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LEAD Innovation Blog

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Datum: 13-Sep-2018

4 Gründe, woran Innovationen scheitern

 

Studien belegen, dass rund 60 bis 80 % der neuen Produkte scheitern. Die genaue Dunkelziffer ist schwer ermittelbar, denn wer spricht schon gerne über seine Innovation Flops.

Doch warum scheitern so viele Innovationen? Ja, die Aussage ist nicht ganz richtig. Denn eine Innovation ist eine erfolgreiche Neuerung. Demnach geht es um den Weg dorthin. Warum scheitern so viele Ideen, Innovationsprojekte und neue Produkte?

Die Gründe zu kennen, ist ein wertvolles Wissen, vor allem, wenn man seine unternehmensinternen Erfolgskiller kennt. Denn wer die Ursachen für das Scheitern von Innovationen kennt, kann im Innovationsmanagement die richtigen Maßnahmen und Akzente setzen, um die Erfolgschancen von Innovationen beachtlich zu steigern.

 

Der Erfolg entscheidet sich im Unternehmen

Ein neues Produkt kann am Markt scheitern, weil es keinen wirklichen Wert stiftet und somit keine Kunden findet. Oder ein neues Produkt kann schon intern scheitern, weil die Entwicklung, Umsetzung und Vermarktung nicht einwandfrei funktioniert. Die Idee kann noch so gut und perfekt sein, wenn der Innovationsprozess nicht funktioniert, wird sie sterben. Auf der anderen Seite kann eine Idee nur mittelmäßig sein, aber wenn die Umsetzung und Vermarktung mit vollstem Engagement und Herzblut vollzogen wird, kann sie eine große Innovation werden.

Das Fazit: Ob eine Idee erfolgreich wird oder scheitert, entscheidet sich zum größten Teil im Unternehmen.

Bubble Chart Ideenbewertung

Hier ist eine Zusammenstellung von vier Hauptgründen auf Basis der Inknowaktion-Ministudie, warum neue Ideen und neue Produkte scheitern:

 

Grund 1: Fehlentscheidungen

Oft werden durch das Management in Innovationsprojekten oder bei der Auswahl von Ideen falsche Weichen gesetzt. Fehlentscheidungen können die Priorisierung von Ideen, Produktstrategien für neue Produkte, Auswahl von Varianten in der Entwicklung etc. betreffen.

Gründe, die dahinter stecken, sind:

  • Fehlende Unternehmens- und Innovationsstrategie als Entscheidungsgrundlage.
  • Ungenügende oder mangelhafte Informationen als Basis für die Entscheidung.

Aber es kommt auch vor, dass eigene Überzeugungen vom Management statt Fakten dominieren und es daher zu Entscheidungen aus dem Bauch heraus kommt, die sich später als falsch bewahrheiten.

 

Grund 2: Niedriger Stellenwert der Innovation

Trotz einer starken Verankerung von Innovation in den Strategiepapieren und dem artikulierten Stellenwert von Innovation durch die Unternehmensführung kann es im Alltag ganz anders aussehen: Das Tagesgeschäft geht vor. Und Innovation bleibt ein Lippenbekenntnis.

Tauchen Tagesgeschäft-Themen auf der Agenda des Managements auf, haben sie Priorität. Denn mit denen verdient man heute das Geld und sie müssen möglichst schnell gelöst werden. Doch womit verdient man morgen das Geld? Dringlichkeit geht leider vor Wichtigkeit.

Fehlt das gelebte Commitment vom Management, zieht sich das durch alle Ebenen der Organisation. Innovation hat einen niedrigen Stellenwert, weil sich jeder um das Tagesgeschäft zuerst kümmert.

Dazu kommt, dass Innovation etwas „Neues“ ist und Veränderungen mit sich bringt, mit denen sich viele nicht identifizieren können oder die Verunsicherungen und Widerstände auslösen.

Des Weiteren werden Mitarbeiter nach Jahres- und Umsatzzielen prämiert, da hat Innovation nicht viel Platz. Und ein weiteres Problem ist, dass Innovationsaufgaben nicht immer in den Stellenbeschreibungen stehen und es daher für manche Mitarbeiter als zusätzlicher Aufwand empfunden wird.

Das nicht gelebte Commitment und die fehlende Unterstützung für Innovationen sind mit Sicherheit ein Hauptgrund für das Scheitern von Innovationen. Dadurch gehen viele Ressourcen durch Reibungsverluste verloren und Innovationsaufgaben werden nicht in der erforderlichen Qualität erarbeitet. Die Hauptursache geht von oben aus und es spiegelt sich auch auf die Innovationskultur. 

