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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 10-Okt-2018

Die Auswirkung langfristiger Trends auf die Produktentwicklung

Die Branche der Innovationsberatung ist schnellebig von Natur aus. Und wer nach Trends sucht, an denen sich die Produktentwicklung orientieren könnte, blickt gebannt in die Zukunft und analysiert die allerneuesten Veränderungen der Gegenwart. Dabei wird leicht übersehen, welche Erkenntnisse für die Weiterentwicklung eines Produkts aus der Untersuchung längerer Zeiträume und größerer Zusammenhänge gezogen werden können. Aus diesem Grund haben wir unsere Methoden der Trendanalyse schon vor drei Jahren um eine Dimension zu erweitern begonnen: In der langfristigen kulturhistorischen Produkt-Analyse treten oft Gesetzmäßigkeiten zutage, die der Produktentwicklung ungeahnte Impulse geben.

Ein Kunde von uns, Spezialist für Beschlagsysteme, hatte uns mit einer Trenderhebung beauftragt. Der aktuelle Trend war rasch gefunden: Küchenladen sollen am besten gar keine Beschläge haben, oder zumindest zeigen. Der modische Beschlag glänzt durch Unsichtbarkeit. Küchenladen im oberen Preissegment kennen keine Griffe. Man gibt ihnen nur einen kleinen Stups, und schon rollen sie wie von Zauberhand dem Benutzer entgegen. 

Kann man Unsichtbarkeit steigern? Man kann. Die Funktion der einstigen Griffe und Scharniere ist nämlich nach innen gewandert. Entsprechend versteht man heute unter einen Beschlag auch ein Auszugsystem. Irgend was muss das Ganze ja ins Rollen bringen! Und wo etwas ist, ist meist auch etwas sichtbar – egal, wie minimal.

Paper Trenduniversum erstellen

 

Das unsichtbare Produkt

Für unser  Verständnis der Aufgabenstellung, trendgemäß Unsichtbares unsichtbarer zu machen, erwies sich unsere Methode, auch langfristige Trends unter die Lupe zu nehmen, als erhellend. In der Kulturwissenschaftlichen Produktanalyse stießen wir auf das Phänomen von Beschlägen, die so groß waren, dass sie – in demonstrativer Absicht – beinahe die gesamte Türe bedeckten, um nicht zu sagen: die Schränke „überwucherten“.

Von diesem extremistischen Gegenstück zur heutigen Mode der Beschlaglosigkeit konnten wir in der Folge eine Linie ziehen, die eine ziemlich kontinuierliche Verkleinerung der Beschläge offenbarte. Das Wort „Trend“ passt eigentlich gar nicht auf so eine Entdeckung. Man müsste schon vom „Jahrhunderte-Trend“ sprechen. Oder doch besser von einer kulturhistorischen Entwicklungslinie…

Bei der parallelen Betrachtung heutiger und barocker Beschläge gewinnt man ein Bewusstsein für die Relativität der Werte und der daraus resultierenden technologischen Ziele.

 

 

Man merkt: es könnte auch anders sein. Ganz anders, als seit Jahrzehnten gelernt. Langfristige Trends können zu einem Punkt kommen, an dem das System kippen muss. Diesen Punkt sollte man rechtzeitig erkennen.

Die Erweiterung der Trendforschung um langfristige und kulturelle Fragestellungen steht durchaus in einer gewissen Analogie zu einem Beschlag. Es sperrt die Köpfe auf und öffnet die Gedanken für Innovationen, die wahrlich Innovationen sind.

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Lesen Sie auch unseren Artikel über innovative Beschläge. 

Bildquelle Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/innenraum-wohnzimmer-sofa-zimmer-768526/

Wolfgang PAUSER

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