<img height="1" width="1" style="display:none;" alt="" src="https://dc.ads.linkedin.com/collect/?pid=1007900&amp;fmt=gif">
de | en

LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 20-Nov-2018

Warum sich eine offene Innovationskultur auszahlt

 

Innovationen bescheren Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil. Um diesen nicht zu gefährden, sind viele Betriebe darum bemüht, ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten möglichst geheim zu halten. Das Erfinden offen zu kommunizieren und externe Ideenträger einzubinden, zahlt sich aber aus. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, warum sich eine offene Innovationskultur lohnt und warum sie dabei unbedingt ihre Mitarbeiter mitnehmen müssen.

Um Innovationen zu entwickeln, sind Kreativität, Know-how und Geschwindigkeit notwendig. Nicht immer sind diese Kompetenzen im eigenen Unternehmen oder gar in der eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung in ausreichendem Maß vorhanden. Gleichzeitig erfordert der technische Wandel, Innovationen in immer kürzeren Zeitabständen zu platzieren. Und: Kunden fragen heute stärker nach Gesamtlösungen, die ein Betrieb allein kaum noch zu entwickeln vermag.

Paper Etablierung von Innovationskultur

Diese Situation stellt jede Firma vor die Wahl: Entweder die Investitionen in die eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung sukzessive aufzustocken. Oder der Betrieb beteiligt externe Ideenträger an der Erforschung von Neuem. Dies hat freilich seinen Preis, denn damit weiß auch die Konkurrenz über die eigenen Zukunftspläne Bescheid. Viele Unternehmen sind nicht dazu bereit, diesen zu bezahlen. Doch eine offene Innovationskultur rechnet sich in den meisten Fällen - vor allem aufgrund dieser vier Vorteile:

 

1) Neue Lösungen durch neue Perspektiven

Die meisten Unternehmen neigen dazu, sich selbst zu wichtig zu nehmen. Kundenorientierung ist vielfach noch immer eine leere Worthülse und das ist auch wenig verwunderlich. Denn in die Rolle der Zielgruppe zu schlüpfen und aus deren Perspektiven zu denken, scheint alles andere als leicht. Eine offene Innovationskultur erlaubt es, viele verschiedene Sichtweisen bereits sehr früh in den Innovationsprozess einfließen zu lassen. Der Kunde avanciert dabei vom Abnehmer zum Mitgestalter. Das Unternehmen selbst bannt durch die Vernetzung mit externen Ideenträgern und der Zielgruppe die Gefahr, weiter im eigenen Saft zu schmoren.

 

2) Innovationsgeist von außen nutzen

Jeder Mensch versucht ein für ihn relevantes Problem zu lösen. Diesen Drang, Dinge zu verbessern, können sich auch Unternehmen zu Nutze machen. Etwa mithilfe der LEAD User Methode, die externe Ideenträger am Innovationsprozess beteiligt. Diese LEAD User, zeichnen sich durch zwei Eigenschaften aus:

  • Sie haben bereits Bedürfnisse oder Anforderungen, die andere Marktteilnehmer, wie etwa der Early Adopter erst einige Zeit später haben werden.
  • LEAD User ziehen aus einer Innovation großen Nutzen für sich selbst. Teilweise tüfteln sie selbst schon an einer Lösung.

Beides, besonders letzteres, sorgt für die intrinsische Motivation der externen Ideenträger. Sie erwarten sich vielfach nicht einmal eine pekuniäre Gegenleistung für ihre Kreativität - denn schließlich profitieren sie von der neuen Lösung ja auch.

 

3) Neue Anwendungsbereiche für eigene Innovationen

Innovationen strategisch zu entwickeln, ist enorm wichtig. Ansonsten läuft ein Betrieb Gefahr, dass der eigene geschäftlichen Erfolg von zufälligen Entdeckungen abhängt. Eine neue Technologie lässt sich aber oft nicht nur für den beabsichtigten, sondern auch für einen völlig anderen Zweck einsetzen.

Eine offene Innovationskultur bindet viele externe Ideenträger in die Suche nach neuen Anwendungen und damit nach weiteren geschäftlichen Chancen ein. Ein Beispiel wie dies funktionieren kann, liefert der Mobilfunkbetreiber T-Mobile Austria. Das Unternehmen hat eine speziell für das Internet der Dinge konzipierte Übertragungstechnologie (NB-IoT) entwickelt und versorgt seit Juni 2018 ganz Österreich damit. Die Möglichkeiten dieser Basistechnologie sind dabei so vielfältig, dass die Mitarbeiter von T-Mobile Austria auf die zahlreichen möglichen Use-Cases selbst gar nicht stoßen könnten. Um praktische Anwendungen zu entwickeln, um die sich auch tragfähige Geschäftsmodelle bauen lassen, veranstaltete T-Mobile Austria einerseits einen Hackathon, andererseits ein Prototyping-Programm, an dem externe Firmen teilnehmen konnten. Noch bevor das NB-IoT-Netz in ganz Österreich verfügbar war, konnte T-Mobile Austria mit dieser Methode bereits praktisch funktionierende Anwendungsmöglichkeiten präsentieren. Damit vergrößert sich die Chance, dass die Invention auch genutzt wird und sich dementsprechend rechnet. Bei der Weiterentwicklung von NB-IoT bindet T-Mobile externe Partner ebenfalls ein.

