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LEAD Innovation Blog

Lesen Sie hier unsere neuesten Beiträge über Innovationsmanagement und Innovationen verschiedenster Branchen.

Datum: 07-Mai-2019
Autor: Daniel ZAPFL

Wie Sie sich Killerphrasen im Innovationsmanagement zunutze machen

 

In jedem Betrieb gibt es Mitarbeiter, die zwar Teil des Innovationsprozesses sind aber dennoch versuchen, das Beschreiten neuer Wege bestmöglich zu unterbinden. Ihr wirksamstes Werkzeug dafür sind Scheinargumente, die teils schon beleidigend sind. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, welche 10 Killerphrasen am häufigsten verwendet werden, wie Sie ihnen begegnen und warum Sie ihre Verwender unbedingt zurück ins Boot holen müssen.

 

"Das ist ein sehr guter Ansatz. Leider können wir ihn in SAP nicht abbilden." Die freundliche, aber argumentativ schwer widerlegbare Aussage wird Ihnen als Leser ein verächtliches Schmunzeln auf die Lippen zaubern. Doch seien Sie ehrlich! Solche Stehsätze haben Sie sicher schon in der einen oder anderen Sitzung gehört. Diese Scheinargumente wirken wie fallende Schlagbäume, die neue Wege in unbekanntes Terrain ganz plötzlich absperren. Der geschlossene Schranken wirkt wie ein Denkverbot und vertreibt jeden Gedanken, den dahinter liegenden Pfad vielleicht doch einzuschlagen. Allerdings: Das Nörgeln sowie die Kritik an und Angst vor Neuem ist Teil jeder Unternehmens- und damit auch Innovationskultur.

Paper Etablierung von Innovationskultur

 

Die 10 häufigsten Killerphrasen im Innovationsmanagement

Beim Platzieren dieser Denkverbote im Innovationsprozess gehen die Bewahrer des Bestehenden äußerst kreativ vor. Denn die Fülle von Killerphrasen im Innovationsmanagement ist enorm. Diese 10 Phrasen und ihre Variationen werden in Unternehmen am häufigsten benutzt, um das Entstehen von Neuem zu verhindern:

1) Das haben wir schon versucht.

2) Dafür gibt es Experten! Oder etwas anders formuliert: Um das beurteilen zu können, fehlt Ihnen das Fachwissen. Noch etwas untergriffiger ist diese dritte Alternative: Das haben schon fähigere Leute als Sie nicht lösen können!

3) Es funktioniert doch gut, wie es ist.

4) Super Idee, warum haben das nicht schon die Japaner (oder die im Silicon Valley) erfunden?

5) Dazu fehlt uns die Zeit! Die unehrliche Variante lautet: Wir führen gerade SAP ein. Indirekt ausgedrückt: Das ist interessant, aber Thema für eine spätere Sitzung.

6) Haben Sie schon berücksichtigt, was das für eine Papierflut zur Folge hat?

7) Geht das nicht zu sehr ins Detail?

8) Sie sind zu jung, sammeln Sie Erfahrung!

9) Eine gute Idee, aber nicht unbedingt für uns! Etwas prägnanter: Das geht uns nichts an! Oder belehrender: Wir haben da so unsere Grundsätze!

10) An Ihrer Stelle würde ich das auch behaupten. Übersetzt heißt dies: Sie verfolgen eigene Interessen oder gar eine hidden agenda.

 

Diese und auch alle anderen Killerphrasen, die Ihnen im Innovationsmanagement begegnen, haben zwei Gemeinsamkeiten: 

- Sie töten eine Idee ganz ohne Argumente ab.

- Sie beleidigen oder schüchtern den Ideengeber ein, damit sich dieser im weiteren Prozess passiv verhält.

 

Wenn beim Innovationsprozess, so wie etwa bei der LEAD User Methode, externe Personen involviert sind, ist die Wirkung der Killerphrasen besonders verheerend. Denn wenn interne Mitarbeiter die LEAD User, die ihr Wissen und ihre Kreativität unentgeltlich zur verfügung stellen, in einem Workshop vorführen oder gar beleidigen, werden sich diese externen Helfer vom Prozess verabschieden.

 

Gerade die wertvollsten Mitarbeiter neigen zur Verwendung von  Scheinargumenten

Oft neigen erfahrene Mitarbeiter zum Gebrauch von Killerphrasen im Innovationsmanagement. Sie haben schon viel erlebt und viel gesehen und glauben deshalb, schon alles zu kennen. Ihr eigenes Know-how, so wertvoll es auch ist, entpuppt sich als Hürde für neue Wege. Diese Hindernisse bauen erfahrene Mitarbeiter mithilfe von Killerphrasen für alle anderen am Innovationsprozess Beteiligten auf.

