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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 13-Sep-2018

Wie ein strukturierter Innovationsprozess kreative Ideen schafft

 

Der Innovationsprozess innerhalb eines Unternehmens läuft unter dem Vorwand der Kreativität häufig chaotisch und unkoordiniert ab. Den Schritt zu einem strukturierten Prozess scheuen allerdings viele Unternehmen. Die Auseinandersetzung mit unternehmensinternen Abläufen und Strukturen bietet jedoch die Chance, langfristig die Innovationsfähigkeit des Unternehmens zu sichern und ein unabhängiges Innovationsmanagement aufzubauen.

 

Was versteht man unter Innovationsprozess?

Der Innovationsprozess bezeichnet die systematische Umsetzung existierender und/oder neuer Erkenntnisse in marktfähige Lösungen – von der Ideengenerierung und Ideenbewertung über die Realisierung bis hin zur erfolgreichen Markteinführung. Dabei geht es auch darum, wenig zukunftsträchtige Ideen rechtzeitig zu verwerfen, um F&E Ressourcen gezielt einzusetzen und die Innovationstätigkeit auf erfolgversprechende Innovationen zu fokussieren. Ein fundierter Innovationsprozess sollte daher vor allem folgende Merkmale aufweisen: 

  • Systematisch: Projektorientierte Kombination von diversen Innovationsmethoden (etwa Funnel- oder Suchfeld-Methode)
  • Zukunftsorientiert: Integration von Trends aus Markt, Technologie, Branche und Gesellschaft
  • Anwenderintegriert: Einbeziehen von Kunden, Lieferanten oder Zulieferern.
  • Ganzheitlich: Abstimmung von Prozess, Methoden, Struktur und Kultur.

Ein ganzheitlicher Innovationsprozess, der über kurzfristige Lösungen hinausgeht, muss auch die Innovationsstruktur und Innovationskultur eines Unternehmens miteinbeziehen. Der Innovationsprozess umfasst somit neben dem Prozess im engeren Sinn auch die Innovationsstruktur und die Innovationskultur. Diese drei Bereiche sind eng miteinander verbunden und erfordern eine entsprechende Abstimmung, wenn es um die durchgängige Gestaltung eines nachhaltigen Innovationsprozesses im Unternehmen geht.

Paper Innovationsprozess

  

Innovationsstrukur als Gefäß des Innovationsprozesses

Die Innovationsstruktur verankert den Innovationsprozess in der internen Organisationstruktur. Personelle Zuständigkeiten, Team-Zusammensetzungen und kritische Managementaufgaben werden anhand folgender Fragen an den Innovationsprozess angepasst:

 

  • Wer sucht Ideen?
  • Wer entscheidet über deren Weiterverfolgung?
  • Wer entwickelt Ideen weiter?
  • Welche Ideen werden innerhalb der etablierten F&E Strukturen weiterverfolgt, und welche Ideen benötigen auf Grund der Innovationsart bzw. des Innovationsgrades anders zusammengestellte Entwicklungsteams?
  • Welche Hierarchieebenen müssen in den unterschiedlichen Entwicklungsstufen einbezogen werden?

 

Eine gut durchdachte Innovationsstruktur ist ein wesentlicher Baustein des erfolgreichen Innovationsprozesses. Das bedeutet allerdings nicht, dass eine komplett neue Struktur aufgebaut werden muss. Ein neues Procedere oder eine neue Teamzusammenstellung kann bereits ausreichend sein.

 

Innovationskultur als Fundament für den Innovationserfolg

Eine Innovationskultur ist eine Unternehmenskultur, die Innovation fördert. Mitarbeiter sind für die Ideengenerierung die wichtigste Quelle, die Innovationskultur ist daher entscheidend für die Innovationsproduktivität und den Innovationserfolg. Drei wesentliche Faktoren schaffen die Voraussetzungen für eine Innovationskultur, in der Mitarbeiter Innovationen vorantreiben: 

  • Dürfen: Geschaffener Freiraum und Strukturen für die Mitarbeiter
  • Können: Kompetenzaufbau im Bereich Innovationsmethoden
  • Wollen: Intrinsische Motivation durch spezifische Reize

 

 

Mehr dazu in unserem Beitrag „Innovationskultur – Enabler oder Killer für Innovationen“. 

 

Welche Vorteile bringt ein strukturierter Innovationsprozess?

Überblicksmäßig lassen sich die Vorteile eines bewusst gestalteten Innovationsprozesses wie folgt zusammenfassen:

  • Systematisierung und Strukturierung des meist chaotischen Entwicklungsprozesses
  • Verkürzung der Entwicklungszeit von innovativen Lösungen (Senkung der Time to Market)
  • Früherkennung von Flops
  • Erhöhung der Erfolgsrate durch Auslese von Projekten
  • Verbesserung der internen Kooperation und Kommunikation durch Einbeziehung von verschiedenen Abteilungen und Know-How Trägern
  • Reduktion von Nacharbeiten und anderen Formen von Verschwendung
  • Überblick über laufende Projekte
  • Effizienter Umgang mit F&E Ressourcen
  • Garantiert die Vollständigkeit des Innovationsprozesses, da kritische Schritte nicht vergessen oder vernachlässigt werden.

