<img height="1" width="1" style="display:none;" alt="" src="https://dc.ads.linkedin.com/collect/?pid=1007900&amp;fmt=gif">
de | en
Search:

LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 29-Aug-2019
Thema: Logistik

Diese 6 Trends verbessern die Transportlogistik von morgen

Die Globalisierung verlangt nach einer Logistik, die immer effizienter funktioniert. Gleichzeitig müssen die Transporte mit Schiff, Flugzeug und LKW umweltfreundlicher werden. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, welche Trends das globale Transportwesen effizienter und nachhaltiger gestalten werden.

Noch vor wenigen Jahren akzeptierten Online-Käufer eine Lieferzeit von einer Woche oder etwas mehr als ganz selbstverständlich. Heute versuchen zahlreiche Anbieter, dem Käufer die Ware am selben Tag (Same Day Delivery) zuzustellen. Die rasche Zustellung hat den Onlinehandel mit einigen Warengruppen, wie etwa mit frischen Nahrungsmitteln, erst salonfähig gemacht.

Innovations-Check

 

Verlängerte Werkbank benötigt perfekte Logistik

Auch im B2B-Segment wird eine immer raschere und pünktlichere Zustellung verlangt. Bestimmte Bauteile müssen zu einem vorher exakt definierten Zeitpunkt am Bestimmungsort ankommen. Ansonsten würde die Prozesskette eines Herstellers zum Stillstand kommen. In der Autoindustrie beispielsweise fertigen die Original Equipment Manufacturer (OEMs) wie Volkswagen und Co nur noch 25 Prozent selbst. Drei Viertel der Wertschöpfung, die ein Auto generiert, erzielen die Zulieferer.

 

Dynamik der Globalisierung nimmt zu

Die Dynamik der internationalen Arbeitsteilung und des Handels lässt die Nachfrage nach Transportleistungen steigen. Laut Verkehrsprognose des deutschen Ministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Güterverkehr (in Tonnen-Kilometer) bis zum Jahr 2030 gegenüber 2010 um knapp 40 Prozent zunehmen. Gleichzeitig befeuert das Transportwesen den Klimawandel: Etwa  5,5 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes sind der Logistik zuzuordnen. Die Branche steht also vor der Herausforderung, einerseits immer mehr leisten und andererseits dabei den eigenen ökologischen Fußabdruck reduzieren zu müssen.

 

Veränderungsdruck führt zu vielen neuen Ideen

Diesen Veränderungsdruck versuchen die Logistikunternehmen aber auch Akteure aus anderen Branchen durch viele Innovationen und neue Ideen zu meistern. Diese 6 Trends sind es wert, einer näheren Betrachtung unterzogen zu werden:

