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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 18-Nov-2021
Autor: Daniel ZAPFL

Not macht erfinderisch: Wie Krisen Innovation antreiben

Krisen prägen seit Jahrhunderten den Rhythmus der Wirtschaftskreisläufe.

Innovationen gelten dabei seit jeher als wesentliche Instrumente, um sich einem wandelnden Umfeld anzupassen und so den Unternehmenserfolg auch für die Zukunft sicherzustellen.

Doch wie reagieren Unternehmen heute auf die durch die COVID-19-Pandemie ausgelösten Umbrüche und welche Erfolgsfaktoren sichern das Geschäft von morgen?

Ein Jahresrückblick

Dass Krisen auch durchwegs neue Chancen bedeuten, haben uns die Erfahrungen und Kundenprojekte der vergangenen Monate gezeigt: Während LEAD Innovation im ersten Krisenjahr 2020 keine einzige Kundenanfrage im Bereich Innovationsstrategie zu verzeichnen hatte, lag der Fokus 2021 eindeutig auf dem Aufbau neuer Geschäftsmodelle.

Zu Beginn der Krise waren sämtliche Projekte, die wir durchgeführt haben, darauf ausgerichtet, rasch etwas neu zu erfinden. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Pandemie veränderte in vielerlei Hinsicht wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Kundenbedürfnisse. Unternehmen benötigten schnelle und effektive Lösungen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Zahlreiche Innovationen wurden umgesetzt - in einem Tempo das zuvor kaum denkbar war.

Mit 2021 kehrte sich dieser Trend plötzlich um. Strategische Themen wie New Business oder der Aufbau eines nachhaltigen Innovationsmanagements traten wieder in den Vordergrund.  In vielen unserer aktuellen Projekte liegt der Fokus nun auf der Generierung neuer Geschäftsmöglichkeiten, mit dem Ziel ein zweites oder drittes Standbein zu etablieren. 

Während also Unternehmen im ersten Krisenjahr mit rasch umsetzbaren Innovationen „auf Sicht gefahren“ sind, geht es jetzt meist darum, strategische Innovationsprozesse zu verbessern, um die Innovationskraft langfristig zu stärken und für die kommenden Krisen optimal vorbereitet zu sein.

Erfolgsfaktor 1: Flexible Anpassung von Geschäftsmodellen

Wie bereits erwähnt, führte die Pandemie in vielen Bereichen zu neuen Kundenbedürfnissen. Unternehmen, die dies schnell erkannt und ihre Geschäftsmodelle und Kerngeschäftsprozesse entsprechend adaptierten, sind gut durch die Krise gekommen. In vielen Fällen fehlte Unternehmen diese Flexibilität und führte zu erheblichen Umsatzeinbußen.

Ein Beispiel dafür ist der Küchenhandel: Wer eine Küche kaufen möchte, muss diese üblicherweise im Möbelhaus planen lassen. Nun waren aber im Zuge der Lockdowns alle Möbelhäuser geschlossen und konnten daher auch keine Küchen verkaufen. Mit Ausnahme von IKEA, wo es bereits seit Jahren möglich ist, Küchen online zu planen. Dorthin strömten dann auch die Kunden in Scharen und bescherten dem schwedischen Möbelhaus ein schönes Umsatzplus.

Natürlich lässt sich nicht von heute auf morgen eine Online-Planung im Stil von IKEA aufbauen. Eine rasche Anpassung des Verkaufsprozesse wäre aber denkbar einfach in Form von Online-Planungsmeetings umsetzbar gewesen. Diese Variante bietet sogar Vorteile. Der Kunde kann dem Planer über Tablet oder Smartphone die Situation vor Ort zeigen, seine Wünsche anschaulich kommunizieren und verschiedene Varianten diskutieren.

Erfolgsfaktor 2: Zukunft selbst gestalten und nicht dem Zufall überlassen

Nicht nur mangelnde Flexibilität, auch das „Aussitzen“ von Problemen und langsame Entscheidungsprozesse bringen erhebliche Wettbewerbsnachteile mit sich. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Amazon Gründer Jeff Bezos erkannte dies bereits 1997: 

Die Tag-1-Philosophie von Jeff Bezos 

In einem Brief an seine Aktionäre skizzierte Bezos seine „Every Day is Day One” Philosophie, wonach ein Unternehmen stets die Vitalität ihres Gründungstages erhalten sollte. Tag 2 bedeutet für Bezos Stillstand. Um im Modus eines Start-ups zu bleiben, empfiehlt Bezos die Einhaltung verschiedener Handlungsprinzipien:

  • Konzentration auf den Kunden
  • Entscheidungen schnell treffen
  • Fehlentwicklungen schnell erkennen und sofort beheben
  • Neue Trends adaptieren anstatt sie zu bekämpfen
  • Konzentration auf Ergebnisse anstatt auf Prozesse
  • Akzeptieren von Unsicherheit

Die Tag-1-Philosophie hat Amazon zu einem der größten Unternehmen der Welt werden lassen.

