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LEAD Innovation Blog

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Datum: 12-Okt-2018

Wie Sie die 12 Prinzipien von Scrum für die Produktentwicklung anpassen

 

Nicht immer ist es am Start eines Projektes klar, wie dieses dann am Ende genau aussieht. Schließlich können sich die Rahmenbedingungen ebenso ändern, wie die Anforderungen des Kunden. Scrum bietet die Möglichkeit, auf die geänderten Rahmenbedingungen einzugehen. Lesen Sie in diesem Blogartikel, wie Scrum sich von üblichen Projektmanagementmodellen unterscheidet und wie Sie die 12 Prinzipien der agilen Projektmanagementmethode, die ursprünglich aus der Softwareentwicklung kommt, für Ihre Produktentwicklung anpassen können.

Um Projekte abzuwickeln, sind wir es alle gewohnt, nach der so genannten Wasserfall-Modell vorzugehen: Wenn ein Schritt erledigt ist, dann macht sich das Team an die Realisierung des nächsten. Diese Methode hat drei Vorteile:

  • Die unterschiedlichen Projektphasen sind klar abgegrenzt.
  • Die Planung und die Kontrolle sind einfach.
  • Die Kosten und der Umfang des Projektes sind im vornherein klar abschätzbar.

Diese Vorteile treffen zumindest dann zu, wenn am Anfang schon feststeht, wie das Projekt ganz genau aussehen soll. Wir leben allerdings in bewegten Zeiten und die Geschwindigkeit der Veränderung nimmt stetig zu. Auch wenn ein Projekt nur wenige Monate dauert, kann es sein, dass sich die Rahmenbedingungen, und damit die Anforderungen, verändert haben. Das Wasserfall-Modell eignet sich kaum dafür, auf solche Veränderungen einzugehen; dafür ist es viel zu statisch.

 

Wie agiles Projektmanagement funktioniert

Agile Projektmanagementmethoden wie Scrum sind wesentlich flexibler. Wie Scrum in groben Zügen funktioniert, erfahren Sie in diesem Blogartikel. Die Mechanik von Scrum lässt sich freilich noch kürzer auf einer Seite grafisch darstellen. Wer sich detaillierter mit der Projektmanagementmethode auseinandersetzen will, findet einen von den Scrum-Entwicklern ständig weiterentwickelten Leitfaden an dieser Stelle. Und all jenen, die sich ausgiebig über agiles Projektmanagement informieren wollen, sei die Agile Austria Conference 2018 ans Herz gelegt, die am 17. und 18. Mai in Graz über die Bühne geht.

Bedienungsanleitung Scrum auf einen Blick

 

Staffellauf versus Rugby-Team

Die beiden Scrum Ahnherren Hirotaka Takeuchi und Ikujiro Nonaka verglichen den klassischen Entwicklungsprozess mit einem Staffellauf. Jeder Läufer hat dabei die Aufgabe, ein Stück des Weges zurückzulegen, um dann den Stab an den Nächsten weiter zu geben. Scrum hingegen folge einem Rugby-Ansatz: Dabei legt ein Team die gesamte Distanz gemeinsam zurück, spielt sich aber den Ball flexibel hin und her.

Um bei diesem Vergleich mit dem Sport zu bleiben: Beim Staffellauf ist weder das Wissen noch Kreativität des einzelnen Läufers gefragt: Er hat sozusagen den Befehl, die Strecke von A nach B so schnell wie möglich zurückzulegen. Beim Rugby-Spiel ist das anders. Hier muss jedes einzelne Teammitglied die eigene Strategie kennen, sie den Umständen entsprechend umsetzen und auf jede Veränderung reagieren. Dabei ist einerseits das gesamte Potenzial eines jeden einzelnen gefragt und andererseits hat jeder den dafür notwendigen Freiraum, um in Eigenregie zu handeln.

