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LEAD Innovation Blog

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Datum: 11-Sep-2018
Thema: Hotellerie

Warum warme Betten in der Hotellerie immer wichtiger werden

 

Kalte Betten bedeuten für den Hotelier nicht nur geringere Einnahmen. Denn sie machen nicht nur den Beherbergungsbetrieb für Gäste unattraktiver, sondern werten eine ganze Region ab und belasten zudem die Umwelt. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, warum sich immer mehr Stakeholder um warme Betten sorgen und welche Mittel es gibt, Hotels und ganze Tourismusorte besser auszulasten.

Gähnende Leere beim Frühstücksbuffet, Geisterstimmung beim Abendessen und gelangweilte Rezeptionisten beim Empfang - wenn viele Betten in einem Hotel unberührt bleiben, dann hat das noch viele weitere negative Folgen als bloß einen geringeren Umsatz für den Betreiber des Hauses. Denn ob die Mehrzahl oder nur eine Minderheit der Zimmer belegt sind, ändert am Aufwand für viele Hoteleinrichtungen wenig. Je nach Jahreszeit muss geheizt oder gekühlt werden und an den Kosten für einen etwaigen hauseigenen Spa-Bereich ändert sich auch wenig. Im Gegenteil: Hier und an der Hotelbar sinken die Chancen auf einen zusätzlichen Umsatz. Denn weniger Gäste bedeuten auch weniger verkaufte Massagen und Drinks. Selbst wenn die Reise bereits bezahlt ist und die Gäste dann doch nicht kommen - etwa 5 % von Hotelgutscheinen bleiben beispielsweise ungenützt - hat das also negative Auswirkungen auf das Geschäft.

Paper Innovationsvorsätze

Bleiben Betten kalt, bringt das aber auch viele Probleme für den gesamten Ort oder gar die Tourismusregion mit sich:

  • Die teuer aufgebaute, auf die Spitzenzeiten ausgelegte Infrastruktur des Tourismusortes wird nicht verwendet. Die Kosten dafür bleiben allerdings hoch. Für so manches Gemeindebudget stellt dies ein sehr große Belastung dar.
  • Die Zersiedelung und Versiegelung wird gerade in schwachen Nebensaisonen sichtbar. Meist geschieht das in sehr attraktiven, aber ökologisch sensiblen Gebieten wie etwa dem Alpenraum. Zersiedelung und Bodenversiegelung belastet nicht nur die Umwelt, sondern mindert auch für die Attraktivität einer Tourismusregion nicht gerade förderlich.
  • Zahlreiche Geschäftsleute können es sich nicht leisten, auch während der schwachen Periode ihre Shops offen zu halten. Die Folge davon sind Geschäftsstraßen mit geschlossenen Geschäften und heruntergelassenen Rollläden. Der in der Hochsaison glitzernde Gästemagnet mutiert zu einem wenig einladenden Ort, von dem auch die örtliche Bevölkerung wegziehen will.

 

Wenn Hotelruinen Touristiker verzweifeln lassen

Gravierender werden die Probleme für einen Tourismusort oder eine ganze Region, wenn ein großer oder auch mehrere Hotelbetriebe ihren Betrieb einstellt und so die Betten für längere Zeit kalt bleiben. Für die Gemeinden tun sich dann hier nur sehr wenige attraktive Alternativen auf.

  • Die Objekte stehen für längere Zeit leer und verbreiten einen zweifelhaften morbiden Charme. In Bad Gastein etwa, einst als Monte Carlo der Alpen bezeichnet, verfallen gleich mehrere Objekte mitten im Ortskern schon eineinhalb Dekaden lang. Verantwortlich ist ein untätiger Eigentümer. Nun muss die öffentliche Hand einspringen, um einen völligen Verfall des Ortszentrums Einhalt zu gebieten. Sie sucht nun nach neue Investoren, die den Gebäuden wieder Leben einhauchen soll.
  • Wird aus dem einstigen Hotel eine Ferienwohnanlage, dann kann sich ein Teufelskreis in Gang setzen, der zu noch mehr kalten Betten in der Region führt. Denn Ferienwohnungen werden in der Regel nur ein paar Wochen im Jahr bewohnt. Die Betten bleiben also während der meiste Zeit des Jahres unberührt. Außerdem konkurrieren Ferienwohnungen mit den bestehenden Beherbergungsbetrieben, für die sich der wirtschaftliche Druck weiter erhöht. Denn Hotels müssen einen Gewinn erwirtschaften müssen - private Ferienwohnungen nicht. In der Schweiz etwa existieren mehr Betten in Zweitwohnungen, die als Ferienwohnungen genützt werden, als in Hotels. Rund 360.000 Ferienwohnungsbetten sorgen bei den Eidgenossen für 30 % der touristischen Übernachtungen. Nebenwohnsitzer generieren überdies kaum Einkünfte für die kommunalen Haushalte und die lokale Tourismuswirtschaft. Nutz jemand einen Wohnsitz nur während kurzer Zeit neben Hauptsaison, so treibt das auch die Grundstückspreise in der Region in die Höhe. Mit allen negativen Folgen für die einheimische Bevölkerung.

