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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 12-Sep-2018

Wie dynamisches Roadmapping Ihr Innovationsmanagement beflügelt

 

Aus der eigenen Innovationsvergangenheit und der Analyse von relevanten Trends können Sie Ihre individuelle Roadmap destillieren. Diese zeigt Ihnen für den Bereich Innovation ganz konkret die To-Dos der Gegenwart. Wenn Sie beim Roadmapping vergessen, die Einflussfaktoren laufend zu hinterfragen und neu zu bewerten, könnten Sie allerdings leicht auf falsche Fährten gelangen. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, wie Sie mit dynamischem Roadmapping immer auf dem richtigen Kurs bleiben.

Eine Innovationsroadmap können Sie ruhig wörtlich übersetzen. Sie ist tatsächlich eine Straßenkarte, die Ihrem Innovationsmanagement die wichtigen Stationen und den Weg samt Zeitplan dorthin zeigt. Um zu Ihrer Roadmap zu gelangen, brauchen Sie zwei Dinge:

  • Ihren Innovationsstammbaum, der zeigt, mit welchen Entwicklungen Sie in der Vergangenheit am Markt erfolgreich waren. Dieser Innovationsstammbaum, den Sie auch durch einen Flopstammbaum ergänzen können, illustriert Ihre Innovationsvergangenheit.

 

  • Die Zukunft deckt wiederum ihr individuelles Trenduniversum ab, das Sie mit dem Zeitstrahl verknüpft haben. Es zeigt Ihnen wichtige Entwicklungen sowie den Zeitpunkt, wann diese für Ihr Geschäft tatsächlich relevant werden.

Paper Trenduniversum erstellen

 

Suchen Sie dort, wo es sich lohnt

Die Roadmap ist für Ihr Innovationsmanagement deshalb ein so zentrales Instrument, weil Sie daraus Suchfelder ableiten können. Suchfelder sind ganz klar abgegrenzte Bereiche, innerhalb derer Sie nach Novitäten fahnden.  Denn dort lohnt es sich für Ihr Unternehmen, etwas Neues zu erfinden. Freilich kann sich ein Suchfeld alleine aus der Vergangenheit ergeben. Wenn etwa das Patent eines Ihrer wichtigsten Produkte demnächst abläuft. Oder Ihr Konkurrent hat kürzlich ein besseres Fabrikat auf den Markt gebracht, und Sie sind nun unter Zugzwang. Es gibt freilich Suchfelder, die sich ausschließlich auf die Zukunft beziehen. Wenn etwa eine EU-Richtlinie vorschreibt, dass ab dem Jahr 2018 alle Neuwagen mit einem automatischen Notrufsystem ausgestattet sein müssen, so stellt dies schon einen ziemlich konkreten Auftrag an die F&E-Abteilungen der Autokonstrukteure, oder auch der Zulieferindustrie dar. Ein Trend sozusagen, an dem es nichts zu rütteln gibt.

 

Suchfelder ergeben sich aus Vergangenheit und Zukunft

Häufig ergibt sich allerdings ein Suchfeld aus der Kombination von Innovationsvergangenheit und -zukunft. Besonders dann, wenn Sie Ihr Innovationsmanagement nicht nur auf den Ablauf von Patenten, Neuentwicklungen von Konkurrenten oder kommende Regularien ausrichten wollen. Wenn Sie die Zukunft Ihres Unternehmens proaktiv selbst gestalten wollen, dann ergeben  sich Suchfelder nur allzuoft aus der Kombination von Vergangenheit und Zukunft.

 

Nach 40 Jahren kommt das „papierlose Büro“

Vergangenheit und insbesondere die Zukunft verändern sich permanent. Trends, die noch vor einiger Zeit auf fundamentale Umwälzungen hinwiesen, entpuppen sich plötzlich als Sturm im Wasserglas. Andererseits führen unbeachtete Entwicklungen scheinbar plötzlich zu grundlegenden Veränderungen. Ein Beispiel für die Unberechenbarkeit von Trends ist das „papierlose Büro“. Der Begriff geistert seit über 40 Jahren durch Medien und Gesellschaft. Doch anstatt Realität zu werden, avancierte er zum Mythos. Die Digitalisierung schien umso mehr grafisches Papier hervorzubringen, als es wie prognostiziert auf ein Minimum zu reduzieren.

Seit einiger Zeit existiert das „papierlose Büro“ in bestimmten Bereichen allerdings tatsächlich. So kommen Piloten im  Cockpit des Airbus A340-600 ohne Zettelwirtschaft aus. An dem 2008 eingeführten System scheinen sich auch immer mehr andere Branchen ein Beispiel zu nehmen. Und tatsächlich: Im Jahr 2016 brach die Nachfrage nach grafischen Papier ein, und führte zu Arbeitsplatzverlusten.

