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LEAD Innovation Blog

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Datum: 12-Sep-2018
Autor: Michael PUTZ

Warum der Online-Handel die Verpackung ins Rampenlicht rückt

 

Der Online-Handel boomt. Allein die heimischen Online-Shops haben laut KMU Forschung Austria im vergangenen Jahr um sieben Prozent mehr umgesetzt als 2014 und insgesamt 3,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Auch die Verpackungsindustrie profitiert vom Webshopping-Wachstum. Allerdings: Erst wenige Webshops betrachten die Verpackung als ersten physischen Kontaktpunkt zum Kunden, und machen sich auch dementsprechend Gedanken darüber. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, warum es sich für Online-Händler lohnt, in innovative Verpackungen zu investieren und was sich hinter dem Trend „Unboxing“ verbirgt. 

Wie wichtig eigentlich die Verpackung beim Online-Shopping ist, zeigt sich, wenn Sie Ihre eigenen Webshop-Erfahrungen Revue passieren lassen:

1. Sie suchen via Google oder einem Preisvergleichsportal nach einem Produkt. Nach längerer Recherche finden Sie einen Webshop, der noch wenige Stücke des gesuchten Artikels vorrätig hat. Das Online-Geschäft macht einen vertrauenswürdigen Eindruck, die Lieferzeit und -kosten sind auch akzeptabel. Kurz und gut: Sie drücken auf den Bestellknopf.

2. Nun beginnt die Zeit der Vorfreude, die jener auf Weihnachtsgeschenke durchaus ähnelt: Sie lesen sich die Bestellbestätigung des Online-Shops noch einmal durch und rufen den Link auf, mit dem Sie das Paket verfolgen, also tracken können. Mehrmals schauen Sie in der Tracking-App des Logistikdienstleisters nach, wo genau sich gerade das begehrte Produkt befindet und wann es bei Ihnen eintrifft.  

3. Der Paketbote klingelt, Sie unterschreiben die Empfangsbestätigung und gleichzeitig endet Ihre Vorfreude abrupt. Zwar halten Sie nun das Objekt der Begierde in Händen - allerdings in Form eines mit diversen Adressetiketten und Klebestreifen versehenen, oft etwas verbeulten, manchmal sogar eingerissenen Paketes. So oder so ähnlich sieht der erste physische Kontakt der Online-Ware mit dem Kunden tatsächlich aus. 

Wenn die bestellte Ware genau Ihren Wünschen entspricht, dann werden Sie diese unbewusste Enttäuschung schnell vergessen. Der Online-Händler, bei dem Sie bestellt haben, hat aber sehr viele Möglichkeiten, Sie als Kunden zu behalten oder gar als neuen hinzuzugewinnen, verschenkt.

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Unboxing - oder die Erotik des Auspackens 

Wie es anders gehen könnte, schilderte der deutsche Internet-Vordenker Sascha Lobo bei seinem Vortrag auf der europäischen Messe Fachpack im November letzten Jahres. „Ich will von meinem Paket begrüßt werden“, betonte er. Gleichzeitig verwies er auf zahlreiche Videos auf YouTube, die Online-Kunden dabei zeigt, wie sie eine ihrer gerade erhaltenen Ware auspacken. Diese so genannten Unboxing-Videos zeigen deutlich: Der Moment des Auspackens ist mit so viel Freude verbunden, dass diesen viele Konsumenten sogar mit völlig Fremden teilen möchten.

Die Rolle der Verpackung wird stark unterschätzt“, sagt die Motivforscherin Helene Karmasin. Viele Online-Händler hätten das noch nicht verstanden und versenden ihre Waren, als ob ein Ziegelstein drin wäre, meint die Expertin gegenüber dem Kurier. Karmasin sieht sehr deutliche Parallelen zwischen dem Vergnügen des Auspackens und der erotischen Aktivitäten der Vorlust, dem Entkleiden.

