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LEAD Innovation Blog

Diese 3 Beispiele zeigen, warum sich Innovationstransfers auszahlen

warum sich Innovationstransfers auszahlen

Wenn ein Unternehmen mit seinem Portfolio an seine Wachstumsgrenzen stößt, gibt es mehrere Möglichkeiten, um diese zu überwinden. Eine davon ist, für die bisher verwendete Technologie neue Anwendungsmöglichkeiten zu finden, und damit neue Märkte zu erschließen. In diesem Blogbeitrag stellen wir Ihnen 3 Beispiele genauer vor, in dem solche Innovationstransfers gelungen sind.

Jeder Betrieb verfügt über ganz bestimmte Kernkompetenzen, die ihn unverwechselbar machen. Ein solcher USP gegenüber dem Mitbewerb ist eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum. Ein solches braucht jedes Unternehmen, um weiter existieren zu können. Wenn es mit seinem Angebot auf Wachstumsgrenzen stößt und diese nicht überwindet, dann begibt es sich in eine schwierige Situation. Gerade in solchen Phasen wird der Ruf nach Innovationen laut. Das Unternehmen ist geradezu dazu gezwungen, etwas Neues zu versuchen, um sich nicht ins wirtschaftliche Aus zu manövrieren.

 

Neue Märkte mit völlig Neuem zu erobern, ist schwer

Mit neuen Kompetenzen auf neuen Märkten zu agieren, ist wegen der hohen Entwicklungskosten allerdings teuer. Das Risiko, in einem bislang unbekannten Markt zu agieren, ist hoch. Eine günstigere und sicherere Variante ist es, für die bisherigen Kernkompetenzen neue Verwendungsmöglichkeiten zu finden, und die vielversprechendste davon auch tatsächlich zu ergreifen. Diese neuen Anwendungsmöglichkeiten können dabei auch in sehr entlegen scheinenden Märkten zu finden sein. Wie Innovationstransfers gelingen können, zeigen die folgenden 3 Beispiele:

 

 1. Porsche: Vom Sportwagen zum SUV-Hersteller

Der Name Porsche steht in unseren Breiten für Sportwägen. Das Modell 911 der Stuttgarter Automarke gilt als der Inbegriff eines Sportwagens. In der Absatzstatistik macht der „Neunelfer“, wie er auch oft genannt wird, allerdings nur einen kleinen Teil aus. Von knapp 240.000 ausgelieferten Fahrzeugen im Jahr 2016 trugen weniger als 32.500 Automobile das Typenschild 911. Weit wichtiger für den Unternehmenserfolg sind heute Modelle, die mit einem Sportwagen rein gar nichts gemein haben: große, geländegängige SUVs haben sich zu den Bestsellern von Porsche entwickelt. Über 70.000 Cayennes und mehr als 95.000 Macans konnte der Autobauer im Jahr 2016 absetzen. Dabei hat Porsche diese Modelle nicht komplett selbst entwickelt: der Cayenne setzt dank einer Kooperation mit Volkswagen auf der Plattform des Audi Q7 bzw. VW Tuareg auf, der Macan auf der des Audi Q5. Den Anfang dieses Innovationstransfers machte Porsche mit dem Cayenne, dessen Hauptmarkt die USA ist, im Jahr 2002. Der kleinere Macan, das übrigens das indonesische Wort für Tiger ist, folgte Ende 2013. Der Erfolg der beiden Modelle hat in manchen Märkten auch dazu geführt, dass die Marke Porsche gar nicht mehr mit kleinen, schnellen Sportwägen verbunden wird. In China etwa schätzt man Porsche als Hersteller großer Geländewägen.

 

2. Amazon: Vom Online-Buchhändler zum Cloud-Anbieter

Der US-Konzern startete 1995 als „Online-Bookstore“ und erweitere dann sukzessive sein Angebot. Parallel dazu war Amazon gezwungen, die IT-Infrastruktur aufzurüsten. Für die eigene E-Commerce-Plattform benötigte Amazon global verteilte Rechenzentren und hochverfügbare Dienste. Schließlich würde ein Ausfall der Website bloß für ein paar Stunden Verluste in Millionen-, wenn nicht gar Milliardenhöhe bedeuten. Um dieses hochentwickelte IT-System besser auszulasten, entschied sich Amazon, es anderen Unternehmen zur Verfügung zu stellen, die ähnliche Ansprüche hatten: im Jahr 2006 gründete Amazon das Tochterunternehmen Amazon Web Services (AWS) um über die Cloud verfügbare IT-Ressourcen anzubieten. Populäre Dienste wie Dropbox, Netflix oder Foursquare stehen ebenso auf der Kundenliste wie Siemens, Novartis, Adobe oder Vodafone. AWS gilt derzeit als Marktführer im weltweiten Cloud-Business. Lediglich Microsoft kann mit Azure dabei noch mithalten, Google bemüht sich mit seiner Cloud Platform, den Anschluss an die beiden zu finden. Bei Amazon war es also eine zunächst nur intern genutzte Kompetenz, mit welcher der Konzern nun weltweit gutes Geld verdient.

