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LEAD Innovation Blog

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Datum: 13-Sep-2018

5 Fragen, ob Sie die Position Innovationsmanager intern besetzen sollen

 

Ein interner Innovationsmanager bildet die Schnittstelle zwischen Ihren Marktabteilungen einerseits, und der Forschungs- und Entwicklungsabteilung andererseits. Auch wenn Innovationen in Ihrem Unternehmen eine zentrale Rolle spielen: Die Position als Innovationsmanager intern zu besetzen, ist nicht immer ratsam. Anhand von 5 Kriterien hilft Ihnen dieser Blogbeitrag bei der Entscheidung, ob Sie besser mit oder ohne eigenen Manager für Innovationen beraten sind.

Was ist ein Innovationsmanager?

Wenn Sie vier Ihrer Geschäftspartner nach einer Beschreibung einer Position für Innovationsmanager bitten, werden Sie zu einer hohen Wahrscheinlichkeit fünf verschiedene Definitionen erhalten. Deshalb ist es wichtig, zu klären, was genau unter einem Innovationsmanager zu verstehen ist. Dazu ein kurzer Blick in die Vergangenheit:

Das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) und auch der Kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) sind Werkzeuge, denen sich Unternehmen schon lange bedienen, Prozesse weiterzuentwickeln, weniger Fehler, weniger Ausschuss zu produzieren. Die Inputs und Ideen der Mitarbeiter hat dabei meist der Qualitätsmanager gesammelt. Denn bei dieser Tätigkeit ging es darum, die Inputs der Kollegen dafür zu nutzen, die Qualität zu erhöhen oder Kosten in der Produktion zu sparen.

 

Ein Konzept, das scheitern muss: Qualitätsmanager mit Innovationsagenden

Als nun die Unternehmen begannen, ihre Innovationstätigkeit professioneller zu managen, entsannen sie sich des Qualitätsmanagers. Denn mit ihm existierte bereits eine Person, die sich bestens auf das Sammeln und Ordnen von Ideen verstand. Also betraute die Geschäftsführung den Qualitätsmanager mit den Agenden des Innovationsmanagements. 

Diese – wohl gut gemeinte – Managemententscheidung stellt sich aber immer wieder aufs neue als völlig falsch heraus. Warum? Der Qualitätsmanager hat das Ziel, so wenig Fehler wie nur möglich zu machen. Meist befassen sich Personen mit Qualitätsmanagement, die äußerst genau, fast pedantisch, arbeiten,wie Buchhalter oder Steuerberater.

Vorlage Stellenbeschreibung Innovationsmanager

 

Innovationsmanager muss mit Fehlern arbeiten

Für das Managen von Innovationen ist der Drang, nur nichts falsch zu machen, kontraproduktiv. Denn Innovationen sind immer mit Fehlschlägen verbunden. Fehler müssen dabei zwangsläufig gemacht werden, um daraus zu lernen und auf die richtige Fährte zu gelangen.

Dazu ein Beispiel aus der Praxis: James Dyson entwickelte innerhalb von fünf Jahren exakt 5.127 Prototypen seines beutellosen Staubsaugers. Ein so hoher Aufwand, der dann aber letztlich zu einer echten Signature Innovation geführt hat, ist nur mit der direkten Hilfe der Geschäftsführung zu rechtfertigen. Deshalb: siedeln Sie die Position des Innovationsmanagers als Stabstelle direkt bei der Geschäftsführung an.

Im Fall von Dyson war dies nicht notwendig, weil sich hier der Chef selbst als Erfinder betätigte. Ein Innovationsmanager ist Dyson indes nicht. Denn während sich Kreative wie Dyson auf die Entwicklung von Ideen fokussieren, konzentrieren sich Innovationsmanager darauf, neue Ideen zur Marktreife zu bringen.

