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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 13-Sep.-2018
Autor: Michael PUTZ

Definition Innovation

 

Wir alle sind von zahllosen Innovationen umgeben. Einige davon sind tatsächlich schlaue Erfindungen, die sich am Markt durchgesetzt haben. Andere wiederum verkaufen nur die Werbeabteilungen als solche. Eine präzise oder gar einheitliche Definition von Innovation existiert nicht. Wenn Sie Ihre eigene Innovationstätigkeit steuern wollen, müssen Sie jedoch vorher festlegen, was Sie unter Innovation verstehen. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, wie Sie in 4 Schritten für sich definieren, was Innovation ist und warum Invention und (Markt-)erfolg dabei immer eine Rolle spielen.

 

1. Analysieren Sie Ihre Innovationsvergangenheit

Um den inflationär verwendeten Begriff Innovation für sich selbst und Ihr Unternehmen konkreter zu machen, hilft zunächst ein Blick in die eigene Innovationsvergangenheit. Welche Innovationen hat Ihr Unternehmen in den letzten Jahren oder Jahrzehnten auf den Markt gebracht? Welche davon hatten auch Erfolg? Waren diese Innovationen nur für Ihr Unternehmen oder auch für Ihre Konkurrenten oder gar die ganze Branche neu? Wie sind diese neuen Produkte, Services, Dienstleistungen oder gar Geschäftsmodelle entstanden? Aus der eigenen Innovationsvergangenheit können Sie bereits eine individuelle Definition von Innovation herauslesen. Außerdem gibt ein Innovationsstammbaum auch darüber Aufschluss, wie Sie Innovationserfolge erreicht haben.

 

 

2. Lassen Sie sich von der Wissenschaft inspirieren 

Um präziser zu definieren, was Innovation für Sie und Ihr Unternehmen bedeutet, hilft Ihnen die Wissenschaft weiter. Der österreichische Ökonom Josef Schumpeter gilt als Urvater aller Innovationstheorien. Er versteht unter Innovation die Durchsetzung einer neuen technischen, organisatorischen oder marktlichen Lösung. Bloßes Erfinden ist Schumpeter also zu wenig, das Neue muss sich auch bewähren.

Case Study Strategisches Innovationsmanagement

 

Die Definition von Schumpeter lässt sich auf jegliche Art von Organisation anwenden. Für Betriebe mag Schumpeters Formel zu unpräzise sein. Diese daraus abgeleitete Formel ist genauer:

 

Innovation = Invention + (Markt-)Erfolg

 

Invention und (Markt-)Erfolg sollte Ihre individuelle Beschreibung von Innovation also unbedingt enthalten.

 

3. Legen Sie fest, was Sie als (Markt-)Erfolg verstehen

Was ein Markterfolg ist und was nicht - darüber wird in Ihrem Unternehmen wahrscheinlich mehr Klarheit herrschen, als über den Begriff Innovation. Denn die Definition von Markterfolg lässt sich meist direkt von den Zielen und auch von der Kostenstruktur Ihres Unternehmens ableiten.

Sie könnten eines Ihrer Produkte etwa erst dann als Markterfolg ansehen, wenn dieses die Kosten für Entwicklung und Einführung bereits innerhalb von zwei Jahren herein gespielt hat. Oder aber Sie fixieren einen Umsatzbetrag. Sobald der Verkauf Ihrer Neuentwicklung diese Grenze überschreitet, gilt die Novität als erfolgreich. Ein Markterfolg könnte aber auch schon dann eingetreten sein, wenn Ihre Erfindung großes mediales Echo erzeugt. 

So könnte etwa Amazon seine Zustelldrohne bereits als Innovation verbuchen, ohne dass diese die Testphase hinter sich gelassen hat. Denn die Zustelldrohne ist derart populär und signalisiert den Konsumenten, dass die Marke Amazon für schnellstmögliche und individuelle Zustellung steht.

 

4. Bestimmen Sie, wie neu Ihre Innovation tatsächlich ist

Eine Innovation hat also immer etwas mit Neuem und dessen Umsetzung zu tun. Neu ist allerdings ein relativer Begriff. Ist eine Novität bloß für Ihr Unternehmen neu? Empfindet es auch die Konkurrenz als neu? Ist es für eine gesamte Branche neu? Oder hat Ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilung gar eine neue Basistechnologie erfunden?

Bei den Antworten auf diese Fragen hilft Ihnen wieder die Wissenschaft weiter. Der deutsche Wirtschaftswissenschafter Jürgen Hauschildt hat eine Formel für die Bestimmung des Innovationsgrades entwickelt, die Sie selbst einfach anwenden können.

Bestimmung des Innovationsgrades 

Hauschildt zufolge ist eine Innovation zunächst einmal eine Kombination aus Zweck und Mittel. Zweck kann dabei etwa für den Kundennutzen stehen, den der Anwender davon hat. Ein völlig reibungsloser Schaltvorgang bei Fahrrädern wäre ein Beispiel für „Zweck“. Das „Mittel“ in diesem Beispiel wäre die Schaltung des Fahrrades. Konkret eine elektronische Schaltung.

Zumindest Mittel oder Zweck muss wahrnehmbar neu sein, um überhaupt von einer Innovation zu sprechen. Mit Hauschildts Formel können Sie vier unterschiedliche Innovationsgrade eruieren: Zweck-Mittel-Kombinationen, die im Diagramm links unten angesiedelt sind, fallen unter „inkrementelle Innovation“. Rechts oben sind die echten Durchbruchsinnvoationen zu finden. Die beiden anderen Bereiche teilen sich in mittelinduzierte bzw. zweckinduzierte Innovationen auf.

  

Fazit: Definition Innovation

Innovation ist ein ungemein gebräuchliches Wort. Viele Unternehmen sehen es als absolut notwendig an, ihren Kunden immer etwas Neues bieten zu müssen. Bei genauerer Analyse entpuppt sich die Novität dann allerdings nicht als neu, sondern bloß als anders. Wenn Sie Ihr Innovationsmanagement auf strategische Beine stellen wollen, dann benötigen Sie zumindest für sich selbst eine klare Definition von Innovation. Mit dieser sollten dann auch all Ihre Unternehmensbereiche umgehen können. Erst nach dieser internen Begriffsklärung können Sie sinnvoll Innovationskennzahlen einsetzen. Zur ganz groben Orientierung dient auch ein Zitat des deutschen Politikers und Unternehmensberaters Thomas Mirow: „Die Umwandlung von Geld in Wissen ist Forschung, die Umwandlung von Wissen in Geld ist Innovation." 

Case Study Strategisches Innovationsmanagement

Michael PUTZ

Born in the Salzkammergut. After working for Shell and Porsche, he concentrated on innovation management as a study assistant at the Innovation Department of the Vienna University of Economics and Business Administration. In 2003 he founded LEAD Innovation and manages the company as Managing Partner. Lectures at MIT, in front of companies like Google or NASA.

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