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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 13-Sep-2018
Autor: Michael PUTZ

Signature Innovation: Wenn Neuheiten eine Handschrift tragen

 

Was haben die Tafel Schokolade von der Entenleber von Frank Rosin oder der Tafelspitz vom Plachutta gemeinsam? Sie sind jeweils das so genannte Signature Dish eines Kochs oder Restaurants. Gerichte also, die jeder sofort mit dem Namen des Schöpfers oder Anbieters in Verbindung bringt. Was in der Kulinarik gebräuchlich ist, hält nun Einzug in die Welt der Novitäten. Eine Signature Innovation ist eine Neuentwicklung, die die Handschrift jenes Unternehmens trägt, das diese auf den Markt bringt. Sozusagen die Königsklasse der Innovationen. Und die ist kein Zu- oder Glücksfall, sondern erfreulicher Weise planbar.

 

Veränderung ist keine Innovation

Innovation ist ein positiv besetzter Begriff und deshalb will auch niemand NICHT innovativ sein. Jedoch bezeichnen viele Unternehmen auch jede noch so kleine Änderung ihres Produktes oder ihrer Dienstleistung als Innovation. Völlig ungeachtet dessen, ob diese Veränderung auch eine Verbesserung für den Kunden oder den Betrieb selbst bedeutet. Und selbst wenn eine solche Neuerung etwas verbessert, ist es übertrieben, gleich von einer Innovation zu sprechen. Denn Inventionen müssen sich auch erst am Markt beweisen, wollen sie als Innovationen gelten.

Handbuch LEAD User Methode

 

Signature Innovations fallen auf

Signature Innovations wiederum stechen aus mehreren Gründen aus der Masse an „Innovationen“ hervor. Sie sind die Königsklasse der Innovationen. Eine Signature Innovation bestimmt das Image und die Marktpositionierung Ihres Unternehmens nachhaltig. Am besten ist der Begriff Signature Innovation wohl durch Beispiele fassbar:

 

iPhone als erfolgreiche Gesamtlösung

Als Apple sein iPhone auf den Markt brachte, wurden Mobiltelefone eigentlich gerade immer kleiner. Und es gab keine Geräte, die den Begriff Smartphone auch wirklich verdient hätten. Zwar gab es Smartphones in den 90er-Jahren. Doch Apple verstand es am besten, ein Telefon, einen Personal Digital Assistant, ein Medienabspielgerät, eine digitale Foto- und Videokamera und ein GPS-Navi in einem Apparat zu vereinen. Dazu gab es noch Internetanbindung über mobiles Breitband oder WLAN, und einen digitalen Store für Musik, Videos und Applikationen (iTunes- und App-Store). Zu diesem Paket fügte Apple noch die Ingredienzien hinzu, für die das Unternehmen schon damals bekannt war: verlässlich leichte, für jeden verständliche Bedienbarkeit gepaart mit hochwertigem Design. Dieses erfolgreiche Bundle konnte Apple auch deshalb bieten, weil das Unternehmen Software- und Hardware gemeinsam entwickelte. Typisch Apple eben.

 

Jogging Hi von Adidas: Kult und Funktion vereint in einem Schuh

1982 brachte der Sportartikelhersteller Adidas ein Paar Schuhe auf den Markt, das insbesondere die österreichischen Konsumenten in zwei Lager spaltete. Die Jogging Hi liebte oder hasste man - aber jeder kannte sie. Die hohen, ledernen Sportschuhe hatten ihre Besonderheit in der Sohle. Drei farbige Dämpfungskeile in den Farben weiß, rot und blau. Je nach Bedarf konnte der Träger so seinen Schuh hart, mittel oder weich „einstellen“. Der Jogging Hi war in den 80er-Jahren ein modisches Accessoire - mit durchdachter Funktion. Ein Accessoire, das einer ganzen Generation auch noch Jahrzehnte später ein Begriff war: Im Jahr 2010 brachte das Unternehmen übrigens eine Neuauflage des Schuhs auf den Markt.

 

Nahtlose Strumpfhose von Wolford

Das Textilunternehmen Wolford löste als erster Hersteller von Damenstrümpfen das Problem, das die Trägerinnen am meisten störte: Die Nähte. 1994 brachte Wolford mit den Fatal Tights einen Strumpf auf den Markt, der mit nur einer Naht am Bund auskam. Lange Jahre war das die größte Innovation des Unternehmens, mit der die Konsumenten die Marke auch heute noch immer verbinden. 2014 gelang es dem Vorarlberger Unternehmen schließlich, seiner Positionierung „Nahtlos“ auch zu 100 Prozent gerecht zu werden: Die Pure 50 Tights kommt dank innovativem Klebeverfahren völlig ohne Nähte aus.

 

Grifflose „Flüsterbeschläge“ von Blum

Das ebenfalls aus Vorarlberg stammende, aber heute weltweit tätige Unternehmen Blum hat sich auf Möbelfunktionsbeschläge konzentriert. Gerade bei Beschlägen für Laden standen die Techniker lange vor dem Problem: Entweder leichtes, und damit ohne Griffe mögliches Öffnen durch Antippen, oder sanftes, lärmgedämpftes Schließen. Beides ließ sich mechanisch lange nicht miteinander kombinieren. Bis Blum seine mechanische Öffnungsunterstützung TIP-ON mit der Dämpfung BLUMOTION kombinierte. Der Hersteller für Beschläge ermöglicht durch Weiterentwicklung das leichte Öffnen und sanfte Schließen ohne Griffe: Beim Servo Drive sorgen Elektromotoren für noch höhere Leichtgängigkeit.

 

Streifenlos putzen mit Vileda

Als Gerberei 1848 im Baden-Württembergischen Weinheim gegründet, versteht die Firma Freudenberg natürlich vieles von Leder. Auch Kunstleder. Dies entstand aus einem Vlies aus natürlichen Fasern von Baumwolle, Wolle und anderen Rohstoffen, das danach in einer Kunstkautschukmischung getränkt wurde. Dieses Kunstleder nutzte das Unternehmen zuerst als Werkstoff für Taschen und Schulranzen. Die Reinigungsdamen des Unternehmens brachten Freudenberg auf eine neue Anwendungsmöglichkeit, denn sie nutzen beim Putzen Reste des Vlies’. Daraus entwickelte Freudenberg ein Fensterputztuch, das so gute Ergebnisse erzielte wie Fensterleder: Streifenlos sauberes Glas. Der Name „Vileda“ ist übrigens aus dem umgangssprachlichen „Wie Leder“ abgewandelt. Die Marke Vileda steht heute nicht nur für reine Fenster, sondern hat sich der streifenlosen Sauberkeit gewidmet.

 

Fazit: Signature Innovation: Wenn Neuheiten eine Handschrift tragen

Beispiele einer Signature Innovation gäbe es freilich noch viele weitere mehr. Egal ob weltweite Marke oder nur in einer Nische bekannt: Die Eigenschaften der Innovation ist untrennbar mit dem Unternehmen verbunden. Die Handschrift des Unternehmens ist sofort erkennbar.

Eine Signature Innovation ist aber kein Glücksfall, der Ihnen zuteil wird - oder eben nicht. Sie ist planbar. Mit einem Roadmap Projekt oder der LEAD User Methode. Man muss es eben nur wollen.

Die 4 Phasen der LEAD User Methode

Michael PUTZ

Born in the Salzkammergut. After working for Shell and Porsche, he concentrated on innovation management as a study assistant at the Innovation Department of the Vienna University of Economics and Business Administration. In 2003 he founded LEAD Innovation and manages the company as Managing Partner. Lectures at MIT, in front of companies like Google or NASA.

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