 

Innovationsmanagement verträgt sich nicht mit anderen Tätigkeiten

Dies ist eine äußerst vielfältige und herausfordernde Aufgabe, die es oft gegen den Widerstand der eigenen Belegschaft zu meistern gilt. Deshalb sollten Sie die Position Innovationsmanager auch nicht mit weiteren Aufgaben überfrachten. Wenn Sie eine Person beispielsweise mit den Agenden Innovationsmanagement plus Projektmanagement beauftragen, werden Sie mit dem Output sicherlich unzufrieden sein:

 

Während Unsicherheiten und Risiken den Arbeitsalltag des Innovationsmanager bestimmen, bewegen sich Projektmanager meist auf etablierten Wegen. Ein Mitarbeiter, der beides machen muss, wird sich im Zweifelsfall immer auf das Etablierte konzentrieren, weil er dabei weiß, wie Erfolge zu erzielen sind. Bei der Beschäftigung mit Neuem ist der Erfolg hingegen ungewiss. Wenn Sie die beiden Funktionen mischen, werden Sie im besten Fall einen guten Projektmanager haben, der sich nur dann halbherzig mit Innovationen beschäftigt, wenn ihm seine andere Tätigkeit Zeit dafür lässt. Dabei steht fest: So bringen Sie keine Innovationen auf den Markt.

 

Diese 5 Kriterien helfen Ihnen bei der Entscheidung: anstellen oder auslagern

Damit Ihnen genau dies gelingt, ist es nicht unbedingt notwendig, Personen zu beschäftigen, die sich ausschließlich mit dem Innovationsmanagement beschäftigen. Dies kann ein fix angestellter Mitarbeiter oder ein externer Dienstleister sein. Bei Ihrer Entscheidung können Ihnen diese fünf Kriterien helfen:

 

1. Ist Ihr Betrieb groß genug?

Wenn Ihr Unternehmen mehr als 5.000 Mitarbeiter beschäftigt, dann rechnet sich ein eigener Mitarbeiter für das Innovationsmanagement auf jeden Fall. Die genannte Mitarbeiterzahl dürfen Sie allerdings nur als Richtgröße verstehen. Es hängt auch davon ab, wie groß Ihre Produktvielfalt ist, und in welcher Branche Sie tätig sind. Wenn der Lebenszyklus der Produkte kurz sind, kann es durchaus sein, dass sich ein eigener Innovationsmanager auch schon für kleinere Unternehmen rechnet.

 

2. Was kostet ein Innovationsmanager?

Um dies zu überprüfen, sind die Personalkosten für einen Innovationsmanager von Bedeutung. Jahresbruttogehälter von 31.000 Euro sind für Einsteiger auch in Österreich üblich. Das Bruttogrundgehalt für Innovationsmanager mit Erfahrung beträgt um die 58.000 Euro jährlich. Bedenken Sie aber: Das Berufsbild Innovationsmanager ist in den letzten Jahren sehr beliebt geworden. Viele Wirtschaftsuniversitäten aber auch Technische Universitäten und Fachhochschulen bieten entsprechende Studiengänge an. Es gibt also viele ausgebildete Innovationsmanager. Das Berufsbild und die Inhalte der absolvierten Ausbildung können sich aber sehr stark von der Praxis differenzieren. Stellen Sie sich folgende Frage: Wenn Ihr Innovationsmanager die Aufgabe hat, einen Nachfolger für Ihre Cash-Cow zu finden, die die Hälfte Ihrer Umsätze erzielt, dann sollten Sie das Gehalt auch dementsprechend bemessen.

 

3. Passt ein Innovationsmanager in Ihre Unternehmenskultur?

Der Mensch steht Veränderungen generell unsicher gegenüber. Neues ruft immer Ängste und Widerstände hervor. Wenn Sie ein Unternehmen leiten, in dem solche Widerstände relativ stark sind, dann sollten Sie die Position Innovationsmanager nicht intern besetzen. Denn dieser würde nur im internen Machtgeplänkel der einzelnen Abteilungen und Mitarbeiter aufgerieben werden. In einer solchen Situation ist es besser, die Dienste eines externen Innovationsmanagers in Anspruch zu nehmen. Dieser ist nur dem Geschäftsführer verpflichtet. Da ein externer Dienstleister nicht Teil des unternehmensinternen Systems ist, wird er Ihnen auch von betriebsinternen Widerständen wertfrei berichten.

