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LEAD Innovation Blog

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Datum: 10-Okt-2018
Autor: Daniel ZAPFL

Warum es fürs Smart Home erst wenige intelligente Möbel gibt

 

Smart Home ist in aller Munde - doch von intelligenten Möbel ist bisher kaum die Rede. Das wird sich freilich ändern, denn dank Digitalisierung können auch Tisch, Sofa und Co. noch einen Mehrwert bieten. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, vor welche Herausforderungen Smart Home die Möbelhersteller stellt und wie Smart Furniture ganz konkret aussieht.

Smart Home ist  kein bloßes Buzzword mehr sondern schon längst Realität. Intelligente Lichter, vernetzte Brandmelder oder mit dem Web verbundene Überwachungskameras sind sogar schon bei Lebensmitteldiskontern zu haben. Obwohl viele von uns Bedenken bezüglich des Datenschutzes und wohl auch der Sicherheit haben, nimmt die Verbreitung von Smart Home Komponenten weiter zu, wie eine aktuelle Studie von Deloitte belegt.

 

Unser Smart Home Begriff ist noch stark begrenzt

Wenn wir den Begriff "Smart Home" hören, denken wir aber - noch - nicht an unser gesamtes Heim. Die Kategorien, die wir mit dem Buzzword verbinden, sind die folgenden:

  • Sicherheit & Überwachung (Kameras, Rauchmelder, Alarmsysteme)
  • Energie und Beleuchtung (smarte Lampen, Heizungssteuerung, ...)
  • Haushaltsgeräte (Saugroboter, schlaue Kühlschränke, intelligente Waschmaschinen, ...)
  • Unterhaltungselektronik (Smart TV, Audio und Streaming)
  • Gartengeräte (Mähroboter, Bewässerungssysteme)
  • Netzwerk und Steuerungssysteme (Sprachsteuerung mit Alexa & Co, Heimnetzwerk, Speicher, ...)

 

Industrie 4.0 und E-Commerce beschäftigt Möbelindustrie

Möbel fehlen freilich noch auf dieser Liste. Dies könnte auch damit zu tun haben, dass die Möbelindustrie selbst derzeit noch an vielen anderen Fronten der Digitalisierung um Lösungen ringt. Die Herausforderungen fokussieren sich dabei etwa auf eine vernetzte Produktion - also Industrie 4.0 in der Möbelindustrie sozusagen. Hier geht es auch darum, die vom Konsumenten immer stärker geforderte Individualisierung zu vernünftigen Preisen abzubilden und bis hinunter zur Losgröße 1 zu produzieren. Die technischen Möglichkeiten dazu bietet die Digitalisierung jedenfalls.

Paper 500 Ideen in 4 Monaten

Eine weitere große Aufgabe, die die Industrie zu lösen hat, ist der Vertrieb. Zwar lag der Anteil der Ausgaben für Möbel, die online umgesetzt werden, in Deutschland im Jahr 2017 erst bei 8 Prozent des Gesamtumsatzes, wie der Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM) vorrechnete. Gleichzeitig erwartet man sich eine weitere Steigerung des E-Commerce-Geschäftes, insbesondere, weil auch stationäre Händler eine Multi-Channel-Strategie verfolgen und damit auch immer stärker den Online-Kanal bedienen.

 

IKT-Riesen wollen sich Platz in Smart Home sichern

Für den Smart-Home-Bereich kommen aus der Möbelindustrie indes noch kaum Impulse. Anlässlich der Kölner Möbelmesse IMM 2018 bescheinigte die deutsche WirtschaftsWoche den Möbelherstellern, nur sehr zögerlich auf den Zug aufzuspringen. Das könnte sich freilich rächen, denn die großen Technologieunternehmen wie Amazon, Apple oder Google beanspruchen mit ihren sprachgesteuerten Lautsprechern den obersten Platz in der Smart-Home-Hackordnung. Denn mit Amazons Echo, Apples Homepod oder Googles Home lässt sich das vernetzte Zuhause per Stimme als Gesamtes steuern. Warum sollten die IT-Riesen nicht auch bald ein Sofa mit Sensoren ausstatten und damit einen Mehrwert bieten?

 

Vernetzung stiftet auch Möbeln einen Mehrwert

Dass ein solches Möbelstück durchaus einen Mehrwert bieten könnte, zeigt ein Experiment des kanadischen Möbelherstellers Leon's. Dabei misst ein Sofa die Zeit, die Familienmitglieder (Haustiere inklusive) miteinander verbringen. Ob die Konsumenten ein Möbelstück als datengetriebener Therapeut annehmen werden, steht freilich noch in den Sternen.

