<img height="1" width="1" style="display:none;" alt="" src="https://dc.ads.linkedin.com/collect/?pid=1007900&amp;fmt=gif">
de | en

LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 13-Sep-2018
Autor: Michael PUTZ

Warum Sie externe Innovationspartner ins Boot holen sollten

 

Die steigende Komplexität und Dynamik des Marktes führt dazu, dass Unternehmen zunehmend ihre Innovationsprozesse öffnen und externe Innovationspartner ins Boot holen. Sie experimentieren mit verschiedenen „Open Innovation“ Ansätzen, um Innovationsimpulse, Ideen und Know-how von externen Innovationsquellen zu generieren und damit marktfähige Innovationen zu realisieren. Wie erfolgversprechend und wie nachhaltig diese Entwicklung ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Innovationspartner und ihre Leistungsbeiträge – ein Überblick

Als externe Innovationspartner können vor allem Kunden, Lieferanten, Forschungseinrichtungen sowie Mitbewerber in den Innovationsprozess eingebunden werden. Die nachfolgende Grafik zeigt die Vielfalt möglicher Innovationspartner und ihrer Beiträge zum Innovationserfolg eines Unternehmens.

1_externe Innovationspartner.png

Quelle: Kundenintegrierendes Management, Florian Thiebes, 2012

 

Mehr externe Innovationspartner – mehr Innovationserfolg?

Die Einbeziehung externer Innovationspartner kann für Unternehmen sehr gewinnbringend sein – die einfache Formel „je mehr externe Innovationsimpulse, desto größer der Innovationserfolg“ ist jedoch nach einer Untersuchung des Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI nicht zutreffend.

Vorlage Projektteam Zusammenstellung

 

Die empirische Studie „Modernisierung der Produktion“ setzte sich konkret mit dem Zusammenhang zwischen dem Grad der Offenheit betrieblicher Innovationsprozesse und dem dadurch tatsächlich erzielten Innovationserfolg auseinander. Das Ergebnis der Untersuchung, das auf Unternehmensdaten von rund 1.600 Betrieben aus dem deutschen Verarbeitenden Gewerbe beruht, lässt sich wie folgt zusammenfassen:

1. Die Balance aus externen und internen Innovationsimpulsen verspricht den größten Innovationserfolg.


2. Bei Produkten und produktbegleitenden Dienstleistungen geben vorwiegend Kunden bzw. Anwender und die interne F&E Abteilung Impulse für Innovationen.

2_impulse produkt u service.png

3. Bei technischen und organisatorischen Prozessinnovationen stammen Innovationsimpulse eher von der betriebseigenen Produktion und der Geschäftsleitung sowie von externen Zulieferern, Ausrüstern und Fachveranstaltungen.

3_impulsquellen prozesse.png

4. Die erfolgreiche Mischung aus internen und externen Impulsquellen lässt sich sowohl bei Produkten, die neu für das Unternehmen waren als auch bei Produkten, die vom Unternehmen erstmals in den Markt eingeführt wurden, nachweisen. Insbesondere bei Marktneuheiten zeigt sich mit einer 6 Prozent höheren Innovatorenquote der Vorteil „gemischter“ Innovationsstrategien im Vergleich zu rein internen Innovationsansätzen.

Erhebung Modernisierung der Produktion.png

5. Bei der Entwicklung von innovativen Dienstleistungen waren sogar 74 Prozent der Unternehmen mit einer Mischung aus internen Impulsgebern und externen Innovationspartnern erfolgreich.

Innovative Dienstleistungen.png

6. Auch in Hinblick auf Prozessinnovationen performen jene Unternehmen am besten, die interne Innovationsquellen nutzen, aber auch externe Innovationspartner integrieren.

Prozessinnovationen.png

Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit externen Innovationspartnern erfordert ein funktionierendes internes Innovationsmanagement. Dr. Oliver Som, Mitautor der Studie und stellvertretender Leiter des Competence Centers Industrie- und Serviceinnovationen am Fraunhofer ISI, kommentiert die Erkenntnisse der Studie wie folgt:

„Open Innovation verspricht keine „Quick Wins“. Für eine erfolgreiche Umsetzung und Verwertung externer Ideen und Impulse sind ein funktionierendes internes Innovationsmanagement, eine gefestigte Lern- und Innovationskultur sowie eine erfolgreiche Gestaltung der Schnittstellen und Prozesse zu externen Impulsgebern von zentraler Bedeutung. Nur wenn diese Elemente vorhanden sind, kann Open Innovation auch positiv zum Innovationserfolg beitragen. Als klug erweist sich die Fokussierung auf einige wenige, aber strategisch wichtige externe Impulsquellen. Andernfalls führt Open Innovation schnell zu einer Informationsüberlastung in den Unternehmen.“

 