 

3. Voglauer: Von der Tischerlei zum Komplettausstatter

Die Unternehmensgeschichte des Möbelproduzenten aus Abtenau zeigt, wie sich neue Anwendungsmöglichkeiten für das bestehende Know-how finden und vermarkten lassen, und wie diese Innovationstransfers dann wieder zu neuem Know-how führen. 1932 als Tischlerei gestartet, ist Voglauer heute einer der bedeutendsten Möbelproduzenten Österreichs und beschäftigt 400 Mitarbeiter. Laut Geschäftsführer Peter Grünwald haben mehrere Sprünge Voglauer zu dem gemacht, was der Familienbetrieb heute ist: Voglauer verstand sich schon immer darauf, nicht nur Möbel, sondern ganze Zimmereinrichtungen zu bauen. Diese Kompetenz war gerade bei Hotels gefragt, also bündelte Voglauer diese 1987 in den eigenen Geschäftsbereich „Hotel Concept“. Das Unternehmen begann dann einige Jahre später, als Komplettausstatter individuelle Zimmerkonzepte zu realisieren. Seit etwa zehn Jahren tritt es als Generalunternehmer auf: angefangen von der Projektplanung über die Produktion bis hin zur Montage bietet Voglauer Hotel Concept heute so ziemlich alles, was beim Neubau oder bei einer Renovierung eines Hotels in Sachen Innenausbau benötigt wird. Jüngstes Beispiel dafür ist die Renovierung von „The Crystal“ in Obergurgel.

 

Mit Innovationstransfers in neue Märkte

Es lassen sich freilich noch zahlreiche Beispiele dafür finden, wie Unternehmen durch Innovationstransfers völlig neue Märkte erschließen konnten.

  • Der Taxi-Konkurrent Uber nutzt die eigene Infrastruktur und IT-Lösungen dafür, um unter dem Markennamen Uber Eats Essen zuzustellen. Denn die Erfolgskriterien bei der Beförderung von Fahrgästen, einerseits und der Zustellung von frischen Mahlzeiten andererseits, ähneln einander offenbar sehr stark.
  • Der deutsche Hersteller von medizinischen Hilfsmitteln medi ist seit einiger Zeit schon erfolgreich auf dem Sportbekleidungsmarkt aktiv. Seine Kompetenz bei Strümpfen für die Kompressionstherapie nutzt medi nun auch dazu, um unter dem Markennamen CEP Kompressionstextilien zu vermarkten.
  • Das Vorarlberger Traditionsunternehmer Getzner Textil nutzt seine spezielle Webetechnik nicht mehr ausschließlich, um Modestoffe für Hemden zu produzieren. Die Technologie kommt nun auch bei der Produktion von technischen Stoffen und Corporate Fashion zum Einsatz.

 

Fazit: Diese 3 Beispiele zeigen, warum sich Innovationstransfers auszahlen

Spätestens wenn Sie mit Ihrem bestehenden Portfolio an Wachstumsgrenzen stoßen, müssen Sie sich Alternativen überlegen. Ein Weg in neue Märkte besteht darin, sich zunächst einmal darüber bewusst zu werden, was Sie und Ihr Betrieb wirklich können. Im zweiten Schritt suchen Sie nach Branchen, in denen ähnliche Kompetenzen und Technologien gefragt sind. Und danach analysieren Sie, in welchen Märkten Ihr Engagement mit dem niedrigsten Risiko und dem höchsten Ertragspotenzial verbunden ist. Es ist ratsam, sich bei Innovationstransfers von einem externen Partner unterstützen zu lassen. Das schützt Sie vor Silodenken, und Sie können breites Wissen von externen Experten nutzen. Dieses ist besonders beim Suchen und Finden von Branchen nützlich, die genau das brauchen, was Sie und Ihr Unternehmen können. 

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Topics: Innovationsentwicklung