  1. Liefern auf Verdacht bringt erhöhte Effizienz
    Anticipatory Shipping bedeutet, Güter in Gebiete zu transportieren, bevor die dort ansässigen Kunden diese überhaupt bestellt haben. Dabei erstellen Algorithmen auf Basis von Daten Informationen über den Kunden, sein Bestellverhalten oder auch mithilfe äußerer Einflussfaktoren wie das Wetter, Prognosen über die Kaufwahrscheinlichkeit. Geprägt hat den Begriff Amazon bereits 2013, als der Online-Konzern für den vorausschauenden Versand ein Patent anmeldete. Durch Anticipatory Shipping kann der Logistiker seine Kapazitäten effizienter einsetzen, weil der den zukünftigen Bedarf schon früher kennt. Für den Empfänger hat es den Vorteil, dass er die Ware noch schneller bekommt. Zumindest fast so schnell, wie wenn er sie im stationären Handel kaufen würde.
  2. Emissionsfreier Transport wird zum USP
    Seit 2009 bietet das Team von Tres Hombres einen 100 % emissionsfreien Transport via Segelschiff an. Die Flotte umfasst bereits zwei Segler, die zwischen Südamerika und Europa bzw. zwischen Portugal und Skandinavien befördern. Auf der Route nach Südamerika ist Wein und Olivenöl geladen. Auf der Rückfahrt nach Europa befinden sich Rum, Kaffeebohnen und andere fair gehandelte Waren im Frachtraum. Der Rum wird in Holland in Flaschen gefüllt und in Europa vermarktet und verkauft. Den Produkten, die eine solch abenteuerliche wie nachhaltige Reise hinter sich haben, haftet die Aura des Abenteuers an. Dieses wird Teil des Produktes und macht es unverwechselbar. Der klimaneutrale Transport avanciert so zum USP. 
  3. Zustellung aus der Luft lässt Teststadium hinter sich
    Die Zustellung per Drohne wird schon seit vielen Jahren diskutiert: 2013 hat Amazon-Chef Jeff Bezos angekündigt, in vier oder fünf Jahren die Auslieferung von Paketen per Drohne zumindest in den USA anbieten zu wollen. Dieses Versprechen konnte Bezos zwar nicht einlösen. Dennoch versehen Drohen bereits ihren Dienst als Zusteller: Googles Schwesterunternehmen Wing hat in Australien dafür eine Lizenz in der Tasche und führt bereits Transportaufträge aus. Auch viele andere Logistikunternehmen testen Drohen als Zusteller bereits: DHL’s Paketkopter hob schon 2013 erstmals ab. Die Österreichische Post AG ließ im Rahmen des Projektes Heidi  Drohnen Pakete zu entlegenen Bergbauernhöfen transportieren. Dabei beförderte ein Zusteller per Elektromobil die Güter zunächst in ein Tal. Von diesem Fahrzeug aus stellte die Drohne die Sendung zu einem weiter oben angesiedelten Bauernhof zu.
  4. Vielfalt der Abstellmöglichkeiten steigt
    Ist bereits der erste Zustellversuch erfolgreich, spart dies Kosten und Ressourcen. Mittlerweile gibt es viele Innovationen, die verhindern sollen, dass der Bote ein zweites Mal eine Adresse aufsuchen muss. Empfangsboxen erlauben ein Hinterlegen ebenso wie Paketsäcke, die der Empfänger bei Bedarf einfach vor die Wohnungstüre stellen kann. Diese Lösungen basieren meist auf einer App, mit der sowohl Bote als auch Empfänger ein Behältnis öffnen und sicher wieder verschließen können. Diese durch die Digitalisierung ermöglichte, leichte Mechanik lässt sich auf viele andere Orte anwenden: So können sich Mercedes-Fahrer bereits in Stuttgart und Berlin Pakete ins Auto zustellen lassen. Auch smarte Türschlösser erlauben eine erfolgreiche Zustellung, wenn der Bote den Empfänger nicht Zuhause vorfindet. Damit kann der Nutzer den Zugang zu seiner Wohnung oder Garage remote auch in Echtzeit regeln. Eine Kamera überträgt dabei ein Live-Bild auf das Smartphone des Empfängers und zeigt nicht nur, wer klingelt, sondern auch, ob der Bote auch tatsächlich das Paket nur abstellt.
  5. Die Crowd sorgt für zusätzliche Transportkapazitäten
    Es gibt schon heute zu wenige LKW-Fahrer und Zusteller. So manche Logistiker sind bereits dazu übergegangen, die Kapazitäten von Privatpersonen zu nützen. Die Kernidee dieser Crowd-Logistik ist, dass Personen, die mit dem Auto, dem Fahrrad oder dem Zug einen bestimmten Weg sowieso zurückgelegt hätten, nebenbei eine Ware transportieren. Amazon bedient sich etwa im Rahmen seines Programms Amazon Flex  dieses Konzepts. Bei der Personenbeförderung hat sich eine ähnliche Idee bereits durchgesetzt: Uber ist zwar heiß umstritten aber mittlerweile in vielen Städten vertreten.
  6. Automatisierung senkt Kosten der Logistik
    Derzeit leidet die Logistikbranche unter Ressourcenknappheit: Laut einer Studie des deutschen Bundesverbandes Spedition und Logistik (DSLV) und des Bundesverbandes Güterverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) fehlen derzeit etwa 45.000 bis 60.000 Fahrer. Insider sprechen bereits davon, dass man kurz vor dem Versorgungskollaps stehe. Diese Situation führt zwangsläufig dazu, dass die Transportkosten steigen. Doch dieses Problem dürfte sich schon bald wie von selbst lösen: Eine Studie von der PwC-Tochter Strategy& in Deutschland geht nämlich davon aus, dass sich bis zum Jahr 2030 die Logstikkosten nahezu halbieren werden. Den Studienautoren zufolge ermöglicht die Digitalisierung bei standardisierten Transporten eine Kostenreduktion von 47 Prozent. So würde sich die Einsatzzeit von autonomen LKWs gegenüber personengesteuerten fast verdreifachen lassen. Logisch: Roboter-LKWs brauchen keine Ruhezeiten. Und: Da fahrerlose LKWs keine Fahrerkabine benötigen, reduzieren sich die Herstellungskosten der Brummis nochmal um 7 Prozent, die Fläche kann zusätzlich für den Transport verwendet werden: „Schon in wenigen Jahren werden die Nutzfahrzeug- und die Logistikbranche zu einem Ökosystem verschmelzen, das digital und effizient gesteuert wird. Bereits jetzt kommen Roboter in Verteilerzentren und elektrische Fahrzeuge für die Last-Mile-Logistik zum Einsatz“, prognostiziert Dr. Gerhard Nowak, Partner bei Strategy& in Deutschland.

 

Fazit: Diese 6 Trends verbessern die Transportlogistik von morgen

Stark steigende Nachfrage, knappe Ressourcen und ein zunehmender Druck, umweltfreundlicher zu agieren - so lässt sich das Dilemma der Transportbranche von heute in wenige Worten kleiden. Die Branche entwickelt viele neue Innovationen und Ideen, um diese enormen Herausforderungen zu schaffen. Einige sehr plakative Ansätze wie die Zustellung per Drohne oder die emissionsfreie Zustellung (ohne Zukauf von CO2-Zertifikaten) via Segler werden in der Zukunft zwar nur in kleinen Nischen einsetzbar sein. Bei anderen Trends wie der Digitalisierung und dem autonomen Fahren ist es heute noch schwer abschätzbar, welche Wirkung sie letztendlich entfalten können.

Innovations-Check

Julian Eberling

Born in Vienna. Since 2018 "Certified Service Design Thinker" he has been pursuing his passion as Innovation Manager at LEAD Innovation.

Sie möchten mit uns zusammenarbeiten?

Gerne beraten wir Sie über eine mögliche Zusammenarbeit, um Ihr Innovationsmanagement zukunftssicher zu gestalten.

Contact us