 

4. Wie gut kommunizieren Marketing- und Entwicklungsabteilung miteinander?

Laut dem US-Managementvordenker mit Wiener Wurzeln, Peter F. Drucker, hat ein Unternehmen nur zwei Kernaufgaben: Marketing und Innovation. Denn nur diese würden neue Kunden schaffen. Alle anderen Abteilungen wären lediglich Kosten. Wenn zwischen Ihr Marketing und Ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilung rege, wertschätzend und fruchtbringend miteinander kommuniziert, kann dies einen Innovationsmanager überflüssig machen. Denn dieser ist die Schnittstelle zwischen den beiden Abteilungen. In der Praxis ist aber meist das Gegenteil der Fall. Die Ingenieure in der F&E-Abteilung fühlen sich von den Marketing-Mitarbeitern nur gestört und wollen in Ruhe Dinge erfinden. Die Marketing-Leute bezeichnen Ihre F&E-Leute als weltfremde Sonderlinge im Elfenbeinturm, die keine Ahnung von Kundenbedürfnissen haben. Wenn das so ist, muss ein Externer her.

 

5. Wird Ihr eigener Innovationsmanager auch genug zu tun haben?

Wenn Sie die Position Innovationsmanager voll besetzen wollen, sollten Sie sich auch sicher sein, dass diese Person ausgelastet ist. Wenn Sie nur einige wenige Innovationsprojekte im Jahr verfolgen, ist Ihr Mitarbeiter wahrscheinlich unterfordert. Hüten Sie sich aber davor, einer Person neben dem Innovationsmanagement noch andere Aufgaben zu übertragen. Die Rolle als Schnittstelle zwischen den Marktabteilungen (Marketing, Vertrieb) und der Forschungs- und Entwicklungsabteilung lässt sich mit anderen Aufgaben kaum kombinieren. Wenn es zu wenig zu tun gibt, dann verzichten Sie lieber ganz auf einen internen Innovationsmanager und arbeiten Sie mit einem externen Dienstleister zusammen.

 

Fazit: 5 Fragen, ob Sie die Position Innovationsmanager intern besetzen sollen

Wenn Sie sich mit dem Entwickeln und dem Launchen vom Neuem am Markt strategisch beschäftigen wollen, dann benötigen Sie einen Innovationsmanager. Wie wichtig diese Position sein kann, zeigt ein Beispiel für einen Flop eines Autoproduzenten. So haben die Ingenieure von Audi mit dem A2 zwar eine technische Großtat erbracht, die ab 1999 auch in Großserie ging. Denn dieses Modell verbrauchte wegen seiner völlig neuen, sonst nur in der Luxusklasse eingesetzten Leichtbauweise und des geringen CW-Wertes äußerst wenig Sprit. Bei der Vermarktung erlaubte sich der Autoproduzent aber einen folgenschweren Fehler: Man versuchte das Modell als Audi für Autofahrerinnen zu vermarkten. Diese Zielgruppe interessierte sich aber für die inneren technischen Werte des Audi-Zwergs kaum. Das Modell floppte. Mit einem Innovationsmanager, der seine Tätigkeit als Schnittstelle zwischen Marketing und F&E erfolgreich erfüllt hätte, wäre das wohl nicht passiert. Egal ob dieser Innovationsmanager Teil der Belegschaft von Audi gewesen wäre oder ob er als externer Dienstleister gearbeitet hätte. 

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Angela HENGSBERGER

Born and raised in Vienna. Since 2012 she has been in charge of Business Development at LEAD Innovation with the functions marketing, sales and communication.

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