehmen viele Ressourcen in die Lösung des Suchfelds investieren, die erforderlichen Kompetenzen zukaufen oder durch entsprechende Partner erwerben.
  • Bread & Butter (Marktpotential – gering, Machbarkeit – hoch): Die Kernkompetenzen sind im Unternehmen vorhanden, das Marktpotential ist jedoch geringer, da man z.B. bereits über einen großen Marktanteil in diesem Bereich verfügt. In diesem Feld sind daher vor allem Produktverbesserungen zu finden.
  • White Elefant (Marktpotential – gering, Machbarkeit – gering): In diesem Feld sind Prestigeprojekte einzuordnen, die den Werbeeffekt in den Vordergrund stellen. Das Unternehmen möchte z.B. zeigen, dass es sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, obwohl die Ertragsaussichten gering sind und die Kompetenzen oft hohen Ressourceneinsatz verlangen oder extern zugekauft werden müssen.

 

Prioritätenliste: Ranking möglicher Projekte

Das Ergebnis der Matrix ist eine Priorisierung der Suchfelder, die als Entscheidungsbasis dient und für die endgültige Priorisierung mit weiteren Faktoren abgeglichen werden sollte:

  • Zeitliche Dimension: Welche Suchfelder können noch im laufenden Jahr gestartet werden, welche sollten im nächsten Jahr realisiert werden? Auf welche Trends zahlt dieses Suchfeld ein und wann werden diese Trends relevant für den Markt?
  • Strategic Fit: Welche Suchfelder weisen die größte Übereinstimmung mit der Unternehmensstrategie und den -zielen, sowie der Innovationsstrategie und den -zielen auf?
  • Ressourcen: Wie sieht das Ranking möglicher Suchfelder in Hinblick auf knappe Ressourcen aus (z.B. finanzielle und personelle Ressourcen)?
  • Trends und Kundenbedürfnisse: Welche relevanten Trends und Kundenbedürfnisse sind besonders wichtig und sollten vorrangig adressiert werden (Beispiel: Der Trend Energieeffizienz ist für die Industrie derzeit wichtiger als die Größe von Anlagen)?

 

Fazit: Suchfelder priorisieren

Im Rahmen der Suchfeldanalyse gilt es erfolgsversprechende Suchfelder zu identifizieren und anhand relevanter Kriterien zu bewerten. Im Zuge der Priorisierung der Suchfelder sollten neben der zeitlichen Dimension auch die Unternehmensstrategie, relevante Trends und vor allem unerfüllte Kundenbedürfnisse Berücksichtigung finden. Denn dort, wo Produkte und Services die Ansprüche von Kunden nur unzureichend befriedigen, ist ein entsprechendes Angebot für den Kunden besonders attraktiv. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag „So sorgt die Suchfeldanalyse für mehr Innovationen im Maschinenbau“.

Thema: Maschinen/Industrie 4.0

Produktfolder LEAD Roadmap

Tanja ESCHBERGER

Born in Lower Austria. At LEAD Innovation she works as Head of Innovation and focuses on agile innovation management via SCRUM.

Sie möchten mit uns arbeiten?

Gerne beraten wir Sie über eine mögliche Zusammenarbeit, um auch Ihr Innovationsmanagement zukunftssicher zu gestalten.

jetzt kontaktieren