 

Kaufen und Vermieten soll mehr warme Betten bringen

Eine Möglichkeit, die Anzahl der kalten Betten gering zu halten und gleichzeitig die örtlichen Beherbergungsbetriebe attraktiver zu machen, birgt das so genannte „Buy To Let“ Modell. Dabei erwirbt ein Privatinvestor ein Zimmer oder Apartment eines Hotels. Dieses Konstrukt, unterscheidet sich wesentlich von Time-Sharing-Modellen. Denn der Privatinvestor steht als Eigentümer im Grundbuch und ist über seine Erwerbung so wie seine Wohnungseigentümer verfügungsberechtigt. Er kann sie also selber nutzen, vermieten oder verkaufen - ohne dabei andere Parteien fragen zu müssen. Für den Tourismus ist dieses Modell deshalb so attraktiv, weil es allen Beteiligten Vorteile bringt:

  • Der Privatinvestor verfügt über ein eigenes Feriendomizil und kann daneben das Service des Hotels voll nutzen. Darüber hinaus kann er mit diesem Konstrukt Eigentum in Regionen erwerben, in denen Zweitwohnsitze und Ferienwohnungen bereits verboten sind. Sein Investment generiert darüber hinaus ohne sein Zutun Einnahmen und steigt im Wert.
  • Dem Hotelier stehen zusätzliche Mittel zur Verfügung, um in sein Haus zu investieren und so mehr Gäste anzusprechen. Bei seiner Anwesenheit ist der Investor selbst auch Gast, an dem man Hotelservices verkaufen kann. Zusätzlich entstehen für den Hotelier Skaleneffekte, die sich durch eine höhere Auslastung ergeben.
  • Das Modell sorgt für warme Betten, da es auf die Verwertung des Hotelzimmers oder des Appartements ausgerichtet ist. Dadurch generiert auch die Tourismusgemeinde mehr Einnahmen und die vorhandene Infrastruktur wird besser genutzt, ohne dass neue Bauten notwendig werden.

Wundermittel ist das "Buy To Let"-Modell freilich keines. Unattraktive Tourismusregionen lassen sich damit nicht auf einen Schlag retten. Denn schließlich werden Privatpersonen nur dort investieren, wo sie auch selbst gerne Urlaub machen wollen. Es muss also in der Region schon einen gewissen Bedarf nach Ferienwohnraum geben, damit der Hotelier seine Zimmer bzw. Appartements auch verkauft. Hoteliers wiederum haben neue Eigentümer an Board und müssen diese auch in einige Entscheidungen mit einbeziehen. 

 

Fazit: Warum warme Betten in der Hotellerie immer wichtiger werden

Eine intakte Infrastruktur ungenützt zu lassen, kommt immer äußerst teuer. Neben einem hohen finanziellen Aufwand kommen im Tourismus noch viele negative Folgen für Gesellschaft und Umwelt dazu. "Warme Betten" zu haben ist also das oberste Ziel dieser Branche. Erfreulich dabei aus österreichischer Sicht: Die Branche hat es geschafft, nicht nur die Anzahl der Betten, sondern auch die Auslastung in den letzten 10 Jahren substantiell zu steigern. Diese liegt derzeit im Winter bei über 36 und im Sommer bei 35,5 Prozent. Ein Werkzeug, um die Ressourcen im Tourismus noch besser zu nützen, stellt das "Buy to Let" Modell dar. Solche Tools werden freilich immer wichtiger. Denn auch der Tourismus beeinflusst den Klimawandel negativ und muss in Zukunft noch viel nachhaltiger werden.

zu den Case Studies

Angela HENGSBERGER

Born and raised in Vienna. Since 2012 she has been in charge of Business Development at LEAD Innovation with the functions marketing, sales and communication.

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