 

Verbote von Killerphrasen bringen wenig, können aber großen Schaden anrichten

Ähnlich wie beim Bullshit-Bingo können Sie das Vorbringen von Killerphrasen im Innovationsmanagement lächerlich machen oder verbieten. Es ist eine wirksame Maßnahme, um einen sachlichen und wertschätzenden Umgang in den Workshops sicher zu stellen. Gleichzeitig riskieren Sie, dass gerade erfahrene Mitarbeiter diesen Schritt als Verbot für Kritik missverstehen und keine Lust mehr haben, sich in den Innovationsprozess einzubringen. Genau auf diese Gruppe sind Sie aber beim Entwickeln von Neuem angewiesen - denn sie verfügen über wertvolles Know-how. Deren Wissen hilft auch durch Kritik und Hinterfragen, aus einer Idee eine Innovation werden zu lassen

 

Wie Sie aus Killerphrasen wertvolle Inputs für den Innovationsprozess machen

Sie können Killerphrasen also nicht aus dem Innovationsmanagement verbannen. Das ist auch gar nicht notwendig. Denn Scheinargumente lassen sich in Beiträge umzuwandeln, die sich als überaus wertvoll für den Innovationsprozess erweisen können. Diese Metamorphose gelingt in zwei Schritten:

 

1) Sprechen Sie das Thema Killerphrasen im Innovationsmanagement gleich im ersten Innovationsworkshop ganz gezielt an. An diesen Konferenzen nehmen üblicherweise keine externen Personen teil. Definieren Sie ganz genau, was darunter zu verstehen ist und wie diese Scheinargumente wirken. Bringen Sie Beispiele aus der Praxis, über die Ihre Zuhörer schmunzeln können. Benennen Sie die wichtigsten Killerphrasen immer wieder, sodass die Teilnehmer des Innovationsworkshops sich daran erinnern. Und versetzen Sie die Teilnehmer des Innovationsworkshops in die Lage eines externen Experten, den ein Mitarbeiter mit einem Scheinargument konfrontiert.

 

2) Sobald bei der Konferenz, an der externe Personen oder LEAD User teilnehmen, Scheinargumente vorgebracht werden, weisen Sie gezielt darauf hin. Jeder Mitarbeiter wird sich an das Thema und sogar an ganz bestimmte Killerphrasen erinnern, über die er bei der ersten internen Konferenz geschmunzelt hat. Mit diesem Schritt können Sie die Situation zunächst einmal entspannen. Geben Sie dem Kritiker die Möglichkeit, sein Scheinargument in eine substantielle Kritik umzuwandeln. Dies schaffen Sie durch das gezielte Stellen von Fragen wie etwa: Warum reicht die Zeit nicht aus? Welche Art von Experte wäre notwendig, um einen bestimmten Sachverhalt beurteilen zu könne? Wie behindert eine SAP-Einführung die Bereitschaft, Neues zu wagen?. Selbst beleidigende Wortmeldungen können Sie mit Argumenten und einer Prise Humor neutralisieren.

 

Fazit: Wie Sie sich Killerphrasen im Innovationsmanagement zunutze machen

Die internen Hürden für Innovationen sind in den meisten Fällen die höchsten. Die langjährige Erfahrung von Mitarbeitern spielt dabei eine Doppelrolle: Einerseits ist dieses Know-how eine wichtige Basis für jede Innovation. Zumindest dann, wenn ein Unternehmen seine Wurzeln nicht verlassen will und in völlig neues Gebiet vordringt. Andererseits neigen erfahrene Mitarbeiter dazu, durch Killerphrasen im Innovationsmanagement die Kreativität von anderen im wahrsten Sinne des Wortes zu "beschränken". Ein Verbot von Killerphrasen wird oft als Denkverbot missverstanden und wirkt sich damit negativ auf den Innovationsprozess aus. Den Widerstand gegenüber Neuem können Sie nur brechen, wenn Sie ihn gezielt ansprechen. Damit können Sie aus Scheinargumenten substantielle Kritik generieren, die das Innovationsprojekt selbst bereichert und vorantreibt.

10 Tipps zur Etablierung von Innovationsmanagement

Daniel ZAPFL

Born in Graz, Austria. After positions as project manager & head of innovation of the project management at LEAD Innovation, Daniel Zapfl has been responsible for the success of the innovation projects of our innovation partners since January 2018.

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