Open Innovation ist keine Modeerscheinung

Das Garwood Center for Corporate Innovation an der University of California, Berkeley (USA) untersuchte in Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft, ob und wie große Unternehmen Open Innovation anwenden und welche Trends daraus ablesbar sind. Im Rahmen der Studie „Managing Open Innovation“ wurden 125 Führungskräfte der größten Firmen in Europa und den USA befragt, wie sie Open Innovation praktizieren:

  • Die Ergebnisse zeigen, dass große Unternehmen der Einbeziehung externer Innovationspartner eine hohe Bedeutung beimessen und darin ein nachhaltiges Konzept sehen, das in Zukunft weiter wachsen wird.
  • 78 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, bereits seit mehreren Jahren Open Innovation zu praktizieren.
  • Unternehmen, die bereits Erfahrungen mit der Praxis haben sind mit den Ergebnissen zufrieden bzw. zufriedener, je mehr Erfahrung sie haben.
  • Keines der Unternehmen ist bisher zum geschlossenen Ansatz zurückgekehrt.
  • Externe Innovationspotenziale werden verstärkt genutzt, indem gemeinsam mit Kunden bzw. Lead Usern Innovationen realisiert oder informelle Netzwerke genutzt werden. Stark im Vordergrund steht auch die Zusammenarbeit mit Universitäten und Lieferanten.
  • Vergleichsweise wenig Bedeutung haben noch Ansätze wie Crowdsourcing, bei denen eine unbekannte Anzahl an Usern an der Innovationslösung mitwirkt.
  • Bei der Verwertung eigener Ideen und Technologien außerhalb der Unternehmensgrenzen gehen die befragten Unternehmen vorsichtig vor. Die kostenlose Bereitstellung von Know-how im Sinne des „Open Source-Modells“ oder die Gründung von Spin-offs wird noch wenig eingesetzt. Joint Ventures und die Partizipation in Standardisierungsgremien sind jedoch weit verbreitet.

Importance of Open Innovation Partners.png

 

„Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass Open Innovation keine Modeerscheinung ist, sondern eine nachhaltige Entwicklung“, so Open Innovation-Vater Henry Chesbrough über die Studie, „Unternehmen werden in den nächsten Jahren noch viel Erfahrung sammeln, um von Open Innovation zu profitieren, und so wird sich das Phänomen stetig weiterentwickeln“.

 

Welche Vorteile bieten externe Innovationspartner?

  • Identifizierung und Aufbau neuer Geschäftsmöglichkeiten.
  • Innovativere Ergebnisse im Vergleich zu Closed Innovation. Der Innovationsgrad ist höher, mehr radikale Innovationen werden umgesetzt.
  • Die Passgenauigkeit von neuen Lösungen ist höher. Probleme werden effektiver und individueller gelöst.
  • Die Ausrichtung von Innovationsaktivitäten entspricht mehr den Bedürfnissen des Marktes.
  • Das Risiko des Scheiterns ist geringer. Niedrigeres Entwicklungsrisiko durch Risikoteilung. • Innovationen werden in vielen Fälle schneller und in den meisten Fällen auch kostengünstiger entwickelt (mehr Wissenstransfer auf beiden Seiten, höhere Effizienz von Innovationsprozessen).
  • Die Fähigkeit von Unternehmen, neue Wertschöpfungsnetzwerke und Branchen aufzubauen, wird erhöht (Stärkung der Resilienz in Umbruchsphasen).
  • Perspektivwechsel durch externe Innovationspartner verhindert Betriebsblindheit und schafft einen Mehrwert.
  • Zugang zu externem Wissen über z.B. Kunden, Markt und technische Möglichkeiten.
  • Einstieg in neue Technologiefelder und Erschließung neuer Märkte.
  • Nutzung von Größen- und Spezialisierungsvorteilen.
  • Zugriff auf Experten und Spezialisten.
  • Potential für öffentliche Förderungen durch Kooperation.
  • Imagegewinn durch Kooperation.

 

Fazit: Externe Innovationspartner + effizientes Innovationsmanagement = Erfolg

Externe Innovationspartner steigern den Innovationserfolg nachhaltig. Die größte Herausforderung liegt dabei im organisatorischen Wandel weg vom geschlossen Modell hin zu einer Balance von internen und externen Innovationsquellen sowie im Aufbau neuer Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten.

New Call-to-action

Michael PUTZ

Born in the Salzkammergut. After working for Shell and Porsche, he concentrated on innovation management as a study assistant at the Innovation Department of the Vienna University of Economics and Business Administration. In 2003 he founded LEAD Innovation and manages the company as Managing Partner. Lectures at MIT, in front of companies like Google or NASA.

Sie möchten mit uns arbeiten?

Gerne beraten wir Sie über eine mögliche Zusammenarbeit, um auch Ihr Innovationsmanagement zukunftssicher zu gestalten.

jetzt kontaktieren