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CES 2019: Diese 7 Trends sollten Sie im Auge behalten

 

Mitte Jänner zeigt die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas alljährlich, welche IT-Trends das aktuelle Jahr bestimmen werden und welche neuen Technologien wohl noch etwas auf sich warten lassen. 2019 dürfte das Jahr von faltbaren Displays, schärferen Bildschirmen, Haushaltsrobotern zum Kuscheln und unterhaltsamer Autofahrten werden. Beim Thema schnelle Mobilfunktechnik 5G wird man sich aber wohl ebenso noch gedulden müssen wie beim Autonomen Fahren.

Zwischen 9. und 12. Jänner 2019 pilgerten etwa 150.000 Besucher in die Wüste, um sich über die neuesten Errungenschaften der IT-Größen aus der ganzen Welt zu informieren. Über 4.000 Aussteller demonstrierten heuer bei der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, was sie können und was sie heuer noch vorhaben. Sowohl aus den dort in Scheinwerferlicht getauchten Novitäten, als auch aus den Lösungen, die zwar erwartet, dann aber doch nicht gezeigt wurden, lassen sich diese 7 Erkenntnisse destillieren:

 

1) Autohersteller setzen auf Technologie und Unterhaltung

Unter die Aussteller mischten sich heuer wieder viele namhafte Autohersteller. Diese Branche versucht schon seit einigen Jahren, bei der CES auf sich aufmerksam zu machen und lässt sich auf klassischen Automessen immer weniger blicken. Die ursprünglich als Verbrauchermesse für elektronische Geräte positionierte CES, auf der einst Durchbruchsinnovationen wie der Videorekorder (1970), der erste wirkliche Heimcomputer Commodore 64 (1981 und die DVD (1996) erstmals präsentiert wurden, avanciert also mehr und mehr zur Leistungsschau des automotiven Bereichs. So präsentierte Mercedes heuer etwa mit dem neuen CLA eines seiner wichtigsten Modelle, um neue Kunden zu gewinnen. In Sachen Technologie bietet der Wagen aber nicht wirklich bahnbrechend Neues. Denn das einbaute Infotaimentsystem MBUX, das sich auch per Sprache steuern lässt, war bereits im Vorjahr zu sehen und ist in anderen Mercedes-Modellen bereits an Bord.

CES 2019: Audi, Disney's VR

 

Die Unterhaltung der Fahrgäste scheinen die Autohersteller überhaupt sehr wichtig zu nehmen: Audi überträgt die Fahrbewegungen des Autos auf Virtual-Reality-Inhalte wie Filme oder auch Spiele, die Insassen auf der Rückbank per VR-Brille genießen können. Konkret: Steuert der Audi nach rechts, fliegt das für die Passagiere im VR-Game sichtbare Raumschiffe in ebendiese Richtung. In Zeiten, in denen der Besetzungsgrad eines PKWs durchschnittlich gerade einmal 1,15 Personen beträgt, dürfte diese Novität wohl nicht allzu viele Neuwagenkäufer überzeugen.

Mercedes Garmin

 

Einen höheren Nutzen für Autofahrer dürfte da schon die von Mercedes und Garmin präsentierte Lösung von Bosch sein, die den Gesundheitszustand des Fahrers überwacht. Dabei verbindet sich die Smartwatch Vivoactive 3 mit der Mercedes-me-App und überträgt Herzfrequenz und Stresslevel des Fahrers. Das Fahrzeug passt dann Klimaanlage oder Musiktitel an, um die Müdigkeit oder den Stress des Fahrers zu bekämpfen.

 

2) Wirklich autonomes Fahren bleibt Zukunftsmusik

Solche Lösungen, die den Fahrer möglichst fit machen, werden wohl noch länger gefragt sein. Denn von einem vollautomatisch und völlig selbständig fahrenden Auto (SAE-Stufe Nummer 5), war auf der CES 2019 weit und breit nichts zu sehen. Ausgereiftere Lösungen boten Unternehmen wie Mercedes, oder die Automobilzulieferer Bosch oder ZF in Sachen People Mover - also fahrerlose Kleinbusse an.