Wie diese auch in Krisenzeiten erfolgreich eingesetzt werden kann, zeigt Tesla:

Teslas Innovation im Autoverkauf 

Autohändler konnten während des Lockdowns vielfach ihre Fahrzeuge nicht ausliefern, da sich viele Verkaufsmitarbeiter im Home-Office befanden. Die Autos wurden auf Halde gehalten und Käufer vertröstet. Tesla hingegen ging einen anderen Weg und stellte bereits im April 2020 komplett auf kontaktlose Auslieferung um.

Tesla ist der einzige Autokonzern, der sofort reagiert und schnell eine Entscheidung zur Lösung des Problems getroffen hat. Ganz im Gegensatz zu allen anderen Herstellern, die auf ein rasches Ende der Pandemie gesetzt hatten. Schnelligkeit schafft Wettbewerbsvorteile, nicht umsonst ist Tesla die einzige Marke, die trotz COVID-19 wächst.

Best Practice: Innovation in Krisenzeiten am Beispiel LEAD Horizon 

LEAD Horizon ist ein schmerzloser COVID-19 Test, der von LEAD Innovation gemeinsam mit 26 unserer Netzwerk-Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt wurde. Der Anstoß für dieses Projekt kam mit dem ersten Lockdown in Österreich. Viele unserer Kunden stornierten auf Wochen hinaus geplante Termine, Projekte wurden auf Eis gelegt und unser Team hatte plötzlich freie Ressourcen, die genutzt werden wollten. Aus dieser Not heraus entschlossen wir uns dazu, ein eigenes Innovationsprojekt auf Schiene zu bringen.

Lead-Horizon

© LEAD Horizon, Michael Putz

Die Innovationsidee

Die Idee für den Corona-Test entstand aus eigenen Erfahrungen, die uns bei der Identifizierung eines „Pain Points“ halfen: Als zu Beginn der Pandemie die Partnerin eines Kollegen an Corona erkrankte, wollten wir auf Nummer sicher gehen und alle einen Test absolvieren. Nach zwei Stunden in der Warteschleife der Corona-Hotline erfuhren wir schließlich, dass die Testkapazitäten nur Tests bei Symptomen zulassen. Bis auf einen Kollegen hatte niemand Symptome, daher auch kein Test für alle anderen.

Der Kollege mit Symptomen begab sich in Quarantäne und wartete dort auf das Test-Team. Innerhalb von 48 Stunden würden die Zivildiener vorbeikommen – wann, war nicht klar, es konnte auch mitten in der Nacht sein. Es sind dann fünf Tage ins Land gezogen, bis das Testergebnis endlich vorlag. Diese Erfahrungen waren letztlich der Anreiz, eine effizientere Teststruktur in Österreich aufzubauen - mit dem Ziel, Menschen mehr Flexibilität und schnellere Testergebnisse zu ermöglichen.

Die Umsetzung 

Mit unserem LEAD User Netzwerk konnten wir den Test sehr rasch entwickeln und bereits im Juli 2020 bei BIPA anbieten. Das Ergebnis des Tests wird innerhalb eines Werktages per App direkt auf das Handy zugestellt. Damit haben wir die Möglichkeit einer zeit- und ortsunabhängigen Testung geschaffen, die rasch Ergebnisse liefert.

Fazit: Krisen als Treiber für Innovation

Wir erleben eine Zeit tiefgreifender technologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umwälzungen. Wer erfolgreich durch diese Krise kommen möchte, braucht Mut zu Veränderung und die Bereitschaft zur Innovation. Das Hinterfragen von Geschäftsmodellen und Kerngeschäftsprozessen gehört ebenso dazu wie Flexibilität, Schnelligkeit und das Aufbrechen alter Strukturen.

Daniel ZAPFL

Born in Graz, Austria. After positions as project manager & head of innovation of the project management at LEAD Innovation, Daniel Zapfl has been responsible for the success of the innovation projects of our innovation partners since January 2018.

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