  

Symptombekämpfung versus ganzheitlichen Innovationsprozess

Jedes erfolgreiche Unternehmen verfügt in irgendeiner Weise über einen Innovationsprozess, der die Innovationsfähigkeit und somit auch den Reifegrad des Innovationsmanagements beeinflusst. In vielen Unternehmen sind Innovationsprozesse auf kurzfristige Lösungen bzw. singuläre Projekte reduziert, die zwar einen unmittelbaren Return on Investment bringen, jedoch lediglich als Symptombekämpfung zu werten sind.

Möchte man jedoch langfristig die Innovationsfähigkeit des Unternehmens steigern, muss man sich den unternehmensinternen Innovationsprozess ansehen und einen ganzheitlichen Innovationsprozess etablieren, der mehr beinhaltet als nur die Auflistung von Innovationsvorhaben und Innovationsentwicklung. Erst wenn man sich über den bestehenden Innovationsprozess, die Innovationsstruktur sowie Innovationskultur im Unternehmen grundsätzlich Gedanken macht, schafft man die Voraussetzungen für einen ganzheitlichen Innovationsprozess, der das kreative Potential im Unternehmen ausschöpft und langfristig die Innovationsfähigkeit des Unternehmens steigert.

Konkret würde dies zum Beispiel bedeuten, dass sich das Unternehmen klare Innovationsziele setzt und daraus abgeleitet den Innovationsprozess und die dazu passenden Strategien und Methoden festlegt und aufeinander abstimmt – von der Phase der Ideengenerierung bis hin zur Markteinführung. Einzelne Methoden in diesem ganzheitlichen Prozess können dann natürlich auch eine Roadmap oder ein LEAD User Projekt sein.

 

Das Stage Gate Modell

Stage Gate Modell

Die bekannteste Form eines systematischen Innovationsprozesses ist der Stage-Gate Prozess nach Cooper und Kleinschmidt. Das Modell kann als Basis herangezogen werden, um dem Innovationsprozess eine gewisse Disziplin und Systematik aufzuerlegen, die in vielen Unternehmen oft fehlt. Wichtig ist jedoch, die Eigenheiten jedes Unternehmens einzubeziehen und Prozess individuell anzupassen.

Das Modell funktioniert sehr gut für Innovationsgrade und Innovationsarten, die beherrschbar sind. Für Innovationen mit einem sehr hohen Innovationsgrad muss der Prozess in der Regel angepasst werden, da sich die rigide Struktur des Stage Gate Modells bei einem komplexen Innovationsvorhaben kontraproduktiv auswirkt. Grundsätzlich empfiehlt sich jedoch auch in diesen Fällen die Orientierung an den Grobstufen, um den notwendigen Rahmen für den Innovationsprozess abzustecken.

 

 

Das Stage-Gate Modell unterteilt den Innovationsprozess in genau definierte Phasen (Stages) und Tore (Gates). Jede Phase beinhaltet bereichsübergreifende Aktivitäten aus dem Aufgabenspektrum verschiedener Funktionsbereiche bzw. Abteilungen eines Unternehmens. Nach Beendigung der einzelnen Phasen werden bei den Gates die Projekte anhand relevanter Entscheidungskriterien im Rahmen einer Meilensteinanalyse (Gates) geprüft, um zu entscheiden, ob sie in die nächste Phase gelangen oder nicht.

 

Innerhalb des Innovationsprozesses werden vor allem folgende Aspekte beleuchtet: 

  • Die Ideengenerierung (Funnel oder Suchfeld-Methode inkl. Einbindung von externen Partnern)
  • Die Ideenbewertung (im Sinne von Go/NoGo Entscheidungen aber auch im Sinne von Innovationsgrad und Innovationsart, um dann die weitere Vorgehensweise bestimmen zu können)
  • Die frühe Einbindung von externen Partnern für Feedback
  • Unterschiedliche Strategien (Prozessschritte) der Weiterverfolgung von Ideen je nach Innovationsart und Innovationsgrad
  • Methoden für die jeweiligen Prozessstufen, sodass Mitarbeiter das Rad nicht immer neu erfinden müssen

Somit werden aus der Fülle von Ideen Schritt für Schritt jene herausgefiltert, die erfolgversprechend sind. Dabei werden für jede Phase unterschiedliche Methoden angewendet, die im Gegensatz zu singulären Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind.

 

Fazit: Ohne eine klare Struktur läuft Kreativität ins Leere

Grundsätzlich geht es bei Innovationsprozessen in Unternehmen darum, einen klaren Rahmen zu schaffen, der festlegt, wie Ideen im Unternehmen eingebracht, wie sie weiterverfolgt und wie sie auf den Markt gebracht werden. Ein strukturierter Prozess, der auch die Innovationskultur und Innovationsstruktur miteinbezieht, eröffnet Möglichkeiten zum Abbau von Innovationsbarrieren und schafft gleichzeitig ein effizientes Innovationsmanagement. Das bedeutet keineswegs, dass an den Grundfesten des Unternehmens gerüttelt werden muss. Es gilt vielmehr, den Ist-Zustand des bestehenden Innovationsprozesses zu analysieren, die notwendigen Veränderungen herauszuarbeiten und gezielt Veränderungen dort zu setzen, wo sie erforderlich sind.

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Franz Emprechtinger

Born in Ried im Innkreis. As former Head of Innovation, he was responsible for the entire project management and specializes in the areas of fuzzy front end and business model innovation.

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