CES 2019 - ZF mit autonomer Mobilität

 

Der Nutzer kann diese per App anfordern und sich zu einem gewünschten Ziel bringen lassen. Die Fahrzeuge haben kein Lenkrad und keine Pedale - im Notfall kann der Fahrgast via Joystick eingreifen. Voraussetzung für diese kutscherlose Droschkenfahrt ist aber eine flächendeckende Versorgung mit der Mobilfunktechnik 4G. Die People Mover eignen sich also derzeit eher für den Einsatz in abgegrenzten Bereichen wie einem Werksgelände.

 

3) Schnelles 5G verlangt noch nach Geduld

Die neue Übertragungstechnologie 5G soll bekanntlich die Kapazitäts- und Versorgungsprobleme der Mobilfunknetze schlagartig lösen. Die CES 2019 hatte zu diesem Thema überraschend wenig zu bieten. Allein Samsung widmete diesem Schlüsselthema einen Prototypen. Leider ohne zu verraten, wann ein solches Gerät erhältlich sein wird. Noch zurückhaltender war der chinesische 5G-Spezialist Huawei. Dies könnte aber am schwelenden Handelskonflikt zwischen den USA und dem Reich der Mitte liegen. Der US-Provider Verizon ließ einen 5G-Test-User über seine Erfahrungen referieren. Der berichtete von Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 1,3 Gigabit pro Sekunde. Das sind zwar nur etwas mehr als ein Zehntel der theoretisch möglichen 10 Gigabit pro Sekunde - aber immerhin noch 1000 mal schneller als der deutsche Durchschnitts-Internetanschluss, der auf knapp 12 Megabit pro Sekunde kommt. Vielleicht wartet die Mobilfunkbranche ja noch den Ende Februar anberaumten GSMA Mobile World Congress ab, um ihre 5G-Innovationen auf die Bühne zu holen.

 

4) Die Zukunft bringt noch schärfere Bilder

Wir alle betrachten die Welt immer mehr durch Displays hindurch. Dass die Industrie uns künftig mit - noch - besseren Bildern versorgen will, steht spätestens seit der CES 2019 fest. Führende Bildschirmhersteller wie Samsung, Panasonic TCL Electronics oder Hisense gaben die Gründung der 8K Association (8KA) bekannt, die die Entwicklung von 8K-Fernsehern und -Inhalten fördern soll. Zum Hintergrund: Unter 8K ist eine horizontale Bildauflösung von 8000 Spalten zu verstehen. Allerdings: Viele Menschen können den Unterschied zwischen Ultra HD (4K)  und Full HD (weniger als 2K)  schon kaum wahrnehmen.

Interessanter als 8K erscheint hier die Bildschirmtechnologie MicroLED, mit der Samsung in Las Vegas in Form von "The Wall" aufhorchen ließ. Der 75 Zoll große Fernseher bietet im Vergleich zu den OLED-Geräten eine bessere Helligkeit, hat eine längere Lebensdauer und braucht keine Hintergrundbeleuchtung. Vorteil der MicroLED-Technologie ist auch, dass sich die einzelnen Module beliebig kombinieren lassen - jegliche Form von Bildschirmformaten ist also möglich.

 

5) Displays lassen sich nun falten 

Smartphones und deren Displays werden immer größer. Das ist einerseits nur logisch - denn schließlich können die portablen Supercomputer ja auch immer mehr. Andererseits wird es immer schwieriger, die Geräte in Hosen-, Jacken- oder Handtaschen zu verstauen. Faltbare Geräte könnten dieses Dilemma lösen. Auf der CES 2019 hat das kalifornische Unternehmen Royole mit dem Flexpai das erste faltbare Smartphone präsentiert: Zusammengeklappt ist das Gerät ein Handy mit zwei Bildschirmen. Entfaltet wird aus dem Device ein Tablet mit einer Auflösung von 1920 mal 1440 Pixel. Die Tester waren von den haptischen Fähigkeiten des Flexipai durchaus angetan, die Software wäre aber noch stark verbesserungswürdig. Auch LG ließ auf der CES 2019 mit einem flexiblen Display aufhorchen. Dies löst allerdings nicht die Platznot in Taschen, sondern in Wohnungen. Das Display des 65 Zoll große OLED-TV-Gerätes kann in einem Sideboard bei Bedarf einfach aufgerollt werden und dient in dieser Form als einfaches Sound System.