 

Ein Manifest für agiles Projektmanagement

Der Vergleich zum Rugby-Sport kommt übrigens nicht von ungefähr. Denn Scrum ist kein Akronym, sondern steht in eben dieser Sportart für ein geordnetes Gedränge. Damit dieses „Gedränge“ auch zu Ergebnissen führt, müssen die am Prozess Beteiligten bestimmten Prinzipien folgen. Diese Grundregeln stammen übrigens aus der Softwarebranche: Im Jahr 2001 haben sich 17 Experten für alternative Projektmanagementmethoden drei Tage lang auf einer Skihütte im US-Bundesstaat Utah zurückgezogen und dabei das „agile Manifest“ entwickelt. Auch die drei Begründer von Scrum Ken Schwaber, Mike Beedle und Jeff Sutherland waren Teil dieser Gruppe. Dieses Manifest gilt also für Scrum und lässt sich in vier Punkten zusammenfassen:

  1. Individuen und Interaktionen gelten mehr als Prozesse und Werkzeuge
  2. Funktionierende Software ist wichtiger als umfassende Dokumentation
  3. Zusammenarbeit mit dem Kunden ist höher einzuschätzen, als Vertragsverhandlung
  4. Reagieren auf Veränderung genießt mehr Bedeutung, als das Befolgen eines Plans

 

Die 12 Prinzipien des agilen Manifest

Hinter diesem Manifest stehen 12 Grundprinzipien. Weil das „agile Manifest“ ursprünglich für die Entwicklung von Software dienen sollte, beziehen sich diese Regeln im Original auch darauf. Scrum eignet sich aber für jeden anderen Entwicklungsprozess. Allerdings sollten Sie vor der Anwendung diese Regeln für Ihre Bedürfnisse adaptieren. Dieser Prozess heißt in der Fachsprache „Scrumbut“ (We use scrum, but …). Die 12 Regeln lauten in der ursprünglichen Fassung wie folgt und wurden von uns für die Produktentwicklung angepasst:

  1. Unsere höchste Priorität ist es, den Kunden durch frühe und kontinuierliche Auslieferung wertvoller Software zufrieden zu stellen.
    Wenn es sich allerdings um zu entwickelnde Produkte handelt, sollten Sie sich die frühe und kontinuierliche Auslieferung von Meilensteinen, idealerweise MVPs (Minimal Viable Products) als das Ziel nach jedem Sprint setzen. Die Anforderungen an das MVP verändern sich dabei je nach Projektfortschritt. Die Kernaussage von Regel Nummer eins bleibt freilich gleich: Sie sollten Ihrem Kunden möglichst rasch greifbare Fortschritte zeigen können.
  2. Anforderungsänderungen sind auch spät in der Entwicklung willkommen. Agile Prozesse nutzen Veränderungen zum Wettbewerbsvorteil des Kunden.
  3. Liefere funktionierende Software regelmäßig innerhalb weniger Wochen oder Monate, und bevorzuge dabei die kürzere Zeitspanne.
    Wenn es sich um Produkte handelt, dann sollte sich diese Regel auf MVPs beziehen.
  4. Fachexperten und Entwickler müssen während des Projektes täglich zusammenarbeiten.
    Diese Regel können Sie freilich an die zeitlichen Möglichkeiten Ihres Projektteams anpassen. Wenn ein Scrum-Projekt nicht die einzige Aufgabe des Teams ist, dann funktioniert es auch, ein oder mehrere fixe Wochentage für die Arbeit einzuplanen. Wichtig ist, dass die Experten und Entwickler regelmäßig zusammenarbeiten und das auch die darauf aufbauende Abstimmung im Stand-up-Meeting regelmäßig stattfindet.
  5. Errichte Projekte rund um motivierte Individuen. Gib ihnen das Umfeld und die Unterstützung, die sie benötigen und vertraue darauf, dass sie die Aufgabe erledigen.
  6. Die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an und innerhalb eines Entwicklungsteams zu übermitteln, ist im Gespräch von Angesicht zu Angesicht.
    Bei Teams, deren Mitglieder sich an unterschiedlichen Orten aufhalten, ist diese Forderung nicht einfach zu erfüllen. Hier können Videokonferenz-Lösungen helfen. Solche zur Verfügung zu stellen, ist Aufgabe des Scrum Masters.
  7. Funktionierende Software ist das wichtigste Fortschrittsmaß.
    Bei Produkten sind bei diesem Punkt natürlich MVPs gemeint. Stimmen Sie am besten mit dem Kunden vorab ab, in welcher Form Sie Ihre Fortschritte präsentieren. Gerade in den ersten Sprints sind dafür auch Konzepte in Form von Skizzen erlaubt.
  8. Agile Prozesse fördern nachhaltige Entwicklung. Die Auftraggeber, Entwickler und Benutzer sollten ein gleichmäßiges Tempo auf unbegrenzte Zeit halten können.
  9. Ständiges Augenmerk auf technische Exzellenz und gutes Design fördert Agilität.
  10. Einfachheit -- die Kunst, die Menge nicht getaner (weil unnotwendiger) Arbeit zu maximieren -- ist essenziell.
  11. Die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe bzw. im Falle von Produkten auch MVPs und Konzepte entstehen durch selbstorganisierte Teams.
  12. In regelmäßigen Abständen reflektiert das Team, wie es effektiver werden kann und passt sein Verhalten entsprechend an.

