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LEAD Innovation Blog

Was ist Design Thinking und welche Rolle spielen LEAD User dabei?

Was ist Design Thinking

Überall spricht man von Design Thinking. Ein Hype im Startup-Dschungel? Mit Sicherheit nicht, denn Design Thinking ist tatsächlich eine überaus effektive Innovationsmethode, die die bestehenden Innovationsprozesse junger und auch etablierter Unternehmen mit neuen Methoden und Prinzipien bereichert.

Design Thinking brilliert vor allem durch drei Arbeitsweisen:

  • Starke Orientierung am Kunden und Nutzer
  • Iterative Lernprozesse mit Schleifen
  • Kontinuierliche Tests mit „unfertigen“ Prototypen

Durch die intensive Einbindung von und der Orientierung an Nutzer und Kunden spielen allen voran auch LEAD User eine wichtige Rolle bei Design Thinking.

 

Grundlagen zu Design Thinking

Design Thinking ist eine Allround-Methode, die zur Lösung von Problemen, Erstellung von Konzepten aller Art und vor allem zur Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen, Prozessen und Geschäftsmodellen angewendet wird. Das oberste Ziel dabei ist, die Bedürfnisse sowohl von Kunden und Nutzern als auch anderen Stakeholdern mit begeisternden Lösungen und Erlebnissen zu erfüllen. 

Design Thinking wurde schon vor 25 Jahren von IDEO aus der Wissenschaft in die Praxis übernommen. Den Boom erlebt die Methode gerade heute, weil sie einerseits von Startups sehr vorangetrieben wird, aber vor allem weil sich damit einzigartige Nutzererlebnisse erzeugen lassen, was gerade im Zeitalter der Digitalisierung hohe Bedeutung hat. Außerdem löst Design Thinking eingefahrene Probleme in Innovationsprojekten, z.B. mangelnde Kundenorientierung, fehlender Kundennutzen, fehlende Differenzierung, schlechte Zusammenarbeit, und vieles mehr.

 

6 Schritte des Design Thinking Prozesses

Design Thinking ist ein iterativer Prozess, was bedeutet, dass er nicht Schritt für Schritt sondern in Schleifen abläuft. Jeder Prozessschritt liefert neue Erkenntnisse und so wird eine Idee in wiederholenden Schleifen verfeinert. Dabei kann bei jedem Schritt der Weg zurück jederzeit über mehrere Stationen laufen, z.B. stellt man bei Tests fest, dass man die anfängliche Aufgabenstellung neu definieren muss. Das ist absolut nicht problematisch, sondern ein effektiver Lernprozess und es sichert auch die Flexibilität, die Innovationsprojekte erfordern.

Für den Design Thinking Prozess gibt es unterschiedliche Darstellungsformen der einzelnen Schritte. Gängig ist die folgende Abbildung in sechs Phasen:

Design Thinking Prozess 

1. Verstehen

Jedes erfolgreiche Projekt beginnt mit einer guten und zielgerichteten Fragestellung. Im Schritt VERSTEHEN werden die Projektziele mit Fragen definiert. Die Fragen müssen lösungsfrei definiert werden, müssen spezifisch genug sein, dürfen aber den Lösungsraum nicht einschränken.

2. Erforschen

Im zweiten Schritt, dem ERFORSCHEN, werden möglichst viele Informationen zum Thema, zu den Kunden, Nutzern und andere Stakeholdern gesammelt, um die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen zu verstehen. Dabei kommen viele empathische und nutzerzentrierte Forschungsmethoden zum Einsatz. Wichtige Methoden und Ansätze sind Personas, die Customer Journey, Fokusgruppen, Interviews, teilnehmende Beobachtungen und Selbst-Ausprobieren, Ablaufanalysen, Sammlung von Emotionen und die LEAD User Methode. Wichtig ist nicht nur das Gesagte, sondern vor allem das Erlebte, um die tatsächlichen Bedürfnisse zu verstehen.

3. Synthese

In der SYNTHESE wird anschließend aus dem gesamten Fundus der Informationen die Essenz durch Interpretation, Analyse und Verdichtung herausgearbeitet und in Erkenntnisse überführt.

4. Ideen

Auf deren Basis werden in Folge IDEEN mit Kreativitätsmethoden wie Brainstorming und Brainwriting gesammelt. Die Ideen werden bewertet und für die weitere Bearbeitung wird eine Handvoll Ideen selektiert.

5. Prototypen

Die Ideen müssen erlebbar gemacht werden, um sie anzufassen, sie auszuprobieren und sie weiterzuentwickeln. Dazu werden sehr einfache Prototypen aus Papier, Karton oder Knete entwickelt, um die Funktion zu demonstrieren und mit potentiellen Nutzern zu testen. Zu Beginn startet man mit sehr niedrig aufgelösten Prototypen, die einfach, schnell und kostengünstig herzustellen sind und die nur die wichtigsten oder kritischsten Funktionen demonstrieren sollen. Umso konkreter die Lösung im Projektverlauf wird, umso detaillierter wird auch der Prototyp.