 

4) Ideen aus der Zielgruppe sichern Absatz

Letztendlich sind Erfindungen nur dann erfolgreich, wenn sie auch gebraucht werden. Manchmal ist sich die Zielgruppe über den eigenen konkreten Bedarf gar nicht bewusst. Wer hat schon vor dem Launch der ersten iPhone-Generation tatsächlich gewusst, dass er ein Smartphone unbedingt braucht. Heute sind diese Geräte für viele von uns das mit Abstand wichtigste Device. Dieses Beispiel zeigt, dass es oft nicht ausreicht, Geschäftspartner oder Konsumenten zu fragen, was sie sich wünschen. Zielführender ist es, Abnehmer sehr früh in den Innovationsprozess einzubinden. Ihre Ideen bereichern entweder die Innovation selbst oder zeigen auch andere Wege auf, wie sich eine neue Technologie nutzen lässt. Auf jeden Fall wird eine Invention, an der die künftigen Käufer mitgewirkt haben, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu einem Markterfolg.

 

Achtung vor dem Not-Invented-Here-Syndrom

Eine offene Innovationskultur bietet viele Chancen, um das Innovationsmanagement und dessen Output entscheidend zu verbessern. Allerdings funktioniert es nur, wenn das Management nicht darauf vergisst, auf dieser Reise das gesamte Unternehmen mitzunehmen. Jede Belegschaft neigt dazu, gegenüber Ideen von außen Barrieren aufzubauen. Denn schließlich definiert sich jeder Mitarbeiter auch durch die Kreativität und Ideen, mit der er sich in das Unternehmen selbst einbringt. Wenn er das Gefühl bekommt, dass sein Arbeitgeber bei Entwicklungen, von denen letztendlich die Zukunft des Unternehmens abhängt, bloß auf Impuls von außen vertraut, fühlt er sich überflüssig.

Dass Mitarbeiter in dieser Situation Ideen von außen als schlecht abqualifizieren und gegen deren Realisierung mobilisieren, ist absolut verständlich. Dieses "Not-invented-here-Syndrom" (NIH) hat schon oft dazu geführt, dass vielversprechende Ansätze den Weg bis zum Marktstart nicht geschafft haben. Dieses für Unternehmen letztendlich sehr teure Syndrom ist überwindbar, wenn "Open Innovation" auch nach innen also solche verstanden wird. Das fängt bereits in der Führungsetage an. Wenn ein Manager nicht nur auf die eigenen Ideen vertraut, sondern auch die von anderen umsetzt, dann werden auch die Mitarbeiter ihre Hemmschwelle gegenüber Impulsen von außen senken. Möglichst viele Mitarbeiter an den Open Innovation Aktivitäten zu beteiligen, ist ein weiterer Schritt, um NIH zu bekämpfen. Ein persönlicher Kontakt zu externen Ideenträgern fördert die Akzeptanz von deren kreativen Beiträgen, weil diese dann nicht mehr von einer völlig unbekannten Person stammen. Außerdem befruchten solche Gespräche auch die Kreativität der eigenen Mitarbeiter und deren Lust, Ideen zu formulieren.

 

Fazit: Warum sich eine offene Innovationskultur auszahlt

Für ein nachhaltiges Wachstum sind Unternehmen heute viel stärker auf Innovationen angewiesen, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Gleichzeitig wird es für einzelne Betriebe immer schwieriger, etwas Neues zu erfinden - und dies noch in immer kürzeren Zeitabständen. Open Innovation erlaubt es, die dafür notwendigen Ressourcen aber auch andere Perspektiven von externen Ideenträgern zu nützen.  Gleichzeitig funktioniert eine offene Innovationskultur nur dann, wenn alle Mitarbeiter eines Unternehmens auf diese Reise auch mitgenommen werden. Ansonsten wird NIH dazu führen, dass viele gute Ansätze in der Schublade liegen bleiben.

New Call-to-action

Tanja ESCHBERGER

Born in Lower Austria. At LEAD Innovation she works as Head of Innovation and focuses on agile innovation management via SCRUM.

Sie möchten mit uns zusammenarbeiten?

Gerne beraten wir Sie über eine mögliche Zusammenarbeit, um Ihr Innovationsmanagement zukunftssicher zu gestalten.

Contact us