 

Grund 3: Mangelnde Marktorientierung

Die fehlende Orientierung am Markt und an den Kundenbedürfnissen ist ein weiterer Hauptgrund, warum neue Produkte am Markt versagen. Das Produkt bietet keinen wahren und überzeugenden Kundenwert oder differenziert sich nicht von bestehenden Produkten.

Nur wer den Kunden und Benutzer, seine Prozesse und Wünsche wirklich kennt, kann Produkte entwickeln, die begeistern und sich wegweisend von der Konkurrenz abheben. Das wird seit dem Run um Design Thinking immer bewusster und deutlicher, dass man nur mit einem umfangreichen Kundenverständnis innovative Produkte erzeugen kann.

Die mangelnde Markt- und Kundenorientierung hat vielschichtige Ursachen:

  • Zu starker Fokus auf die Technik.
  • Zu wenig Zeit für die Kundenanalyse und die Entwicklung des Lastenheftes. Einerseits möchte man die Kosten nicht in die Hand nehmen (z.B. für Reisekosten zum Kunden) und andererseits möchte man keine Zeit verlieren und schon mit der Entwicklung starten.
  • Kein Zugang zu Kunden und Kundeninformationen, weil z.B. der Vertrieb nicht möchte, dass seine Kunden „belästigt“ werden oder aufgrund des Spannungsfeldes Technik und Vertrieb.
  • Man glaubt, seine Kunden zu kennen. Man verlässt sich auf eigene Annahmen und die vorhandenen Informationen. Doch leider kennt man die latenten und oft tatsächlichen Bedürfnisse nicht. Man hat nur die Informationen, die man vom Kunden im Verkaufsgespräch erfährt. Das sind dieselben, die die Konkurrenz auch erhält. Damit kann man keine einzigartigen Produkte entwickeln. Man braucht tiefes Verständnis über die Bedürfnisse und Aufgaben der Benutzer und Kunden.

Die Investition in eine umfangreiche Kunden- und Bedürfniserforschung ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Innovationen. Umso mehr man über seine Zielgruppen weiß, umso bessere Produkte kann man entwickeln und muss sich nicht auf halbwahre Annahmen verlassen.

 

Grund 4: Träge Strukturen

Umso größer eine Organisation ist, umso langsamer werden oft die Prozesse. Schleppende Prozesse mit langen Entscheidungszyklen können ein Todesurteil für Innovationen sein. Dazu kommen oft noch Schnittstellen- und Kommunikationsprobleme hinzu. Das alles wirkt sich negativ auf die Qualität und Effizienz von Innovationsprojekten aus. Das wird immer mehr bewusst, wenn man sieht, wie schnell Start-ups innovieren können.

Betrachtet man Start-ups näher, wird klar, wie die Organisation selbst den Erfolg beeinflusst.

  • Aufgrund ihrer Größe sind sie weniger komplex und damit agiler. Sie haben keine trägen Hierarchien und Bürokratien und können damit schneller handeln.
  • Sie sind intern gut verzahnt und vernetzt, jeder kennt jeden. Damit wird die Zusammenarbeit verbessert und Prozesse beschleunigt.
  • Dazu kommen noch kulturelle Faktoren wie höhere Offenheit, Risikofreude und Veränderungsbereitschaft.

 

Fazit: 4 Gründe, woran Innovationen scheitern

Es gibt vielerlei Gründe, warum Innovationsprojekte oder neue Produkte am Markt scheitern. Meistens hängt ein Fehlschlag nicht mit der Qualität einer Idee selbst zusammen, sondern mit deren Umsetzung, ergo es hat interne, organisatorische Ursachen.

Hier müssen die Unternehmensführung und das Innovationsmanagement ansetzen. Man muss sich seiner eigenen Schwächen bewusst werden und geeignete Maßnahmen setzen. Denn ist eine Innovation ständig mit Hürden konfrontiert, ist jeder investierte Innovationseuro eine Verschwendung.

Gestaltet hingegen das Management Rahmenbedingungen, die Innovationen fördern und stärken, können Unternehmen mit den gleichen Ressourcen wesentlich höhere Innovationserfolge und somit zusätzliche Erträge verzeichnen.

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Angela HENGSBERGER

Born and raised in Vienna. Since 2012 she has been in charge of Business Development at LEAD Innovation with the functions marketing, sales and communication.

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