 

Wetterbericht mit laufender Aktualisierung

Solche Überraschungen können Sie dann vermeiden, wenn Sie sowohl Ihre Innovationszukunft, als auch -vergangenheit regelmäßig hinterfragen. Die weitere Entwicklung von Trends lässt sich ja ohnehin ähnlich dem Sicherheitslevel eines Wetterberichts vorhersagen. Und der Innovationsstammbaum bedarf auch einer permanenten Aktualisierung.

 

Ein Pate pro Suchfeld

Ein dynamisches Roadmapping können Sie in Ihrem Innovationsmanagement folgendermaßen verankern. Nominieren Sie für jedes Suchfeld einen Paten. Dieser hat die Aufgabe, die für das jeweilige Suchfeld relevanten Trends im Auge zu behalten. Ist deren Reihenfolge noch aktuell? Stimmt die zuvor bestimmte Relevanz auch haute noch? Gibt es neue Trends? Antworten auf diese und ähnliche Fragen zu finden, sowie die Aktualisierung des zum Suchfeld passenden Innovationsstammbaumes, fällt in den Aufgabenbereich des Suchfeldpaten. Dieser verrichtet keine inhaltliche Arbeit, und ist nicht als Projektmanager tätig. Suchfeldpaten beobachten lediglich, und erstatten regelmäßig Bericht.

Am Besten tun sie das einmal im Quartal. Dann treffen alle Paten Ihres Unternehmens zusammen, und präsentieren die aktuellen Entwicklungen ihres Suchfeldes. Dazu gehört nicht nur die Aktualisierung von Trends und Stammbaum, sondern etwa auch ein Update auf die Frage, wann von der betreffenden Innovation erste Umsätze zu erwarten sind. Die Aktualisierung der Roadmap selbst, die ja auch grafisch übersichtlich die Schwerpunkte Ihres Innovationsmanagements zeigt, kann dann einmal jährlich erfolgen.

 

Dynamisches Roadmapping in der Praxis

Wie dynamisches Roadmapping in der Praxis funktioniert, zeigt die Anwendung bei der medi GmbH & Co. KG aus Bayreuth. Das Unternehmen aus der medizinischen Textilindustrie begann 2013 mit ihrem ersten Roadmapprojekt, und hatte im darauffolgenden Jahr ihre individuelle Roadmap samt sieben Suchfeldern fertig. Die sieben Suchfeldpaten trafen sich auf eigenen Wunsch vier mal im Jahr, und besprachen die Fortschritte ihres Bereichs. Sie diskutierten aber auch über Erfahrungen, etwa mit externen Dienstleistern.Bei diesen Quartalsmeetings, an denen auch der Eigentümer und der Geschäftsführer teilnahmen, wurden auch die nächsten erreichbaren Milestones festgelegt. 

Einmal jährlich diskutierte das gleiche Gremium das Trenduniversum samt Zeitstrahl. Die Teilnehmer nahmen jeden einzelnen Trend unter die Lupe und prüften, ob dieser so wie erwartet eingetreten war oder nicht. Falls Letzteres der Fall war, wurde der neu diskutiert. Bei diesem Meeting kamen auch neue Trends zur Sprache. Die Gruppe ordnete dann die veränderten alten, wie auch neue Trends wieder auf dem Zeitstrahl  ein. Das Unternehmen aktualisierte also ihre Roadmap einmal im Jahr völlig neu. Diese ist damit ein Ergebnis von sieben Wissensträgern aus dem Unternehmen, plus der Expertise der obersten Etage. Alle zwei Jahre zieht das Unternehmen auch externe Experten hinzu, und diskutiert alle Trends der eigenen Roadmap. Damit schützt sich das Unternehmen vor Betriebsblindheit.

 

Fazit: Wie dynamisches Roadmapping Ihr Innovationsmanagement beflügelt

Mit einem Innovationsstammbaum sowie ein mit dem Zeitstrahl verbundenes Trenduniversum haben Sie schon eine sehr gute Basis für Ihr strategisches Innovationsmanagement. Doch die Analyse von Trends und die Prognose über deren weiteren Entwicklungen ist keine Momentaufnahme. Es ist ein dynamischer Prozess, in dem Sie Ihre Grundlage ständig hinterfragen und anpassen müssen. Das klingt zunächst einmal aufwändig. Das mag stimmen, allerdings sind Sie mitsamt Ihrer Suchfeldpaten mehr oder weniger gezwungen, den Blick auf die Zukunft zu richten, ohne dabei auf die Vergangenheit zu vergessen. Mit dieser Perspektive haben Sie bereits sehr vielen Unternehmen viel voraus.

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Angela HENGSBERGER

Born and raised in Vienna. Since 2012 she has been in charge of Business Development at LEAD Innovation with the functions marketing, sales and communication.

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