 

Ein Tisch als Gesundheits-Coach

Dass Möbel im Zeitalter des Internet of Things aber sehr wohl eines der vielen Dinge sind, deren Vernetzung nicht nur einen vermeintlichen, sondern auch einen echten Nutzen stiften, zeigen bereits einige Beispiele. Wie die Integration eines simplen Möbelstückes ins IoT aus selbigem ein Produkt mit völlig neuen Features macht, demonstriert der smarte Sitz- und Stehtisch Eliot, den ein Unternehmen aus Stuttgart entwickelt hat. Eliot ist im Grunde ein Tisch, dessen Höhe in die Tischbeine eingebaute Motoren verstellen können. Dank der Vernetzung lässt sich das Möbel via App nicht nur je nach Belieben hoch- oder herunterfahren. Es merkt sich auch die Sitz- und Stehgewohnheiten der verschiedenen Benutzer. Eliot weiß, wenn sich der Benutzer ihm nähert und er kann ihn gleichzeitig anspornen, mehr zu stehen. Damit wird ein Möbelstück zu einem Gesundheitsberater, der seine Benutzer vor gesundheitlichen Schäden des stundenlangen Vor-Dem-Bildschirm-Sitzens schützen kann. Übrigens ein weit verbreitetes, von vielen noch unterschätztes Problem, das wohl schon bald mehr ins Licht der öffentlichen Wahrnehmung rücken wird. So bezeichnen Experten das Sitzen schon als das neue Rauchen. Möbelhersteller, die hier eine Lösung bieten, haben also in Zukunft gute Karten.

 

Knapper Wohnraum bietet Chance für neues Business 

Eine andere Herausforderung, die die Möbelindustrie durch den Einsatz von digitaler Technik lösen könnte, ist die Verknappung des Wohnraumes. Der wird bekanntlich immer teurer und und muss in Zukunft effizienter genutzt werden. Robotermöbel oder so genannte Roombots können dabei einen wertvollen Beitrag leisten: Sie wandeln einen Raum oder auch sich selbst nach den Bedürfnissen des Nutzers um: Aus einem Wohnzimmer wird ein Arbeitsraum mit getrennten Schlafbereich. Aus einem Tisch wird ein bequemer Sessel oder eine Truhe, die sich selbständig durch die Wohnung bewegt.

 

Smarte Möbel stellt Produzenten vor neue Herausforderungen

Bisher konzentriert sich die Möbelindustrie darauf, Produkte zu erzeugen, die praktisch, funktional und noch dazu schön anzusehen sind. Ihnen Intelligenz durch Vernetzung einzuhauchen, stellt für die Branche aber eine enorme Herausforderung dar:

  • Die Produktzyklen zwischen Möbel und Elektronik sind sehr unterschiedlich. Computer - egal ob in Form eines Laptops, eines Smartphones oder anderen Devices - altern extrem schnell. Doch wer will nach zwei drei Jahren schon gerne seine Möbel tauschen, nur weil das "Gehirn" darin einfach zu langsam geworden ist.
  • Die Möbelindustrie muss die Frage beantworten, wie stark sie sich mit der Hard- und Softwareentwicklung selbst beschäftigen will und kann. Wird sie bloß die Hülle für die smarten Möbel herstellen oder sich auch mit eigenen Know-how einbringen?
  • Da smarte Möbel gleichzeitig auch hochkomplexe Produkte sind, wird das Auswirkungen auf die Fertigung, den Vertrieb und das Service haben: Die Produktion wird komplexer, die Artikel werden erklärungsbedürftiger und auch serviceintensiver.
  • Damit smarte Möbel auch Erfolg haben, müssen sich die Entwickler und Designer wohl viel intensiver in die Rolle des Nutzers hineinversetzen können, als das die Möbelbranche wohl bisher gewohnt ist. Der schwedische Einrichtungskonzern IKEA könnte hier als Vorbild dienen. Denn dem Gründer, Ingvar Kamprad, war zu seinen Lebzeiten nicht nur bemüht, Möbel günstiger zu machen, sondern ihm war auch stets die Kundenperspektive wichtig. So wurden die Produkte bereits im ersten IKEA-Katalog (1951) als Ensemble und nicht wie damals üblich einzeln präsentiert. Dem Betrachter wurden also Einrichtungsalternativen frei Haus gleich mitgeliefert. Wenig verwunderlich ist es deshalb, dass IKEA Smart-Home-Produkte bietet, die günstig und einfach zu bedienen sind. Damit räumt Ikea zwei große Hürden für die weitere Verbreitung von Smart Home aus dem Weg: Nämlich zu komplex und zu teuer für viele Konsumenten zu sein.

 

Fazit: Warum es fürs Smart Home erst wenige intelligente Möbel gibt

Ohne Partnerschaften wird die Möbelindustrie wohl keine smarten Produkte entwickeln und anbieten können. Andererseits werden selbst die ganz großen IT-Konzerne das wohl auch nicht schaffen. Freilich haben die derart große Kriegskassen, dass sie sich auch die innovativsten Möbelhersteller einverleiben können. Potential haben intelligente Möbel sicherlich.

Innovationen der Möbelindustrie

Daniel ZAPFL

Born in Graz, Austria. After positions as project manager & head of innovation of the project management at LEAD Innovation, Daniel Zapfl has been responsible for the success of the innovation projects of our innovation partners since January 2018.

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