6. Tests

Mit Prototypen werden TESTS der Ideen durchgeführt und Kundenfeedback gesammelt. Die Arbeit mit Prototypen hat viele Vorteile: Ideen werden klar definiert und kommuniziert, sie werden besser vorstellbar, Probleme und Herausforderungen werden aufgedeckt, neue Ideen werden abgeleitet, Erkenntnisse werden gesammelt und Risiken reduziert.

 

Drei wichtige Prinzipien von Design Thinking

Design Thinking ist nicht nur ein Prozedere zur Abwicklung von Innovationsvorhaben, es ist allen voran auch ein Mindset für Innovationen, das sich um folgende Arbeitsprinzipien aufbaut:

Nutzerzentriert: Das Lernen über Nutzer und deren Probleme, Bedürfnisse und Aufgaben steht in jeder Phase im Zentrum. Empathie ist ein wichtiges Element, um die Kunden und Nutzer wirklich zu verstehen. Und Nutzer sollen möglichst früh in den Innovationsprozess eingebunden werden, nicht nur zur Erforschung der Anforderungen sondern auch, um allererste Ideen zu testen.

Teamfokus: Ein Kerntem von vier bis sechs Personen arbeitet permanent und intensiv an einer Design Thinking Aufgabe. Es erfordert vielfältige Expertise mit breitem Wissen und Sichtweisen. Das Team erhält eine hohe Handlungs- und Entscheidungsfreiheit, um flexibel und rasch voranzuschreiten. Zur Förderung der Zusammenarbeit und Kreativität soll das Team in einem gemeinsamen Raum zusammenarbeiten, worin auch alle Informationen, Ergebnisse und Prototypen sichtbar und greifbar sind.

Agilität: Bei Design Thinking navigiert man nicht schrittweise durch einzelne Phasen, sondern man kommt durch ständiges Wiederholen von Schleifen Erforschen-Ideen-Prototypen zum Ziel. Damit ist ein intensiver Lernprozess verbunden, um nicht auf falsche Annahmen zu setzen. Begleitet wird dies von der Kultur der unfertigen Prototypen, wo Ideen sofort durch einen simplen Prototypen gestaltet und getestet werden. Ganz nach dem Motto „Fail often and early and fail forward“.

 

LEAD User in Design Thinking Projekten

Der Schritt Erforschung ist eine Schlüsselphase in Design Thinking Projekten. Ein Erfolgsfaktor ist das Verstehen und Antizipieren von Kundenbedürfnisse und Rahmenbedingungen als Basis für Innovationen, die Kunden begeistern und einen wesentlichen Nutzen bringen sollen. Daher spielen auch LEAD User eine sehr wichtige Rolle.

Lead User sind führende und fortgeschrittene Nutzer. Sie sind die Pioniere, die neue Produkte als Erster annehmen und haben somit von Innovationen den größten Nutzen. Dadurch sind sie in ihren Bedürfnissen dem Massenmarkt einige Schritte voraus. Daher sollte man sich im Design Thinking auch auf LEAD User fokussieren, da sie einen hohen Nutzen bringen:

  • Sie verstehen genau, was sie brauchen und bieten einen tiefen Einblick mit neuen und umfangreichen Erkenntnissen über Kundenbedürfnisse.
  • Sie haben umfassende Erfahrungen mit den bestehenden Lösungen, von denen man perfekt profitieren kann.
  • Durch ihre Fortschrittlichkeit helfen sie auch, eine Prognose für die Zukunft herzustellen.
  • Und sie haben auch eine hohe Lösungskompetenz, um neue Ideen zu entwickeln.

Aus diesen Gründen sind LEAD User wichtige und unverzichtbare Partner in allen Phasen von Design Thinking Projekten. Sie liefern wichtige Erkenntnisse, sind Lösungspartner und wichtig bei den Prototypentests. Damit kommt man nicht nur auf bessere Lösungen, sondern reduziert auch gefährliche Risiken.

 

Fazit: Was ist Design Thinking und welche Rolle spielen LEAD User dabei?

Design Thinking ist eine sehr mächtige Methode für Innovationsvorhaben, egal ob inkrementeller oder radikaler Natur. Der Erfolg der Methode spiegelt auch wieder, wie wichtig die intensive Einbindung von Kunden und Benutzern ist. Daher nehmen auch LEAD User eine höchst besondere Rolle in Design Thinking Projekten ein. Durch ihren hohen Erfahrungsschatz, ihre Fortschrittlichkeit und ihre Lösungskompetenz liefern sich wichtige Erkenntnisse über die Kundenanforderungen von heute, aber vor allem auch von morgen.

Die 4 Phasen der LEAD User Methode

 

Topics: Innovationsmethoden