 

Billige Verpackung kommt im Onlinehandel teuer

Die meisten Online-Händler verwenden indes Verpackungen, die nur zwei Funktionen erfüllen: Sie schützen den Inhalt und haben die richtige Größe, um möglichst effektiv zum Prozess zu passen. Hier zu sparen, kommt letztendlich aber teuer. Denn so lassen sie enorm viel Potenzial auf der Straße liegen, denn die Verpackung eignet sich für viel mehr:

 

1. Die Marke kommunizieren

Pakete von Amazon und Zalando sind schon von außen als solche erkennbar und dienen so als Werbeträger. Der Karton selbst muss gar nicht bedruckt sein. Oft reicht schon ein Klebeband, auf dem die Marke des Onlinehändlers abgedruckt ist. Personalisierte Packerl sind schon längst kein Ding der Unmöglichkeit mehr - der Digitaldruck macht’s möglich und vor allem auch günstig. Und wer möchte nicht vom Zusteller ein Unikat überreicht bekommen?

 

2. Auspacken leicht gemacht

Wie oft haben Sie schon eine Online-Sendung bekommen, der Sie mit dem Teppichmesser zu Leibe rücken mussten, um sie zu öffnen? Gefährlich, was den Inhalt angeht, und: Wo soll da die Erotik des Auspackens bleiben? Einfache Lösungen wie perforierte Stanzungen erleichtern das Öffnen ungemein. Und sparen dem Kunden Nerven.

 

3. Nachhaltigkeit vermitteln

Verpackung assoziieren viele Konsumenten mit Müll. Ganz ohne geht es im E-Commerce allerdings nicht. Wellpappe hat allerdings ein recht gutes Image, schließlich wird davon fast 100 Prozent wiederverwertet. Den Empfänger explizit auf diese Umweltfreundlichkeit hinzuweisen, zahlt sich aus.

 

4. Mit der Füllung überraschen

Meist löst der Inhalt eines Paketes Freude beim Empfänger aus, denn darin ist ja das bestellte Produkt enthalten. Gleichzeitig befindet sich im Inneren sehr oft Füllmaterial, um das Bestellte zu schützen. Styroporflocken etwa, die sich ob ihrer statischen Aufladung dann beim Auspacken im Raum verteilen. Mit Füllmaterial lassen sich aber auch positive Überraschungen erzeugen. Popcorn eignet sich etwa dazu. Wenn diese noch dazu in Säckchen verpackt werden, kann sie der Empfänger auch gleich durch Verzehr umweltfreundlich „entsorgen“.

 

5. Verpackung als Teil des Produktes

Sobald der Empfänger seine Online-Bestellung aus der Verpackung genommen hat, ist diese in seinen Augen meist nur noch lästiger Müll, den er fachgerecht entsorgen muss. Das muss allerdings nicht sein, wenn die Verpackung zum Weiterverwenden konzipiert ist. Ein Beispiel: Der deutsche Fahrradhersteller Canyon Bikes verschickt seine Räder in einem speziellen Karton, der all jenen Kunden mehrmals Freude macht, die mit ihrem Bike Flugreisen antreten. Denn in dieser Verpackung reist das Rad geschützt mit und der Fahrer erspart sich die Anschaffung eines teuren Fahrradkoffers. Der Fahrradproduzent bietet sogar Anleitungen an, wie der Kunde die Bikes richtig ent- und verpackt.

 

Fazit: Onlinehandel und Verpackung

E-Commerce boomt zwar, aber die Inszenierung der Waren lässt noch sehr zu wünschen übrig. Ein gut gemachter Online-Shop ist dabei nur eine Möglichkeit, dem Konsumenten die Ware schmackhaft zu machen. Sobald der User auf den Bestellknopf gedrückt hat, muss es für viele Online-Händler nur noch günstig sein. Sie alle vergessen dabei, dass der Kunde zum ersten Mal die Ware physisch in Händen hält, wenn er sie vom Paketboten bekommt. Dieser Moment und der Akt des Auspackens entscheidet aber auch darüber, ob der Kunde wieder kauft oder gar zum Stammkunden wird. Dass es auch anders geht, zeigen einige positive Beispiele, die Sie in diesem Artikel finden. Die Verpackungsindustrie, die sich über den Online-Boom freut, kann auch hier als kompetenter Berater und Lösungsanbieter weiterhelfen.

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Michael PUTZ

Born in the Salzkammergut. After working for Shell and Porsche, he concentrated on innovation management as a study assistant at the Innovation Department of the Vienna University of Economics and Business Administration. In 2003 he founded LEAD Innovation and manages the company as Managing Partner. Lectures at MIT, in front of companies like Google or NASA.

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