Einer der Mitbegründer von Scrum, Jeff Sutherland, beschreibt in seinem Buch über die Projektmanagementmethode, wie sich durch das Befolgen des Regelwerkes die doppelte Arbeit in der halben Zeit schaffen lässt. Die Wiener Inbound Marketing Agentur TakeOffPR hat die Methode nach Lektüre des Bandes im Selbstversuch ausprobiert und möchte mittlerweile darauf nicht mehr verzichten. Warum das so ist und wie die neue Projektmanagementmethode implementiert wurde, beschreibt Agenturleiter Martin Bredl in einem Blogbeitrag. Sein Rat lautet, Scrum einfach auszuprobieren und sich nicht in dem immer komplexer werdenden Regelwerk zu verlieren. Auch Bredl hat das Regelwerk an die Bedürfnisse seiner Agentur angepasst. Schließlich soll Scrum nicht zum Selbstzweck werden.

 

Fazit: Wie Sie die 12 Prinzipien von Scrum anpassen für Ihre Zwecke anpassen

Um etwas Neues zu entwickeln braucht man einen Plan. Je mehr Personen an dessen Umsetzung beteiligt sind, desto komplexer wird sie auch. Allen Beteiligten das Ziel möglichst genau zu skizzieren, noch bevor der erste Schritt des gemeinsamen Weges unternommen wird, ist äußerst wichtig. Im modernen Wirtschaftsalltag kann es aber schnell passieren, dass das zuvor definierte Ziel an Relevanz verliert, weil sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Auf Veränderungen der Umwelt immer schnell genug eine Antwort zu finden, ist eine besondere Stärke von uns Menschen. Ansonsten wären wir nicht die „Krönung der Schöpfung“ und wohl auch schon längst ausgestorben. Die immer komplexeren Herausforderungen unserer Zeit erfordern immer mehr Kreativität und Know-how. Von dieser Ressource ist in unser allen Köpfen eigentlich genug vorhanden. Klassische Projektmanagement-Methoden wie die Wasserfall-Methode nutzen bloß das Hirnschmalz einiger weniger und degradiert die große Mehrheit zu Erfüllungsgehilfen. Agiles Projektmanagement wiederum versucht, das gesamte Potenzial aller Teammitglieder anzuzapfen. Darum lassen sich mit Scrum und Co wohl viel bessere Ergebnisse erzielen. Außerdem soll das Arbeiten dadurch viel mehr Spaß machen, wie man so hört.

Bedienungsanleitung scrum

Tanja ESCHBERGER

Born in Lower Austria. At LEAD Innovation she works as Head of Innovation and focuses on agile innovation management via SCRUM.

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