Flexipai & LG Rolldisplay

 

6) Die Roboter ziehen bei uns ein

In Produktionshallen gehören Roboter schon zum Alltagsbild. In den trauten vier Wänden haben sie indes noch kaum Einzug gehalten. Dies könnte ihnen aber nun auf einem Weg gelingen, den viele von uns wohl nicht vermutet hätten: Als eine Art Kuschelwesen, das seinen Besitzer eine emotionale Stütze bieten soll und solcherart ein Haustier oder gar ein Baby ersetzen könnte: Lovot von Groove X verbirgt 50 Sensoren unter seinem kuscheligen Kunstpelzfell, am Kopf trägt es ein Mikrofon, drei Kameras und durch die Künstliche Intelligenz (KI) vermag das Gerät 1.000 Menschen zu erkennen. Sprechen kann Lovot allerdings nicht. Aber um das Herz des Besitzers zu gewinnen, braucht es das auch nicht. Denn das Verhalten des Roboters erinnert an jenes eines richtigen Kleinkindes und der "User" wird dadurch verführt, das Gerät zu schützen und zu pflegen - und es natürlich rechtzeitig an die Ladestation anzuschließen.

Bei der CES gab es aber auch Roboter mit einem höheren praktischen Nutzen zu bestaunen: Etwa den Foldimate, der beim Wäschezusammenlegen helfen kann. Damit die Kommunikation zwischen Mensch und Roboter oder Maschine auch via Sprache besser klappt, sorgt Amazon mit dem Sprachassistent Alexa - genauer gesagt mit dem Chipsystem Alexa Connect für die notwendige technische Basis. Dieser Bauteil lässt sich einfach in Waschmaschinen oder Öfen integrieren, die dann via Voice bedient werden können. Google wiederum bietet mit seiner Plattform Google Assistant Connect Ähnliches. Überdies vermag der Google Assistant auf dem Home Hub etwa zwei Dutzend Sprachen zu übersetzen und dient so als digitaler Dolmetscher.

Groove X Lovot Hands-On

 

Foldimate

 

7) Apple ändert seine Strategie und öffnet sich Partnern

Der weltberühmte IT-Konzern aus Cupertino stellt auf der CES üblicherweise nicht aus. Dennoch machte das Unternehmen diesmal nicht nur bei den Messebesuchern von sich reden: Apple will Filme und TV-Sendungen der iTunes-Plattform auch für Samsung-Fernsehgeräte verfügbar machen. Von dem Deal, den Samsung auf der Messe verkünden durfte, sollen beide Konzerne profitieren: Samsung kann auf einen riesigen Fundus an Content zurückgreifen. Apple kommt seinem Ziel näher, vom Geräteverkauf unabhängiger zu werden und mehr Umsatz mit Services zu genieren. Übrigens: Apples Streaming-Dienst Apple Music läuft bereits auf den Echo-Lautsprechern von Amazon - allerdings nur in den USA. Bisher basierte Apples äußert lukrative Firmenphilosophie bekanntlich darauf, geschlossene Systeme zu schaffen. Ob es zu einem echten Strategiewechsel in Richtung Offenheit und Partnering kommt, wird die Zukunft zeigen.

 

Fazit: CES 2019: Diese 7 Trends sollten Sie im Auge behalten

Dass die Consumer Electronics Show in der künstlichen Glitzerwelt von Las Vegas sehr gut aufgehoben ist, hat die Messe auch heuer wieder bewiesen: Die Aussteller boten den Besuchern neben sicherlich ernstzunehmenden Innovationen auch wieder viel Blingbling - also Novitäten, die sich im schlechtesten Fall nur für das Generieren von Schlagzeilen eignen. Viele wichtige Trends offenbaren sich erst im Verborgenen - etwa durch das Ausbleiben von echten Innovationen in wichtigen Bereichen, wie beispielsweise dem autonomen Fahren oder 5G. So gesehen lassen sich aus der technologischen Glitzershow in Las Vegas sehr interessante Erkenntnisse gewinnen.

Innovationen aus Elektrik & Elektronik

Daniel ZAPFL

Born in Graz, Austria. After positions as project manager & head of innovation of the project management at LEAD Innovation, Daniel Zapfl has been responsible for the success of the innovation projects of our innovation partners since January 2018.

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